Überraschung im Cup: Der FC Zuzwil besiegt den oberklassigen SC Bronschhofen im Achtelfinal

Das 3.-Liga-Team des FC Zuzwil zieht mit einem verdienten 2:1-Heimerfolg gegen die 2.-Liga-Equipe des SC Bronschhofen in den Viertelfinal des Ostschweizer Cups ein. Die Entscheidung fiel erst ganz am Schluss mit einem Eigentor der Gäste.

Tim Frei
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Philipp Roth (in Gelb) und der SC Bronschhofen verpassten gegen Zuzwil eine grosse Chance.

Philipp Roth (in Gelb) und der SC Bronschhofen verpassten gegen Zuzwil eine grosse Chance.

Bild: Gianluca Lombardi (Bronschhofen, 16. August 2020)

David gegen Goliath, Unterklassiger gegen Oberklassiger: Diese Ausgangslage macht den Reiz des Cups aus. Am Mittwochabend zeigte sich das idealtypisch auf dem Gemeindesportplatz Zuzwil im Ostschweizer Cup-Achtelfinal zwischen dem Gastgeber und dem SC Bronschhofen. Der FC Zuzwil, eines der stärkeren 3.-Liga-Teams, bot den Gästen, die eine Liga höher spielen, problemlos Paroli.

Die Zuzwiler versteckten sich überhaupt nicht. Im Gegenteil: Sie agierten von Anfang an aufsässig, gewohnt offensiv und kämpferisch. Bronschhofen setzte wie in der Meisterschaft auf eine kompakte Defensive. Klar, die Stärken der Mannschaft von Trainer Alessandro Maier liegen weniger im Offensivspiel. Doch es überraschte schon, wie ideenlos der Oberklassige phasenweise auftrat – gleiches traf in einer ereignislosen ersten Halbzeit jedoch auch auf Zuzwil zu.

Zuzwils Rivela gleicht mit Schuss aus dem Mittelfeld aus

Nach der Pause gewann die Partie an Fahrt. Das Warten der Zuschauer auf Tore hatte sich gelohnt, denn wenige Minuten nach Wiederanpfiff kamen sie in den Genuss von zwei Treffern innert Kürze. Simon Pabst brachte Bronschhofen in der 53. Minuten mit einem platzierten Flachschuss in die lange Ecke in Führung.

Doch 180 Sekunden später war der Ausgleich Tatsache. Dieses 1:1 hatte es in sich: Aron Rivela versuchte sein Glück wenige Meter nach der Mittelline mit einem Sonntagsschuss, womit er Bronschhofens Goalie Marc Bahar überraschte. Auch in der Folge zeigte sich der Torhüter der Gäste alles andere als stilsicher.

Bronschhofen scheidet wegen Eigentor in Nachspielzeit aus

In der Schlussphase konnte sich kein Team eine Überzahl an klaren Chancen erspielen. Zuzwil stand dem Führungstreffer nach über 70 Minuten am nächsten: Zuerst parierte Bahar einen Weitschuss mirakulös, womit er seinen Fehler wieder gutmachte. Den anschliessenden Abpraller setzte ein Zuzwiler knapp neben das Tor.

Als sich die Zuschauer in der dritten Minute der Nachspielzeit schon auf ein Penaltyschiessen eingestellt hatten, lancierte Zuzwil einen letzten aber entscheidenden Konter: Nach einem gewonnenen Zweikampf auf der rechten Seite setzte ein Zuzwiler zum Sprint an, ehe er den Ball auf den kurzen Pfosten flankte, wo der eingewechselte Bronschhofen-Verteidiger Raffael Fischer unglücklich ins eigene Tor ablenkte.

Zuzwil zum zweiten Mal in Serie im Viertelfinal

Anschliessend gab es beim Heimteam kein Halten mehr – die Zuzwiler feierten den Treffer und wenige Sekunden später den Sieg, als hätten sie soeben den Titel gewonnen. Der FC Zuzwil ist damit wieder einmal seinem Ruf als Cupschreck gerecht worden. Wie in der vergangenen Saison schaffte es das 3.-Liga-Team in den Viertelfinal.

Diesen Frühling konnten die Zuzwiler die Partie der letzten acht Teams nicht bestreiten, da die Saison vorzeitig wegen der Coronapandemie abgebrochen werden musste. Auf wen die Zuzwiler als letztes im Cup verbliebenes Team der Region im Viertelfinal treffen werden, ist noch offen. Bronschhofen dagegen hat die grosse Chance verpasst, erstmals seit dem 26. März 2016 wieder einen Cup-Viertelfinal zu spielen.

FC Zuzwil – SC Bronschhofen 2:1 (0:0)
Gemeindesportplatz – 235 Zuschauer (Saisonrekord).
Tore: 53. Pabst 0:1. 55. Rivela 1:1. 93. Eigentor Bronschhofen 2:1.
Bronschhofen: Bahar; P. Schwager (60. Fischer), Dunjic, Ott, Pabst; Lima (70. Eigenmann), Flammer; Schwager; Guntersweiler (74. Sarantaenas), Roth, Widmer.
Zuzwil: Castiglioni; Steiner, T. Benz, Bossert, Jud; D. Kuhn; Oswald, Moser, Lekaj (75. Derungs), Rivela (70. Näf); Krucker (60. S. Benz).
Verwarnungen: 52. Lima. 83. Eigenmann (beide Bronschhofen). 90. D. Kuhn (Zuzwil).