Umfahrungsfest Bütschwil ist wegen Corona abgesagt: Die Gemeinde sucht nach Alternativen

Die Anti-Coronamassnahmen verhindern die grosse Einweihungsfeier der Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil. Die Gemeinde will dennoch eine Begehung der noch unbenutzten Umfahrungsstrasse vor der offiziellen Einweihung am 17. September ermöglichen.

Dinah Hauser
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Die Arbeiten an der Umfahrung Bütschwil sind in den letzten Zügen. Im Bild der Anschluss an die Umfahrung Lichtensteig.

Die Arbeiten an der Umfahrung Bütschwil sind in den letzten Zügen. Im Bild der Anschluss an die Umfahrung Lichtensteig.

Bild: Ruben Schönenberger (Bütschwil, 12.05.2020)

Es hätte das Dorffest des Jahres werden sollen. Die lang ersehnte Umfahrungsstrasse sollte gebührend von der Bevölkerung gefeiert und besichtigt werden. 4000 bis 5000 Besucher verteilt auf zwei Tage hat die Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil für das Festwochenende von Ende August erwartet. Das Coronavirus macht dem freudigen Vorhaben nun einen Strich durch die Rechnung, denn der Bundesrat untersagt Veranstaltungen mit mehr als 1000 Gästen bis mindestens Ende August. Der Gemeindepräsident Karl Brändle kommuniziert deshalb im aktuellen Mitteilungsblatt die Absage des Festes im geplanten Rahmen.

«Eine Verschiebung war für uns keine Option», sagt Brändle. Die weiteren Lockerungsschritte und künftigen Massnahmen des Bundes richten sich nach der Gefahrenlage, deren Entwicklung nicht vorhersehbar ist. Das war den Organisatoren zu unsicher, um weiter zu planen. Und am 17. September 2020 wird die Strasse offiziell dem Verkehr übergeben.

50'000 Franken Budget für die Festlichkeiten

60 Marktstände von Verpflegung bis zu Spielen, ein Infotunnel über die Geschichte der Umfahrung bis hin zu Kinder- und Partyprogramm sowie ein ökumenischer Gottesdienst: Die Planung war schon weit fortgeschritten. Verschiedene Mitwirkende wie der TCS, der Verein Energietal Toggenburg aber auch lokale Vereine hätten bereits zugesagt und mit Vorbereitungen begonnen. Ihnen allen musste nun eine Absage erteilt werden.

Karl Bränlde, Gemeindepräsident Bütschwil-Ganterschwil

Karl Bränlde, Gemeindepräsident Bütschwil-Ganterschwil

Bild:PD

Für das Umfahrungsfest waren im bereits genehmigten Gemeindebudget 50'000 Franken vorgesehen. Bisher sei nur ein kleiner Teil des Budgets bereits ausgegeben worden. Wie hoch die Ausgaben derzeit sind, kann Brändle noch nicht beziffern. Er wartet noch auf Rückmeldungen von den mitwirkenden Vereinen. «Falls ihnen Kosten entstanden sind, dürfen sie sich bei mir melden, um die Finanzierung zu klären.»

Der Rest des Budgets soll für einen möglichen Ersatzanlass eingesetzt werden. Brändle sagt:

«Wir wollen der Bevölkerung das Flanieren auf der noch unbenutzten Umfahrung nicht nehmen.»

Wie und ob dies zustande kommt, hängt auch von der Coronalage ab. Das OK sammelt derzeit Ideen und klärt, in welchem Rahmen diese umsetzbar sind. Brändle erwartet, dass Ende Juni weitere Informationen kommuniziert werden können.

Die Arbeiten schreiten trotz Corona planmässig voran

«Für uns ändert sich nichts», sagt Ruedi Vögeli, Leiter der Sektion Kunstbauten im kantonalen Tiefbauamt. Die Arbeiten bei der Umfahrung Bütschwil kämen trotz Corona planmässig voran. Die vom Kanton geplante Eröffnungsfeier ist immer noch auf den 17. September angesetzt. «Stand jetzt scheint die Durchführung möglich», sagt Vögeli. Dabei sein dürfen zirka 200 geladene Gäste.

Auch die Umfahrung Wattwil sei auf Kurs. Der Ende März befürchtete Lieferengpass von Materialien wie Stahl sei nicht eingetreten. Auch die Mineure aus dem Südtirol dürften wieder einreisen, nachdem sie sich in ihrer Heimat in Quarantäne begeben haben. Vögeli sagt:

«Die Bauarbeiter verrichten normal ihre Tätigkeiten, wenn auch mit etwas Mehraufwand.»

So seien etwa mehr Baubaracken aufgestellt worden, während der Arbeit müsse auf den Abstand geachtet werden und die Arbeiter dürfen maximal zu zweit im Auto fahren. Das habe zur Folge, dass nun mehr Autos bei der Baustelle parkiert seien. Somit ist die Eröffnung der Umfahrung Wattwil, die die Lücke zwischen der Brendi in Wattwil und der Stegrüti in Ebnat-Kappel schliesst, immer noch auf 2022 angesetzt.

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