Umbau
«Es ist nach wie vor eine Kirche, wir wollen aber mehr machen»: Anbaupläne für Kirche Lütisburg finden Anklang

Stühle statt Bänke, E-Orgel statt Pfeifenorgel und viel Platz für Veranstaltungen – so soll zukünftig das kirchliche Leben in der reformierten Kirche in Lütisburg ablaufen.

Christof Lampart
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Enzo Fuschini, Präsident der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Unteres Toggenburg, freute sich, dass die Pläne der Vorsteherschaft beim Souverän auf Gefallen stiessen.

Enzo Fuschini, Präsident der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Unteres Toggenburg, freute sich, dass die Pläne der Vorsteherschaft beim Souverän auf Gefallen stiessen.

Bild: Christof Lampart

Der Präsident der Evangelisch-reformierten Kirche Unteres Toggenburg, Enzo Fuschini, präsentierte am Sonntag an der Kirchgemeindeversammlung in der Kirche Lütisburg ein Projekt, mit dem die Kirchgemeinde der Lösung ihres Platzproblems einen Schritt näherkommen könnte. Wie Fuschini ausführte, soll – wenn alles glatt läuft – ab Sommer 2022 mit der Erstellung des Anbaus auf der Westseite des Gotteshauses begonnen werden.

Die geschätzten Kosten belaufen sich auf rund 1,5 Millionen Franken (+/- 25 Prozent). Bezahlt werden soll der Bau durch den Verkauf des nicht mehr benötigten Pfarrhauses in Ganterschwil (Schätzwert: 690‘000 Franken) sowie durch Gelder aus dem Finanzausgleich der Landeskirche (800‘000 Franken).

Mit dem Verkauf der Liegenschaft sei man höchstens geringfügig gezwungen, das vorhandene Eigenkapital anzutasten, das sich auf 532‘400 Franken beläuft, sagte Fuschini. Somit könne man auch auf eine Erhöhung des Steuerfusses verzichten.

«Es ist kein Luftschloss, das wir präsentieren, sondern absolut realisierbar.»

Im Herbst wird sich die Kirchenvorsteherschaft an die genaue Budgetierung machen und den Kirchbürgern an der nächsten Kirchgemeindeversammlung einen Antrag stellen.

Die Orgel und die Kirchenbänke müssen raus

Der Anbau, der auf den Plänen des Kirchberger Architekturbüro Skizzenrolle fusst, soll Veranstaltungen mit bis zu 250 Personen ermöglichen. Damit er realisiert werden kann, muss jedoch die heutige Pfeifenorgel weichen. Fuschini versprach, dass man zukünftig auf eine E-Orgel zurückgreifen wird, die nicht nur viel weniger Platz benötigt, sondern musikalisch auch besser sein werde als das alte Instrument.

Weg kommen auch die Kirchenbänke. Sie werden durch Stühle ersetzt, was, wie auch die vorgesehenen Schiebetüren, bei Anlässen ein Höchstmass an räumlicher Flexibilität erlaubt. Auch soll die Ölheizung durch eine ökologischere Alternative ersetzt werden.

Beeinträchtigungsgerechte sanitäre Anlagen, ein Besprechungszimmer, ein kleines Büro und Lagerräume sollen nach der Nutzungserweiterung auch Platz in der Kirche finden. «Es ist nach wie vor eine Kirche, wir wollen aber mehr machen», sagte Fuschini.

Die Reaktion der Gemeindemitglieder freute ihn, denn alle, die sich zu Wort meldeten, sprachen sich für den Anbau aus. Einige fanden, dass die Kirche so attraktiver werde. Andere wiederum betonten die Möglichkeit, mit diesem modernen Konzept auch Jugendliche und junge Familien ansprechen zu können. Dementsprechend einladend und offen soll auch der neue Eingang gestaltet werden. Was hingegen nach wie vor in der Kirche bleiben wird, sind die schönen Fenster.

Keine «schlafenden Hunde wecken»

Die Kirchbürger hatten auch über eine Anfrage eines lärmempfindlichen Mannes zu befinden, der beabsichtigt, sich in die Nähe der reformierten Kirche niederzulassen. Er fragte an, ob man nachts auf den Stunden-, zumindest aber auf den Viertelstundenschlag der Kirchenglocke verzichten könne.

Eine kurze, aber intensive Diskussion unter den Anwesenden ergab, dass man auf das Ansinnen nicht weiter eingehen wolle. Denn zum einen sei die Kirche schon lange vor Ort und zum anderen wolle man keine schlafenden Hunde wecken, was durchaus der Fall sein könnte, wenn man auf das Ansinnen einginge, lauteten einige der Argumente.

Zu keinerlei Diskussionen gaben die Rechnung 2020 und das Budget 2021 Anlass. Sowohl die Rechnung 2020, welche gegenüber dem Budget 2020 mit einem Einnahmenüberschuss von fast 142‘000 Franken abschloss, als auch das ausgeglichene Budget 2021, das mit Einnahmen und Ausgaben von je 1‘382‘993 Franken rechnet, wurden einstimmig genehmigt.