Überraschender Lizenzentzug

Am Sonntag beginnt in Dornbirn die Österreich-Rundfahrt. Titelverteidiger Michael Albasini aus Lanterswil verzichtet auf die Teilnahme, der Sirnacher Reto Hollenstein hofft dagegen auf eine Startmöglichkeit.

Urs Huwyler
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Sirnach. 90 Minuten vor Beginn der Oberösterreich-Rundfahrt wurde dem Vorarlberg-Corratec- Team am 10. Juni durch den Internationalen Radsportverband (UCI) die Lizenz entzogen. «Es war für alle ein riesiger Schock. Für mich bedeutete dies die sofortige Heimreise. Ich kam mir wie ein Verbrecher vor, obwohl ich nichts getan hatte», erzählt der Sirnacher Reto Hollenstein, der seither den GP Pfaffnau (3. Platz) und die Schweizer Meisterschaft (9. Platz) als Einzelfahrer bestreiten musste, um die ausgezeichnete Form halten zu können.

Auflagen nicht erfüllt

Als Grund für den Lizenzentzug nannte der Internationale Radsportverband die Nichterfüllung finanzieller Auflagen. Es dürfte nicht mit der Bezahlung der Löhne, sondern den Arbeitsverträgen Schwierigkeiten gegeben haben, denn die Fahrer sollen nicht, wie vorgeschrieben, direkt beim Lizenznehmer, sondern bei einer Personal-Leasing-Firma angemeldet sein. «Ich kenne die Gründe nicht.

Sicher ist, dass es sich um kein Dopingproblem handelt», betont der im zweiten Jahr für die Vorarlberger startende Thurgauer.

Saisonhöhepunkt

Die vergangenen drei Wochen liessen sich für das Mitglied des VC Fischingen überbrücken, doch nun steht die Österreich-Rundfahrt bevor. Würde der 25-jährige Reto Hollenstein nicht zugelassen, käme dies faktisch einem Berufsverbot gleich. «Die Rundfahrt mit Start in Dornbirn bildet den Saisonhöhepunkt. Mir würde die Möglichkeit genommen, mich durch gute Leistungen andern Mannschaften zu empfehlen.

» Sollten die Gespräche mit der UCI tatsächlich negativ verlaufen, wäre Reto Hollenstein als Schweizer doppelt gestraft, denn die österreichischen Kollegen dürften wieder mit dem Nationalteam starten. Ihm bliebe jedoch erneut nur die Zuschauerrolle. «Ich kann nur hoffen, dass sich die Situation bis Sonntag löst. Trainiert habe ich trotz der Anspannung so, als wäre der Start gesichert. Die Form stimmt.»

Albasini im Engadin

Micarna Goodwill-Teamkollege Michael Albasini aus Lanterswil hätte andererseits als Titelverteidiger den Startplatz auf sicher, doch er verzichtet auf die Teilnahme, er erholt sich im Engadin. Der Giro d'Italia und die Tour de Suisse hatten nicht zuletzt wegen des schlechten Wetters und der vielen Führungsarbeit viel Substanz gekostet. Albasini wird im Herbst die klassischen Eintagesrennen bestreiten.