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Umstrittener Brunnen in Uzwil: Nun spritzt das Wasser ins runde Becken

Das Wasserspiel beim Bahnhof polarisiert. Die Meinungen in der Bevölkerung zu dieser
Kunstinstallation sind geteilt. Nun ist wieder ein «richtiger» Brunnen entstanden.
Philipp Stutz
Der neue Brunnen am Bahnhofplatz in Uzwil: Zumindest den Kindern gefällt’s. (Bilder: Philipp Stutz)

Der neue Brunnen am Bahnhofplatz in Uzwil: Zumindest den Kindern gefällt’s. (Bilder: Philipp Stutz)

Das Wasserspiel zeigt sich seit vier Jahren am Uzwiler Bahnhof. Geschaffen hat es Hans Thomann, Ostschweizer Künstler mit Uzwiler Wurzeln. Seine Installation hat unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. «Cooles Wasserspiel direkt beim Bahnhof», lautet ein lobender Eintrag in Trip Advisor, einer Touristik-Website. Er habe den tieferen Sinn dieser «Kunst» nicht erkannt, argwöhnt demgegenüber ein Anwohner in einem Leserbrief. Und ein anderer kritisiert das Kunstwerk gleichenorts schlicht als «sinnlose Verschwendung von Steuergeldern».

Spielerisches Element in technischer Umgebung

«Ich wollte ein spielerisches Element in diese technische Umgebung von Zügen, Bussen und Autos schaffen», hatte Hans Thomann bei der Eröffnung gesagt, zu der auch die Presse eingeladen worden war. Das Wasserspiel, gespeist aus einer Quelle aus dem Vogelsberg, hatte seine Tücken. Und wer sich nicht vorsah, wurde schon mal vom kühlen Nass erfasst. Die Anlage war in der Lage, unvorsichtige Passanten nass zu spritzen. Sehr zur Freude der Kinder, die sich gerne an diesem Ort aufhielten.

Die nachträgliche Bodenmarkierung zeigt die «Gefahrenzone». Aber auch andere Gründe haben zur Umgestaltung geführt. Durch die Verbindung von Wasser und allerlei Unrat sei es zu Verunreinigungen des Bodens gekommen, sagt Uzwils Verwaltungsleiter Thomas Stricker. Von Rutschgefahr ist allerdings nicht die Rede.

Eine Figur aus Eisenteilen begrüsst die Reisenden

Nun hat die Gemeinde reagiert. Hans Thomann hat sein Werk überarbeitet. Auch weiterhin kann ab drei Säulen in verschiedener Höhe Wasser getrunken werden. Mittels Magnetventil wird der unterschiedlich dichte Wasserstrahl brüsk «abgeschnitten». Ansonsten spritzt es in ein rundes Becken. Eine lebensgrosse Figur aus rostigem Stahl, auf einer runden Säule platziert, begrüsst und verabschiedet die Reisenden. Sie besteht aus ausgelaserten Eisenteilen. Diese sind dem Stickereimuster entnommen, das im neuen Gemeindehaus verwendet worden ist.

Hans Thomann hat sein Projekt weiterentwickelt. «Nun liegt das Resultat vor», resümiert Stricker. Aus dem Wasserspiel ist wieder ein Brunnen geworden. «Die Akzeptanz in der Bevölkerung gegenüber der vorherigen Installation hat sich als schwierig erwiesen», begründet Thomas Stricker die Neugestaltung. Es gehe grundsätzlich um die Frage, was im öffentlichen Raum gefalle und was nicht. Dass die Meinungen über diese Installation geteilt sind, sei nachvollziehbar. «Der neue Brunnen soll Freude bereiten.» Er soll zum Verweilen und Spielen einladen, und auch als Treffpunkt dienen.

Zu erwähnen sind noch die Kosten, welche die Neugestaltung zur Folge hat: rund 38000 Franken. Und ganz nebenbei: Während des Winters steht der Brunnen ausser Betrieb.

Textile und rostige Werte

Grundsätzlich versucht die Gemeinde Uzwil, textile und rostige Werte miteinander zu verbinden. Denn im öffentlichen Raum setzt die Behörde auf diese zwei Themen. Rostiger Stahl symbolisiert die Entwicklung des Technologie- und Maschinenindustrie-Standorts.

Rostiger Stahl wird erstmals im neuen Gemeindehaus ergänzt durch die Stickerei als textiles und emotionales Thema. Es erinnert an die textile Vergangenheit der Gemeinde. Erinnert etwa daran, dass Mathias Naef bereits 1846 in seiner Weberei und in Heimarbeit über 2000 Personen beschäftigte und damit den textilen Grundstein zu Uzwils Industrie-, Siedlungs- und Gesellschaftsentwicklung gelegt hatte. Simpler gesprochen: Rost versinnbildlicht die männliche, Textil verkörpert die weibliche Seite der Industriegemeinde. (stu)

Auf einem Sockel im Brunnen steht eine lebensgrosse Figur aus rostigem Stahl.

Auf einem Sockel im Brunnen steht eine lebensgrosse Figur aus rostigem Stahl.

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