ÜBERFORDERUNG: Das Problem dreht sich im Kreis

Der Verkehrsablauf im Kreisel Sonnmatt ist nicht optimal: Viele Verkehrsteilnehmer wirken überfordert mit dem zweispurigen Bauwerk. Versuchsweise sind die beiden Fahrspuren nun weiss markiert.

Hans Suter
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Als Grundregel im zweispurigen Kreisel gilt: Das Fahrzeug auf der äusseren Spur hat Vortritt. Im Bild der Sonnmatt-Kreisel. (Bild: Hans Suter)

Als Grundregel im zweispurigen Kreisel gilt: Das Fahrzeug auf der äusseren Spur hat Vortritt. Im Bild der Sonnmatt-Kreisel. (Bild: Hans Suter)

Hans Suter

hans.suter@wilerzeitung.ch

Es ist Mittwochabend, 21.15 Uhr. Eine 37-jährige Autofahrerin fährt von der Toggenburgerstrasse her auf die innere Spur des Sonnmatt-Kreisverkehrs beim McDonald’s in Wil ein. Gleich­zeitig fährt ein 29-jähriger Autofahrer auf die äussere Spur des ­Kreisverkehrs ein. Als die beiden Autofahrer die gleiche Ausfahrt nehmen wollen, kommt es zur seitlichen Kollision. Der Atemlufttest wird später zeigen, dass die Dame alkoholisiert war.

Ausser dass Alkohol im Spiel war, handelt es sich bei diesem Unfall um eine Verkehrssituation, wie sie jeden Tag häufig zu beobachten ist. Kollisionen können zwar meistens im letzten Moment verhindert werden. Es bleibt beim Hupen, Vogelzeichen und Mittelfinger. Doch der Verkehrsfluss wird gestört. Das wurde auch bei der Abteilung Strassen und Kunstbauten des kantonalen Tiefbauamtes registriert.

«Hohe Anforderungen bestmöglich berücksichtigt»

«Die Lipo-Knoten funktionieren grösstenteils gut. Aufgrund der engen Platzverhältnisse, der verflechtenden Verkehrsströme und des hohen Verkehrsaufkommens zeigt sich in den Spitzenstunden, dass der Verkehr nicht überall optimal läuft», bestätigt Projektleiter Manfred Huber vom Tiefbauamt. «Ausserdem haben wir einzelne Rückmeldungen von Verkehrsteilnehmern erhalten, welche nun geprüft werden.» Es ist augenscheinlich, dass viele Verkehrsteilnehmer im doppelspurigen Kreisel überfordert sind und nicht wissen, wie sie sich zu verhalten haben. Doch wie lässt sich das Problem lösen? «Wir haben das Verkehrsverhalten zusammen mit der Kantonspolizei und den beauftragten Verkehrsplanern analysiert und die Probleme erfasst», sagt Manfred Huber. Zurzeit werden lokal Massnahmen zur Verbesserung des Verkehrsablaufs geprüft. Beim Kreisel Sonnmatt und dem nahe gelegenen Kreisel Freudenau auf der Georg-Renner-Strasse wurden diese Woche die überbreite Fahrbahn zweistreifig mit einer weissen gestrichelten Linie markiert. Beim wenige Meter entfernten Kreisel Wilfeld auf der Flawilerstrasse, der den Verkehr von Schwarzenbach her wahlweise in Richtung Autobahn, Toggenburg oder Rickenbach und Wil führt, wurde laut Huber eine zusätzliche Vorsignalisation angebracht, um die frühzeitige Orientierung zu verbessern. «Die hohen Anforderungen an diese Knoten wurden bei der Projektierung bestmöglich berücksichtigt», ist der Ingenieur überzeugt. Lokale Optimierung sollen bis zum Deckschichteinbau im Juni abgeschlossen sein.