Umstrittene Massnahmen

Die glp fordert die Stadt in einer Medienmitteilung auf, zukünftig erst Tempo 30 zu signalisieren und, wenn nötig, später weitere Massnahmen zu ergreifen.

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Im Grundsatz begrüssen die meisten Anwohnenden des Neulandenquartiers den Wechsel zur Tempo-30-Zone. Trotzdem haben sie sich über deren Umsetzung geärgert und sich deshalb bei der Stadt beschwert oder Leserbriefe verfasst. Beanstandet wird das flächendeckende Parkverbot ausser vereinzelten markierten Parkfeldern, das vor allem Besuchern grosse Probleme bereite und das für den Zweck der Verkehrsberuhigung unsinnig sei.

Ausserdem befänden sich die markierten Parkfelder teilweise an unübersichtlichen, gefährlichen Stellen, und man befürchte eine Gefährdung von Velo fahrenden Kindern und eine Behinderung der Schneeräumung durch die festen Hindernisse.

Sitzung sollte klären

Auf Initiative von Erika Häusermann, Stadtparlamentarierin glp, fand letzten Freitag im Rathaus eine Sitzung mit Vertretern der Kantonspolizei Abteilung Verkehrstechnik, Vertretern des Tiefbauamtes Wil sowie einer kleinen Delegation von Anwohnenden statt.

Ziel der Gespräche waren ein Informationsaustausch und eine Verbesserung der Situation für die Betroffenen.

Georg Gübeli von der Kantonspolizei erklärte, dass Tempomessungen im Quartier eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 52 km/ h ergeben hätten und dass in diesem Falle diverse bauliche Verkehrsberuhigungselemente nötig seien wie z.B. versetzte Parkfelder und Hinweisschilder.

Die Behinderung des Schneepfluges sei in Kauf zu nehmen, käme dieser ohnehin nur 12 Tage pro Winter zum Einsatz. Im Übrigen habe niemand einen Rechtsanspruch auf einen Parkplatz auf öffentlichem Grund. Die diversen Signalisationstafeln und Hindernisse zu Beginn der Tempo-30-Zone seien provisorisch, deren genaue Standorte würden noch überprüft und angepasst. Die praktische Umsetzung der Parkfelder und anderer Massnahmen sei noch nicht abgeschlossen.

Versprechungen gemacht

Es wurde an der Sitzung versprochen, nach Möglichkeit auf den Wunsch der Anwohnenden nach zusätzlichen Parkplätzen einzugehen, sofern diese den Verkehrsvorschriften entsprächen, wie der Mitteilung zu entnehmen ist. Man dürfe sich bei der Stadt melden. Geplant wird ein weiteres Gespräch in etwa zwei Monaten, um erste Erfahrungen mit der neuen Regelung auszutauschen.

Die Grünliberalen wünschen sich von der Stadt Wil anstelle der jetzigen teuren und einschneidenden Massnahmen ein pragmatisches schrittweises Vorgehen: Es wäre besser, zuerst lediglich die Tempo-30-Zone mit entsprechenden Schildern und Bodenmarkierungen zu versehen und danach aufgrund erneuter Tempomessungen über weitergehende Massnahmen wie bauliche Hindernisse zu entscheiden. (pd.)