Über Generationen am Hamberg: Wie sich der Skilift Gähwil behaupten kann

Der Skilift Gähwil ist für viele aus der Region ein grosser Teil ihrer Kindheit. Sie lernten hier das Skifahren.

Rosa Schmitz
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Dank den idealen Schneeverhältnissen während der Saison 2018/19, waren an 38 Tagen alle Anlagen in Betrieb. (Bild: PD)

Dank den idealen Schneeverhältnissen während der Saison 2018/19, waren an 38 Tagen alle Anlagen in Betrieb. (Bild: PD)

Die Saison 2018/19 war die viert beste seit Bestehen der Sportgenossenschaft Gähwil und dessen Skilifts. Mit reinen Einnahmen aus dem Betrieb von Total 57301.40 Franken. «Alle Anlagen waren an 38 Tagen in Betrieb», sagt Betriebsleiter Theo Messmer. Der Skilift hat während 169 Stunden Gäste zum Hamberg hochgezogen. Mit dem Zauberteppich sind 34500 Personen befördert worden. «Die Investition in das Förderband kann sicher als voller Erfolg verbucht werden», resümiert Messmer. «Dank dem konnten wir klar mehr und neue Gäste willkommen heissen.» So gut besucht wie in der letzten Saison, sei der Skilift schon seit Jahren nicht mehr gewesen. Natürlich habe aber auch der sehr gute Winter mit den idealen Schneeverhältnissen viel dazu beigetragen.

Viele Fixkosten zum Decken

Das Resultat erlaubte der Sportgenossenschaft Gähwil sich den Verlustvortrag von 7356.80 Franken vollständig auszubuchen und eine kleine Einlage in die Reserven zu tätigen. «Diese Art von Gewinnspanne ist grossartig, denn wir haben jedes Jahr Fixkosten im Wert von rund 10000 bis 15000 Franken, die wir irgendwie decken müssen», sagt Verwaltungsratspräsidentin Manuela Meile. Zum Beispiel für die Versicherung, den Unterhalt, die Steuern, die Reparaturen und Bereitstellung der Anlagen. Die Fixkosten übernimmt die Sportgenossenschaft Gähwil, mit Geld, das sie beiseitegelegt hat.

Betriebsleiter des Skilift Gähwils Theo Messmer und Verwaltungsratspräsidentin Manuela Meile. (Bild: Rosa Schmitz)

Betriebsleiter des Skilift Gähwils Theo Messmer und Verwaltungsratspräsidentin Manuela Meile. (Bild: Rosa Schmitz)

Das grösste Kapital beziffert das Genossenschaftskapital. Der Verwaltungsrat ist bestrebt, immer wieder neue Genossenschafter zu gewinnen. Ein Genossenschaftsanteil beträgt 50 Franken, bei einem allfälligen Austritt wird der aktuelle Wert zurückbezahlt. Von der Gemeinde sowie dem IG Dorfverein erhält der Skilift einen jährlichen Beitrag. Je nach Jahr deckt das Geld einen kleinen bis grösseren Teil der Kosten. Genau könne man es aber nie voraussagen. Meile:

«Den Schnee kann man leider nicht budgetieren.»

Zwei bis Drei Wochen muss genug Schnee liegen

Einige Reserven hat der Skilift ansammeln können. Das schafft Sicherheit. «Wir könnten schon zwei bis drei Jahre überleben, wenn das Wetter mehrere Saisonen hintereinander nicht mitspielen würde», sagt Messmer. Allerdings: Viele der Kosten sind schon zu zahlen, bevor der Schnee überhaupt kommt. Für eine gute Saison müssen die Pisten zwei bis drei Wochen genügend beschneit sein. Der Skilift betreibt keine Schneekanonen. Alles hängt somit ab von Naturschnee. Da die Talstation nur auf 750 Metern und die Bergstation auf 905 Metern liegt, es eben tiefer wärmer ist als hoch oben, fehlt es oft an den gewünschten Schneemengen. Schneit es früh genug, animiert es die Leute umso mehr, Saisonkarten zu kaufen. Für das Budget ist das ein Vorteil.

«Wird die Saison witterungsbedingt mehrmals unterbrochen, bedeutet dies ein grösserer Aufwand und höhere Kosten, als wenn die Anlagen ohne Unterbruch betrieben werden können.»

Die Mehrzahl der Besucher kommt direkt aus der Region. Manche freilich reisen aus dem Unterland oder aus dem Zürcher Oberland an. «Es sind vor allem Familien mit Kindern, die Skifahren lernen, die zu uns kommen», erklärt Meile. Oftmals kämen Leute, die selber in Gähwil Skifahren gelernt hätten, als sie klein waren, zurück, um ihre Kinder oder sogar Enkelkinder hier zu unterrichten. «Sie haben eine tiefe Verbundenheit mit diesem Ort – der Skilift ist ein Teil ihrer Kindheit», sagt Meile. Übernachten würde aber keiner von ihnen in Gähwil. Es seien alles Tagesgäste.

Mit dem Zauberteppich sind im vergangenen Jahr 34500 Personen befördert worden. (Bild: PD)

Mit dem Zauberteppich sind im vergangenen Jahr 34500 Personen befördert worden. (Bild: PD)

Landwirte, Hausfrauen und Pensionäre im Einsatz

Der Skilift Gähwil ist den Betreibern und vielen Gästen eine Herzensangelegenheit. «Für viele gilt er als Art Dorfgemeinschaft, da auch die Geselligkeit im Kiosk-Beizli nicht zu kurz kommt», schwärmt Meile. Die vier bis sechs Angestellten, die jedes Jahr gebraucht werden, sind meist Landwirte, Hausfrauen und Pensionäre, die flexibel ihre Einsätze leisten. Zusätzlich kämen je nach Saison mehrere Freiwillige dazu, die bei Engpässen zur Verfügung stehen.

Wie viel der Skilift in diesem Jahr einbringen wird, lässt sich nicht abschätzen. «Das ist der schwierigste Teil dieses Geschäfts», sagt Meile. Es gebe einfach keine Möglichkeit, vorherzusagen, mit was man am Ende der Saison davonkommen würde – Gewinn oder Verlust.