Überzeugter Steilpass für Zuzwil

Am Montag fand die ausserordentliche Bürgerversammlung der Oberstufenschulgemeinde Niederhelfenschwil statt. Klares Fazit: Man will eine gemeinsame Oberstufe mit Zuzwil, allenfalls auch in einer gemeinsamen Oberstufenschulgemeinde.

Mario Fuchs
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Ohne eine einzige Gegenstimme nahm die Niederhelfenschwiler Schulbürgerschaft beide Anträge an und sagte somit klar Ja zur weiteren Zusammenarbeit mit Zuzwil auf Basis einer gemeinsamen Trägerschaft der Oberstufe Sproochbrugg und ebenso klar Nein zu einem Alleingang. (Bild: mf.)

Ohne eine einzige Gegenstimme nahm die Niederhelfenschwiler Schulbürgerschaft beide Anträge an und sagte somit klar Ja zur weiteren Zusammenarbeit mit Zuzwil auf Basis einer gemeinsamen Trägerschaft der Oberstufe Sproochbrugg und ebenso klar Nein zu einem Alleingang. (Bild: mf.)

Zuckenriet. Besser hätten die Wetterkapriolen zum Ausgang des vergangenen Montagabends kaum passen können. Während die schwarzen Wolken vom Himmel über Zuckenriet verschwanden, hellten sich mit dem Verlauf der ausserordentlichen Bürgerversammlung der Oberstufenschulgemeinde Niederhelfenschwil auch die Mienen der 240 Schulbürgerinnen und Schulbürger – ganze 12,3 Prozent –, die sich in der Aula der Sproochbrugg eingefunden hatten, auf.

«Partner mit gleichen Zielen»

Sie alle waren gekommen, um gemeinsam ein Zeichen zu setzen. Der Zuzwiler Stimmbürger sollte für seine Urnenabstimmung vom 13. Juni über die Oberstufenlösung die Gewissheit erlangen, dass er für eine weitere Zusammenarbeit in Form einer gemeinsamen Trägerschaft der Oberstufe Sproochbrugg – in welcher Form auch immer – in Niederhelfenschwil willkommen ist.

Elmar Moser, Präsident des Niederhelfenschwiler Oberstufenschulrates, brachte es auf den Punkt: «Wir wollen signalisieren, dass Zuzwil, falls es sich für uns als Partner für seine Oberstufe entscheidet, einen Partner mit gleichen Zielen haben wird.» In einem Video, welches auch auf der Homepage der Gemeindeverwaltung zu finden ist, redete Gemeindepräsident Lucas Keel Klartext.

«Wenn keine gemeinsame Lösung gefunden wird, haben beide Gemeinden mit finanziellen Sanktionen seitens des Kantons zu rechnen.» Nach wie vor sei man davon überzeugt, dass die 50:50-Pionierlösung für Niederhelfenschwil die beste Variante für eine langfristige Standortsicherung darstelle. Nicht zuletzt auch deshalb, weil dieser Lösung in beiden Gemeinden zugestimmt werden könne.

Klare Voten in der Diskussion

In der Diskussion ergriffen mehrere Stimmbürger das Wort. Markus Lehmann, ehemals Lehrer an der Sproochbrugg, plädierte dafür, dass man sich nicht auf die Variante 50:50 festlegen solle. «Es ist verständlich, dass der Niederhelfenschwiler Bürger angesichts des geringeren Mitbestimmungsrechts der gemeinsamen Oberstufenschulgemeinde skeptisch gegenübersteht.

Doch letztlich würden sich die Vertreter der neuen Behörde einzig und allein für das Wohl der gemeinsamen Schule einsetzen, völlig ungeachtet derer Herkunft.»

In die gleiche Kerbe schlug auch Kurt Raymann. «Alle wollen eine gemeinsame Lösung, das steht ausser Frage. Da wir im Moment aber die Stimmung in Zuzwil nicht abschätzen können, kommt die Favorisierung der 50:50-Lösung einem Spiel mit dem Feuer gleich.

» Raymann wollte per Antrag die Versammlung darüber abstimmen lassen, ob man den Niederhelfenschwiler Behörden im Falle einer Ablehnung der 50:50-Lösung in Zuzwil die Erlaubnis geben solle, den Leistungsausgleich von 4,2 Mio. Franken aus dem Zielkatalog zu streichen, um weiterhin eine Verhandlungsbasis zu haben.

Zweimal Einstimmigkeit

Daraufhin trat David Zwick aus Niederhelfenschwil ans Mikrophon: «Vielleicht sollte man sich nicht zu sehr auf die Machtansprüche konzentrieren.

Früher hat es doch mit Zuzwil auch immer geklappt. Die Detailfragen kann man beantworten, wenn es so weit ist. Jetzt müssen wir nur ein klares Zeichen setzen.» Mit einem kräftigen Applaus unterstrich die Bürgerschaft seine Aussage, womit sich die von Kurt Raymann beantragte Abstimmung erübrigte.

Der Antrag des Oberstufenschulrates, die Zusammenarbeit mit Zuzwil weiterzuverfolgen, wurde aufgrund der Voten um den wichtigen Zusatz erweitert, dass anstatt der 50:50-Pionierlösung

auch eine gemeinsame Oberstufenschulgemeinde möglich oder gar wünschbar wäre und so einstimmig angenommen. Ebenfalls einstimmig folgte die Bürgerschaft dem Schulrat im zweiten Antrag, über das Modell dieser Trägerschaft je nach Abstimmungsergebnis in Zuzwil eine Urnenabstimmung durchzuführen.