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UMSTRITTEN: «Das ist verantwortungslos»

Der Windpark-Streit im südlichen Thurgau geht in die nächste Runde. Zwei Kantonsräte laufen Sturm gegen die zwischen Braunau und Wuppenau geplanten Windräder. Die Regierung wird dabei scharf kritisiert.
Die Windpark-Gegner befürchten, dass es im Wuppenauer Weiler Greutensberg dereinst so aussieht. (Bild: Bildmontage/Margrit Gähler)

Die Windpark-Gegner befürchten, dass es im Wuppenauer Weiler Greutensberg dereinst so aussieht. (Bild: Bildmontage/Margrit Gähler)

Vier oder fünf bis zu 200 Meter hohe Windräder sind auf dem Hügelzug zwischen Braunau und Wuppenau in Planung. Doch der Widerstand ist gross. Der ins Leben gerufene Verein «Lebensqualität Braunau-Wuppenau» kämpft genau so gegen die Turbinen wie die beiden Gemeindepräsidenten und die zwei Grossräte aus den Gemeinden.

«Ich bin gar nicht zufrieden. Der Regierungsrat nimmt seine Verantwortung nicht wahr», sagt Hanspeter Gantenbein, SVP-Grossrat aus Wuppenau. Ihm hat gar nicht gepasst, wie die Regierung eine einfache Anfrage von ihm und seinem SVP-Grossratskollegen David Zimmermann (Braunau) beantwortet hat. Die zentrale Frage: ist, ob der Regierungsrat die Haltung der Bevölkerung ignoriere. Die Antwort der Regierung: «Die Stimmberechtigten, das Parlament und die Regierung haben sich in der jüngeren Vergangenheit mehrfach klar zu den erneuerbaren Energien bekannt, sowohl auf Stufe Bund wie auch Kanton. Der Kanton Thurgau liess daher eine Windpotenzial-Studie erstellen, die nun ein bedeutendes Potenzial zeigt», schreibt Regierungsratspräsidentin Carmen Haag.

Forderung: Grenzabstand soll erhöht werden

Für Gantenbein ist diese Antwort zu kurz gegriffen. Der einstige Wuppenauer Gemeindeammann sagt: «Mehr als die Hälfte aller Stimmberechtigten von Wuppen­au und Braunau haben Einwendungen gegen den neuen kantonalen Richtplan. Ich frage mich, ob die Regierungsräte noch Volksvertreter sind.» Hintergrund: Im Entwurf des neuen Richtplans sind sechs Gebiete ausgeschieden, in denen ein Windpark errichtet werden könnte. Braunau und Wuppenau gehören dazu. Dies hat zu zahlreichen Reaktionen geführt. Der Regierungsrat will demnächst über die definitive Fassung des Richtplans entscheiden.

Derweil bereiten Gantenbein und Zimmermann bereits den nächsten Schritt auf politischer Ebene vor. Nach den Sommerferien wollen sie im Grossen Rat eine Motion einreichen. Hauptpunkt dabei sind die Grenzabstände der Windräder zu Siedlungen. Dieser muss heute 300 Meter betragen. Gantenbein sagt: «Das wurde 1986 eingeführt, als die Windräder noch 30 Meter hoch waren. Heute ragen sie 200 Meter in die Höhe.» Konkret fordert er, dass – wie im benachbarten Ausland – die «Höhe mal zehn»-Regel eingeführt wird. Ist ein Windrad 200 Meter hoch, dürfte es im Umkreis von zwei Kilometern keine Siedlung haben. Gantenbein geht noch einen Schritt weiter und empfiehlt auch den Thurgauer Gemeinden, diese Regel bei der Überarbeitung ihrer Baureglemente aufnehmen.

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch

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