Unbekannte stören Küng zu Hause

Aadorfs Gemeindepräsident Matthias Küng ist seit März mehrmals zu Hause belästigt worden. Unter anderem wurde der Sitzplatz verwüstet und in der Nacht Sturm geklingelt.

Ives Bruggmann
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Matthias Küng Gemeindepräsident Aadorf (Bild: Olaf Kühne)

Matthias Küng Gemeindepräsident Aadorf (Bild: Olaf Kühne)

AADORF. «Ich will nichts dramatisieren», sagt Aadorfs Gemeindepräsident Matthias Küng. Doch seit dem 8. März sei es immer wieder zu Verwüstungen oder nächtlichen Belästigungen um sein Haus gekommen, sagt er. «Angefangen hat es mit Sturmläuten», erzählt er. Zuerst hätten sie noch an einen Lausbubenstreich gedacht. Als dann der Inhalt aufgeschnittener Kissen im gesamten Garten und auf dem Sitzplatz verteilt wurde, merkte Küng, dass ihn jemand absichtlich belästigt. Auch der aufblasbare Pool für die Kinder sei ausgeleert worden.

Zuvor nie solche Vorfälle

Ob ein Zusammenhang mit seinem Wahlkampf beziehungsweise seinem Amt bestehe, sei natürlich reine Mutmassung. Jedoch sei in den sechs Jahren, in denen er als Gemeindeschreiber in Pfungen tätig war, nie so etwas vorgefallen. «Für mich ist hier eine Grenze überschritten worden», sagt Küng. «Der Demokratiegedanke wurde mit Füssen getreten. Ich wurde vom Volk gewählt.» Des weiteren sei es einfach feige. Wenn jemandem etwas nicht passe, könne man das Gespräch mit ihm suchen. «Und nicht einfach <leidwerken>.» Ausserdem sei es ein unangenehmes Gefühl, auch wegen seiner Frau und seinen Kindern. Der letzte Vorfall ereignete sich vor den Sommerferien. Seither haben Küng und seine Familie Ruhe. Es könne durchaus sein, dass es jemand aus den Emotionen heraus gemacht habe. Deshalb hoffe er, dass es jetzt vorbei ist.

Lüscher ist betroffen

Bruno Lüscher, Vorgänger von Matthias Küng als Gemeindepräsident Aadorfs, findet die Belästigungen und Verwüstungen «persönlich völlig daneben». Es habe ihn betroffen gemacht, vor allem auch vor dem Hintergrund, dass bei diesen Vorfällen auch die Familie Küngs betroffen sei. «Bei diesen Leuten ist der Demokratiegedanke definitiv abhanden gekommen», sagt Lüscher. So funktioniere die Demokratie jedenfalls nicht. Man könne immer anderer Meinung sein, müsse diese aber über den politischen Weg äussern. «Solch einen Eingriff in die Privatsphäre kann ich nicht goutieren.»

Ihm seien keine ähnlichen Fälle bekannt. Auch selber sei er nie ausserhalb seiner Funktion als Gemeindepräsident belästigt worden. «Auch ich habe 1991 einen intensiven Wahlkampf erlebt, aber damals ist so etwas nicht passiert», erinnert sich Lüscher. Zwar habe es in seiner Anfangszeit ein gewisses politisches Geplänkel seitens der Gegner gegeben. «Und natürlich schauten sie mit Argusaugen auf meine Arbeit», sagt Lüscher, fügt aber hinzu, dass dabei stets alles demokratisch abgelaufen sei. Etwas anderes sind für Bruno Lüscher Drohungen. «Das hat es gegen mich als Gemeindepräsident hie und da gegeben», sagt er. Aber nur im Rahmen der Funktion und nie im privaten Bereich.

Bruno Lüscher hofft, dass dieses Beispiel seines Nachfolgers nicht Schule macht. «Wenn das der Fall wäre, dann müssen sich die Leute nicht wundern, wenn sich künftig niemand mehr für ein solches Amt zur Verfügung stellt.» Eher solle man froh sein, dass es Leute gibt, die sich so für die Bevölkerung einsetzen.