UMFRAGE
«Verspüre ein Kribbeln», «Dafür trainiert man als Sportler»: So blicken die Spieler und die Präsidenten des BC Uzwil und des TTC Wil dem NLA-Restart entgegen

Nach fast halbjährigem Unterbruch geht es für den Badmintonclub Uzwil und den Tischtennisclub Wil ab Samstag mit der Meisterschaft weiter. Die Vorfreude auf den Restart in der NLA ist gross, zumal beide Vereine hohe Ambitionen haben.

Tim Frei
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Kämpfen ab Samstag wieder um Punkte: der Badmintonclub Uzwil (links) und der Tischtennisclub Wil. (Bilder: Benjamin Manser, Daniel Dorrer)

Kämpfen ab Samstag wieder um Punkte: der Badmintonclub Uzwil (links) und der Tischtennisclub Wil. (Bilder: Benjamin Manser, Daniel Dorrer)

Das lange Warten hat ein Ende. Nach über fünf Monaten ohne NLA-Spiel wegen der Coronapandemie geht es für die erste Mannschaft des Badmintonclubs Uzwil und des Tischtennisclubs Wil am Samstag wieder mit der Meisterschaft weiter. Ein Moment, auf den Spieler und Vereinsführung hingefiebert haben, wie diese Umfrage zeigt:

Sereina Hofstetter, 22

Spielerin BC Uzwil
Bild: Lisa Jenny

Spielerin BC Uzwil

Wir freuen uns alle sehr, dass es mit der NLA-Meisterschaft endlich weitergeht. Am meisten vermisst habe ich das Wettkampfgefühl, sich mit anderen zu messen. Wir hatten zwar das Glück, fast durchwegs trainieren zu können. Doch wo wir wirklich stehen, wissen wir nicht. Ich verspüre daher schon ein Kribbeln vor dem ersten Spiel seit langem.

Elia Schmid, 24

Captain TTC Wil
Bild: Daniel Dorrer

Captain TTC Wil

Ich bin sehr froh, können wir den Meisterschaftsbetrieb wieder aufnehmen. Meine Hoffnung ist, dass alles reibungslos über die Bühne geht. Die Zeit ohne Wettkämpfe war nicht einfach für uns Sportler. Denn genau dafür trainiert man, so aber fehlte uns die Perspektive. Ich blieb aber stets zuversichtlich, dass es irgendwann weitergehen würde.

Jürg Schadegg, 48

Präsident und Sportchef BC Uzwil
Bild: PD

Präsident und Sportchef BC Uzwil

Ich freue mich für unsere Spieler, die so lange auf Wettkämpfe verzichten mussten. Für sie ist es wichtig, dass sie sich wieder messen können. Es ist auch zentral, dass wir unseren Sport und den Badmintonclub Uzwil nach langer Pause präsentieren und das Interesse an ihm wieder wecken können. Um so auch unseren treuen Sponsoren etwas zurückzugeben.

Thomas Wegmann, 40

Präsident TTC Wil
Bild: PD

Präsident TTC Wil

Unsere Vision ist möglichst gutes und viel Tischtennis in der Sporthalle Lindenhof. Deshalb freue ich mich sehr, dass die Clubs und der Verband einen Konsens zur Fortsetzung der NLA-Meisterschaft gefunden haben. Andererseits bedaure ich es, dass die Regionalligen abgebrochen wurden. Ich verstehe das zwar, doch für die Hobbysportler ist das schade.

Die Wiederaufnahme der Titelkämpfe erfolgt natürlich unter Einhaltung von Corona-Schutzkonzepten. Nebst üblicher Hygiene- und Abstandsregeln gilt die Maskenpflicht – davon ausgenommen sind die Spieler nur während des Wettkampfeinsatzes. Zuschauer sind nicht zugelassen.

Weil Zuschauer nicht zugelassen sind: In beiden Sportarten soll es Livestreams geben

Dafür sind Livestreams geplant. Der BC Uzwil stellt einen solchen gar selbst auf die Beine. Jeweils die Heimspiele wird der Verein mit zwei Kameras auf seiner Website zeigen. Laut Präsident Jürg Schadegg ist damit ein erheblicher Aufwand verbunden, doch er sagt auch:

«Es war unser grosser Wunsch, unseren Anhängern, Mitgliedern und Sponsoren in diesen schwierigen Zeiten eine Liveübertragung anzubieten.»

