Über 1000 Unterflurbehälter

REGION. Der Kübelsack vor dem Haus hat ausgedient. In Stadt und Region Wil sind fast flächendeckend Unterflurbehälter geplant oder schon installiert. Bis zu 200 weitere könnten 2016 dazukommen.

Simon Dudle
Merken
Drucken
Teilen
In Wil soll es am Freitagmorgen schon bald nicht mehr so aussehen. (Bild: Hans Suter)

In Wil soll es am Freitagmorgen schon bald nicht mehr so aussehen. (Bild: Hans Suter)

Was in diversen Schweizer Städten und Regionen bereits Standard ist, kommt nun auch im Raum Wil: der Abfall wird im Boden versenkt und dort zwischengelagert. «Es zeichnet sich ab, dass künftig mehr als 1000 Unterflurbehälter die 35 Gemeinden des Zweckverbands Abfallverwertung Bazenheid schmücken werden», sagt Claudio Bianculli, Vorsitzender der Geschäftsleitung des ZAB. Der Siegeszug der unterirdischen Abfall-Zwischenlagerung hat auch die Region längst erfasst. In Münchwilen oder Bazenheid sind die ersten halbversenkten Unterflurbehälter in Betrieb. Im ganzen ZAB-Entsorgungsgebiet sind es bereits über 100 Stück.

ZAB investiert sechs Millionen

Die nächsten werden folgen. Mit wenigen Ausnahmen sind für alle Gemeinden des ZAB die Konzepte für die Unterflurgebinde ausgearbeitet worden beziehungsweise jetzt in Bearbeitung. In der Stadt Wil werde die Thematik wohl nächstes Jahr aktuell, sagt Bianculli.

Und so läuft es konkret ab: Aufgrund des Sammeldienstes hat der ZAB eine Bestandesaufnahme gemacht, wo die Säcke an die Strasse gestellt werden und wo es Container gibt. Daraus resultiert ein Konzept mit möglichen Standorten der unterirdischen Behälter. Dieses wird an die Gemeinden abgegeben, die dann das weitere Vorgehen bestimmen – auch den Zeitpunkt der Umsetzung. Die Kommunen müssen zum Beispiel abklären, ob die Umsetzung an den vorgeschlagenen Standorten überhaupt möglich ist, oder ob allenfalls eine bestehende Werkleitung dies verhindert. Der ZAB finanziert die Unterflurbehälter und lässt sich dies laut Bianculli in den nächsten Jahren zwischen fünf und sechs Millionen Franken kosten. Ein Teil davon kommt von den Sackgebühren. Die Tiefbauarbeiten werden durch die Gemeinde finanziert.

Auch kritische Stimmen

Für das Jahr 2016 hat der ZAB eine Million Franken für Unterflurbehälter ins Budget genommen, womit 200 Stationen gebaut werden können. Der ZAB empfiehlt das System «halbversenkt», bei dem die Betonhülle noch zu sehen ist. Gewisse Gemeinden wie etwa Zuzwil werden aber auf «vollversenkt» setzen. Hierbei ist nur die Einwurf-Öffnung zu sehen. In einzelnen Gemeinden ist die Konzepterarbeitung erst im nächsten Jahr vorgesehen.

Nicht überall herrscht aber Freude über die neuen Behälter. In Aadorf wird die Abfallentsorgung bis auf weiteres oberirdisch erfolgen, da der Gemeinderat keinen Mehrwert in den Unterflurbehältern sieht. Es seien noch zu viele Fragen offen, um das Projekt zu forcieren, liess die Aadorfer Behörde verlauten. In Zuzwil kam Kritik aus der Bevölkerung, weil man den Abfall künftig weiter bis zur Sammelstelle tragen müsse. «Das ist ein Schwachpunkt des neuen Systems. Es überwiegt aber, dass man den Abfallsack während 24 Stunden wegbringen kann und die persönliche Flexibilität erhöht wird. Wo man Unterflur bereits eingeführt hat, gibt es keine kritischen Stimmen», sagt Bianculli. Das ist wohl ein Grund, weshalb auch in Zuzwil schon bald Unterflurbehälter installiert werden – geplant sind über 30 Stück in der ganzen Gemeinde.

Ein Unterflurbehälter Marke «halbversenkt» in Bazenheid. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Ein Unterflurbehälter Marke «halbversenkt» in Bazenheid. (Bild: Beat Lanzendorfer)