UMSTRUKTURIERUNG: Es gibt noch keine schwarze Liste

Laut der Gewerkschaft Syndicom ist die Mehrzahl der Poststellen in der Region Wil von der Schliessung bedroht. Bei der Post zeigt man sich erstaunt, bestätigt aber auch Gespräche in dieser Thematik.

Simon Dudle
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Droht die Schliessung? Die Post Niederuzwil stand schon in der Vergangenheit immer wieder in der öffent­lichen Diskussion. Noch in diesem Jahr dürfte sich entscheiden, ob sie erhalten bleibt. (Bild: Philipp Stutz)

Droht die Schliessung? Die Post Niederuzwil stand schon in der Vergangenheit immer wieder in der öffent­lichen Diskussion. Noch in diesem Jahr dürfte sich entscheiden, ob sie erhalten bleibt. (Bild: Philipp Stutz)

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch

Es gibt immer weniger Poststellen. Diese Entwicklung macht auch vor der Region Wil nicht halt. Aktuelles Beispiel: Jene an der Kurhausstrasse in Dussnang hat am Samstag nächste Woche letztmals geöffnet. Danach steht, so quasi als Ersatz, im örtlichen Volg eine Postagentur zur Verfügung. Dort können Einzahlungen nicht mehr bar getätigt werden, und Bargeldbezüge sind nur noch bis maximal 500 Franken möglich. 50 Franken sind garantiert. Dafür punktet die Postagentur mit wesentlich längeren Öffnungszeiten: Sie ist neu werktags von 6 bis 19 Uhr sowie samstags von 6 his 16 Uhr offen.

Wenn man die Entwicklungen der vergangenen Jahre betrachtet, so ist zu erwarten, dass es zu weiteren Schliessungen kommt. Die Gewerkschaft Syndicom hat vor ein paar Tagen zu einem Rundumschlag angesetzt und öffentlich aufgelistet, welche Poststellen aus ihrer Sicht bedroht sind. Demnach trifft es die Mehrzahl der Poststellen. Heruntergebrochen auf die Region Wil wären zwölf von einer Schliessung bedroht. Lediglich fünf – Hauptpost Wil, Uzwil, Flawil, Kirchberg und Münchwilen – hätten gemäss dieser Liste längerfristig Bestand.

Aktuell laufen Gespräche mit den Kantonen

Die Post zeigt sich überrascht vom Handeln der Gewerkschaft. «Syndicom stellt nach eigenem Gutdünken ein Poststellennetz in der Öffentlichkeit dar. Es entzieht sich unserer Kenntnis, auf ­welcher Grundlage diese Liste ­erstellt wurde», sagt Jacqueline Bühlmann, Mediensprecherin der Post. Die Zahl der Zugangsmöglichkeiten soll gar von 3700 auf mindestens 4000 ausgebaut werden. Bühlmann bestätigt aber, dass die Entwicklung hin zum Agenturformat in den nächsten Jahren «im bisherigen Tempo» weitergeführt werde.

Der Fahrplan des Gelben Riesen sieht wie folgt aus: In dieser Phase und noch bis im Frühling 2017 laufen Gespräche mit den diversen Kantonen. Als Konsequenz daraus wird die Post eine Liste präsentieren mit Post­stellen, welche aufgrund ihrer mit dem Kanton besprochenen Bedeutung für die Region in den nächsten Jahren unverändert bleiben. «Zum heutigen Zeitpunkt existiert noch keine Liste mit Poststellen, die in Agenturen umgewandelt werden sollen», sagt Jacqueline Bühlmann.