Der Tischtennisverband plant laut TTC-Wil-Präsident Thomas Wegmann Livestreams der Spiele via Facebook. Swiss Table Tennis hat zudem entschieden, dass in jedem NLA-Spiel pro Team maximal sieben Personen (inklusive Betreuer) gemeldet werden dürfen.

Bundesligasystem im Tischtennis

Auch der Modus wurde im Tischtennis angepasst; neu wird nach dem Bundesligasystem gespielt. Das ist die zentrale Änderung: Best-of-5 statt Best-of-10. Sieger ist also, wer zuerst drei Spiele gewinnt.

Die Qualifikations-Partien des TTC Wil

  • 10. April, 15 Uhr: Wil – Neuhausen (in Wil)
  • 17. April, 15 Uhr: Wil – Luzern (in Schaffhausen)
  • 18. April, 10 Uhr: Lugano – Wil; 15 Uhr: Neuhausen – Wil (beide in Schaffhausen)
  • 1. Mai, 15 Uhr: Luzern – Wil (in Lancy)
  • 2. Mai, 10 Uhr: Wil – Lugano; 15 Uhr: Lancy – Wil (beide in Meyrin)
  • 8. Mai, 15 Uhr: Muttenz – Wil (in Muttenz)
  • 9. Mai, 10 Uhr: Wil – Meyrin; 15 Uhr: La Chaux-de-Fonds – Wil (beide in Wil)

Jede Equipe bestreitet zudem pro Wochenende drei Spiele. Für Teams wie Wil, die mehr Partien als die Konkurrenz bestritten haben, gilt das erst ab nächstem Wochenende. Die Dreifachrunden pro Wochenende werden jeweils an zwei Veranstaltungsorten ausgetragen. Diese Anpassungen sollten es laut Verband erlauben, die komplette Meisterschaft durchzuführen.

Verkürzte Meisterschaft im Badminton

Im Badminton wird die NLA in einem verkürzten Modus weitergeführt. Heisst: Die Hinrunde wird noch abgeschlossen (im Fall des BC Uzwil sind das noch vier Spiele). Mitte Mai machen die vier besten Teams dann den Titel untereinander aus. Wobei die Playoffs an einem neutralen Ort ausgetragen werden, und die Halbfinals (15. Mai) und der Final (16. Mai) jeweils nur über eine statt zwei Partien gehen.

Die Hinrundenspiele des BC Uzwil

  • 10. April, 15 Uhr: La Chaux-de-Fonds – Uzwil
  • 11. April, 12 Uhr: Uzwil – Tafers-Fribourg
  • 17. April, 14 Uhr: Zürich – Uzwil
  • 18. April, 12 Uhr: Uzwil – Lausanne

Ob BC Uzwil oder TTC Wil: Beide Clubs zählen als mehrfacher Schweizer Meister auch in dieser für alle Beteiligten schwierige Saison zu den Mitfavoriten auf den Titel. Da verwundert es nicht, streben die Uzwiler und Wiler die Qualifikation für die Playoffs an. Und in diesen sei bekanntlich alles möglich, sagt BC-Uzwil-Präsident Jürg Schadegg mit einem Lächeln.

Uzwils Cheftrainer Iztok Utrosa übernimmt weitere Aufgabe beim Verband

Einige Akteure der Uzwiler tankten zuletzt an internationalen Turnieren mit starken Leistungen Selbstvertrauen. Nicolas A. Müller wurde in Polen Zweiter im Mixeddoppel. Die Niederländerin Cherryl Seinen schaffte es am All England Open, dem wichtigsten Turnier in Europa, auf den dritten Rang im Doppel. Zudem nutzte Julien Schweiwiller die wettkampffreie Zeit, um sich von seinen Verletzungen zu erholen. Laut Vereinshomepage könnte er schon am Wochenende zum Einsatz kommen.

Iztok Utosa

Iztok Utosa

Bild: PD

Diese Woche wurde zudem bekannt, dass Iztok Utrosa, Uzwils Cheftrainer in den Bereichen Elite und Nachwuchs, eine weitere Aufgabe beim Verband übernimmt. Der Junioren-Nationalteamkadertrainer war bisher Assistenzcoach der U17. Per Anfang April ist der 32-Jährige zusätzlich für die Betreuung der U19 verantwortlich und im 30-Prozent-Pensum bei Swiss Badminton angestellt.