Umweltfreundliches Kinoerlebnis

Vom 14. bis 16. Juli findet auf dem Begegnungsplatz in Niederuzwil ein Freiluftkino der besonderen Art statt. Das Solarkino soll demonstrieren, was Sonnenenergie konkret ermöglichen kann. Die Batterie hält für eine Filmlänge.

Chris Gilb
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In St. Gallen fand das Solarkino schon mehrfach statt, wie hier auf dem Klosterplatz im Herzen der Altstadt. (Bild: pd)

In St. Gallen fand das Solarkino schon mehrfach statt, wie hier auf dem Klosterplatz im Herzen der Altstadt. (Bild: pd)

UZWIL. Solarenergie sei für viele Menschen noch etwas Abstraktes. Sie würden zwar die vielen Sonnenkollektoren auf den Dächern sehen, könnten sich aber schlecht vorstellen, wie viel Energie überhaupt gewonnen werde und wie diese genutzt werden könne. «Das Solarkino hilft, das Abstrakte konkreter zu machen», sagt Pasqual Stüdle, der bei der Energieagentur St. Gallen im Bereich Förderung der Solarenergie arbeitet. «Wenn die Menschen im Solarkino sitzen, wissen sie genau, dass die gesamte Wiedergabe ihres Films auf Solarenergie basiert», sagt Stüdle.

Akku reicht für einen Film

Das Herzstück des Solarkinos ist eine kleine Batterie, die jeweils über Sonnenkollektoren am Tag der Vorführung aufgeladen wird. «Eigentlich spielt es nicht so eine grosse Rolle, wie warm es an dem Tag ist, einfach genügend Sonnenlicht muss vorhanden gewesen sein, dass es funktioniert», sagt Stüdle. Falls in den Tagen vor der ersten Filmvorführung das Wetter gar nicht mitspiele und die Batterie somit nicht aufgeladen werden könne, werde das Kino über den indirekten Weg mit Solarenergie betrieben. «Dann kaufen wir den Solarstrom in Form eines Zertifikats von einem regionalen Anbieter ein.» Die Batterie des Kinos habe grundsätzlich genug Ladekapazität für die Wiedergabe eines langen Films oder sogar von zwei Kinofilmen. «Eine Trilogie lässt sich damit jedoch nicht ohne Unterbruch wiedergeben», sagt Stüdle. Vielleicht steht auch deshalb für die drei Tage jeweils ein Film pro Tag auf dem Programm.

Das Solarkino startet am Donnerstagabend, 14 Juli, mit dem Film «Zwischen Himmel und Eis», der, passend zum Konzept der Veranstaltung, sich mit den Themen Klima und Umwelt auseinandersetzt. Der Dokumentarfilm handelt vom Leben des Franzosen Claude Lorius, der mit 22 Jahren seine erste Reise in die Antarktis unternahm, um den Ursprung der Eisschichten zu untersuchen und später zu einem der wichtigsten Experten auf dem Gebiet der Klimaforschung wurde. Nebst dem Kino City und der Energieagentur beteiligt sich auch die Gemeindebibliothek Uzwil am Anlass. An der Filmvorführung am Donnerstagabend ist sie mit einem Stand vertreten, an dem Bücher zum Filmthema ausgeliehen werden können. Auch am Samstagabend ist sie an Ort, dann können die jüngeren Zuschauer des Filmes «Mein Name ist Eugen» mitgebrachte Bücher gegen Filme, Bücher oder CDs der Bibliothek tauschen. Dass das Solarkino dieses Jahr in Uzwil stattfinde, habe seinen Grund: «Uzwil ist prädestiniert als Standort, da sich die Gemeinde schon länger sehr für die Solarförderung einsetzt», sagt Pasqual Stüdle.

Ein weiterer Mosaikstein

Auch für den Verwaltungsleiter der Gemeinde Uzwil, Thomas Stricker, passt das Solarkino gut ins Gesamtkonzept: «Wir versuchen an verschiedensten Anlässen, auf die Energieberatung und andere Angebote der Energieagentur aufmerksam zu machen, beispielsweise am Herbstmarkt oder an der Versammlung des Hauseigentümerverbandes. Das Solarkino ist ein weiterer Mosaikstein, um die Bevölkerung für Solarenergie zu sensibilisieren. Und gleichzeitig wird mit dem Anlass der Begegnungsplatz in Niederuzwil gefördert.»

Programm Solarkino Uzwil: Donnerstag, 14. Juli, ab 20 Uhr: «Zwischen Himmel und Eis» Freitag, 15. Juli, ab 20 Uhr: «1 Franco – 14 Pesetas» Samstag, 16. Juli, ab 20 Uhr: «Mein Name ist Eugen» Bei schlechtem Wetter findet das Solarkino in der Gemeindebibliothek statt.

Pasqual Stüdle Energieagentur St. Gallen Bereich Solarstrom (Bild: pd)

Pasqual Stüdle Energieagentur St. Gallen Bereich Solarstrom (Bild: pd)