Über Gott, die Welt und die Kunst

WIL. Am Dienstagabend folgten rund 30 Vereinsvertreter und Private aus der Wiler Kulturszene einer Einladung der städtischen Fachstelle Kultur. Diese hatte zum informellen Kulturcafé in die Stadtbibliothek eingeladen.

Christof Lampart
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In lockerer Runde wurden am ersten Wiler Kulturcafé viele intensive Gespräche über die Vereinsgrenzen und Kunstgenres hinweg geführt. (Bild: Christof Lampart)

In lockerer Runde wurden am ersten Wiler Kulturcafé viele intensive Gespräche über die Vereinsgrenzen und Kunstgenres hinweg geführt. (Bild: Christof Lampart)

Es war ein Versuch mit ungewissem Ausgang. Würden überhaupt viel mehr als gerade nur die Organisatoren kommen, wenn die städtische Fachstelle Kultur zum Kulturcafé einlädt? Kennt man sich in der Äbtestadt unter den Kunstschaffenden nicht schon zur Genüge und weiss um die gegenseitigen Freuden und Sorgen als Kunstschaffende?

Ein wenig unerwartet

Letzteres mag im Grossen und Ganzen zwar durchaus zutreffen. Doch die Tatsache, dass 30 Personen aus den unterschiedlichsten Kunstrichtungen während mehr als eineinhalb Stunden einfach einmal in lockerer Runde zusammen sassen und bei Kaffee und Mineralwasser über Gott, die Welt und – natürlich – die Kunst plauderten, fand die Leiterin der Stadtbibliothek, Irène Häne, «einfach toll und, in diesem Masse, eigentlich auch ein wenig unerwartet.» Ähnlich äusserte sich Wils Stadtpräsidentin Susanne Hartmann-Gillessen, welche sich in diesen 90 Minuten ohne Halbzeitpause für einmal den «Hut» der Präsidentin der städtischen Kulturkommission aufgesetzt hatte. «Dass so viele kommen, hat mich überrascht. Wären es sechs oder sieben gewesen, wäre ich auch nicht enttäuscht gewesen», so Hartmann.

Beatles, Concordia, Yamato

Und auch der städtischen Kulturbeauftragten Kathrin Dörig war unschwer anzusehen, dass sie mit dem Aufmarsch mehr als zufrieden war, strahlte sie doch praktisch nonstop über das ganze Gesicht.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde, bei der jeder seinen Namen und seine Funktion sagte, ging es schon gleich ans ungezwungene Sich-näher-Kennenlernen. Da kam ein Duo des Männerchors Concordia mit dem Vertreter des Schweizerisch-Japanischen Kulturvereins Yamato ins Gespräch, die Wiler Stadttambouren tauschten sich mit den Verantwortlichen der erst vor kurzem gegründeten Interessengemeinschaft Kultur Wil aus und die Leiterin der Kunsthalle Wil, Gabrielle Obrist, unterhielt sich angeregt mit dem Team des Wiler Vereins Nice Time Productions, welcher demnächst mit dem aufwendig produzierten Beatles-Musical «All you need is love» (Premiere am 9. April in Fürstenlandsaal in Gossau) in der ganzen Schweiz auf Tournée gehen wird. «Obwohl wir ein Wiler Verein sind, sind wir vielleicht in der Öffentlichkeit nicht so bekannt, weil wir einfach grössere Sachen machen, die über die Region hinaus ausstrahlen. Umso wichtiger sind für uns aber solche lockere Treffen wie das heutige, denn das bringt uns wieder in Kontakt mit anderen Vereinen, was wir sehr schätzen, da wir hier unsere Wurzeln haben», erklärte Nice-Time-Productions-Chef Martin Tscharner.

Rosmarie Benz von der IG Kultur wollte diesen «Abend, der mit wenig Aufwand viel zu bringen scheint», nicht missen, und auch ThurKultur-Präsident Hans Suter zog für sich eine positive Bilanz, konnte er doch an diesem Abend «einige interessante Begegnungen machen und wertvolle Kontakte knüpfen».

Nach diesem erfolgreichen Auftakt scheint einer weiteren Kulturcafé-Auflage kurz nach den Sommerferien 2015, also in der zweiten Augusthälfte, nichts im Wege zu stehen.

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