Umbau macht sich bezahlt

Die Privatstation des Spitals Wil ist vor gut einem Jahr aus der Schönheitsoperation erwacht. Gestern erhielt sie Besuch vom Verwaltungsrat der Spitalverbunde des Kantons. Seit dem Umbau gibt es zehn Prozent mehr Zusatzversicherte.

Ursula Ammann
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Auf der umgebauten Privatstation: René Fiechter, CEO der Spitalregion Fürstenland Toggenburg, Monika Stalder, Verwaltungsrätin Spitalverbunde des Kantons St. Gallen, Regierungsrätin Heidi Hanselmann und Urs Trümpler, Chefarzt und Leiter Ressort Medizinische Kliniken (v. links). (Bild: uam)

Auf der umgebauten Privatstation: René Fiechter, CEO der Spitalregion Fürstenland Toggenburg, Monika Stalder, Verwaltungsrätin Spitalverbunde des Kantons St. Gallen, Regierungsrätin Heidi Hanselmann und Urs Trümpler, Chefarzt und Leiter Ressort Medizinische Kliniken (v. links). (Bild: uam)

WIL. Seit die Privatabteilung des Spitals Wil modernisiert ist, erhält Heidi Hanselmann keine Reklamationsbriefe von Zusatzversicherten mehr. Nicht zuletzt deshalb fand die Regierungsrätin gestern lobende Worte für das Resultat des Umbaus. Zusammen mit dem Verwaltungsrat der Spitalverbunde des Kantons St. Gallen stattete Hanselmann der Privatstation einen Besuch ab. Dies im Anschluss an die Verwaltungsratssitzung, die jeweils in einem der Spitäler der vier Spitalverbunde abgehalten wird. Mit der Modernisierung sei dem steigenden Wettbewerbsdruck und den Ansprüchen der Zusatzversicherten Rechnung getragen worden, sagte Hanselmann.

Vorwurf «Luxusabteilung»

Das Spital Wil hat 560 000 Franken in die Modernisierung der Abteilung für halbprivat- und privatversicherte Patienten investiert. Bereits im Oktober vergangen Jahres konnte die umgebaute Privatstation mit zwölf Zimmern – sie tragen die Namen der Churfirsten – präsentiert werden. Geändert hat sich aber nicht nur die Infrastruktur: Auf der Privatstation kommen die Patienten und Patientinnen nun auch in den Genuss eines Hotellerie-Services mit erweitertem kulinarischen Angebot. Die Investition von mehr als einer halben Million Franken sorgte auch für kritische Stimmen. Es kam der Vorwurf auf, das Spital Wil betreibe eine «Luxusabteilung ohne erkennbaren medizinischen Mehrwert». Das Spital begründete den Umbau damals mit der verstärkten Konkurrenzsituation.

Zunehmende Patientenströme

Wie sehr sich der Umbau im Wettbewerb unter den Spitälern bereits bezahlt gemacht hat, konnte Spital-CEO René Fiechter am gestrigen Besichtigungstermin detailliert beziffern. Im Bereich der Zusatzversicherten ist die Anzahl der Patienten durch die Modernisierung der Privatabteilung um zehn Prozent gestiegen. Im Vergleich dazu ist diese Zahl im Spital Wattwil um vier Prozent gesunken. Die Zunahme der Privat- und Halbprivatpatienten am Spital Wil ist vor allem auf die Wahleintritte zurückzuführen. Lässt man die Notfälle beiseite und betrachtet diese Wahleintritte isoliert, ist gar eine Steigerung von 25 Prozent zu verzeichnen.

Mehr Konkurrenzdruck

Mit der neuen Spitalfinanzierung, die Anfang 2012 eingeführt wurde, müssen Spitäler ihre Investitionen aus eigenen Einnahmen bezahlen. Die neue Ordnung führte zu einem erhöhten Konkurrenzdruck unter den Spitälern. Das Spital Wil plant zusätzliche Bauprojekte (siehe Kasten).