Ü50 trifft auf U25

VOLLEYBALL. Die langen Recken der Ü50-Schweizer-Nationalmannschaft im Volleyball trainierten am Wochenende in Wil. In einem Testspiel gegen das 2.-Liga-Team des STV St. Gallen wurden neue Kombinationen und Aufstellungen ausprobiert.

Monique Stäger
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Vincent Kerkhof (Angriff) spielt im 1.-Liga-Team des STV Wil und in der Ü50-Nationalmannschaft. (Bild: mst)

Vincent Kerkhof (Angriff) spielt im 1.-Liga-Team des STV Wil und in der Ü50-Nationalmannschaft. (Bild: mst)

Schon beim Einschlagen war klar: Die Globalboys – das Ü50-Schweizer-Volleyball-Nationalteam – hat technisch einiges zu bieten. Zwar hatten die Bälle der Gegner in dieser Phase des Aufwärmens oftmals die grössere Durchschlagskraft, doch die überragende Körpergrösse der Globalboys glich dies aus: Sie griffen sozusagen eine Etage höher an. «Da werden wir uns im Block halt strecken müssen», so der Kommentar des St. Galler Trainers Ovidiu Adam. «Dafür sind wir ja jünger», setzte er mit einem Augenzwinkern nach. Jünger, das ist das Team der St. Galler definitiv: im Durchschnitt knapp halb so alt wie der Gegner.

Block und Annahme

Bereits im ersten Satz der Begegnung zeichnete sich ab, dass die Serviceannahmen und die Blockleistungen die Schlüsselelemente des Spielverlaufs sein werden. Der STV St. Gallen brachte die Gastgeber mit druckvollen und präzise gespielten Servicebällen in Bedrängnis. Durch die Erfahrung des umsichtig und konzentriert agierenden Passeurs Mustafa Issa kamen die Globalboys jedoch regelmässig zum Angriff und konnten sich Punkte auf ihr Konto gutschreiben lassen. Im Gegenzug scheiterten die Angriffe der St. Galler häufig am Block des Zweimeter-Hünen Vincent Kerkhof.

Der Mittelblocker ist im Wiler Volleyball ein bekanntes Gesicht. Mit der ersten Mannschaft des STV Wil schaffte er in der vergangenen Saison den Aufstieg in die 1. Liga. Die Gäste steigerten den Servicedruck im Verlauf des Satzes immer mehr und zwangen die Golbalboys zu akrobatischen Rettungsaktionen und in der Folge auch vermehrt zu Fehlern. Äusserst knapp, mit 25:23 entschieden die Gastgeber den ersten Satz für sich, der zweite Satz ging mit dem gleichen Resultat an die St. Galler.

Waren es bis dahin die Globalboys – massgeblich Vincent Kerkhof – , die zu Blockpunkten kamen, so änderte sich dieses Bild im dritten Satz. Die ungenauen Annahmen des Ü50-Nationalteams liessen oftmals nur Pässe auf die Aussenpositionen zu. Das Spiel war so für die Gäste leicht zu lesen und der Angriffsball der Globalboys donnerte immer häufiger in den St. Galler Block. Das anfangs ausgeglichene Spiel wurde nun von den Gästen dominiert. Schliesslich gewannen das Team des STV St. Gallen dieses freundschaftlich geprägte Testspiel mit 3:1 Sätzen.

Der Weg nach St. Georges

Das Ü50-Nationalteam will in den nächsten Monaten in Trainings und Testspielen an der Technik und Taktik feilen. Im Herbst in Turin (Italien) wird an den World Masters Games eine weitere Standortbestimmung bei internationalen Begegnungen möglich sein.

Bis zur Senioren-Weltmeisterschaft im US-amerikanischen St. Georges bleiben noch 15 Monate. Dort konnten sich die Globalboys im 2012 gegen das Team Kanada die Bronzemedaille sichern und zusammen mit den USA und dem Team aus Russland auf's Treppchen steigen. Dies wollen sie wiederholen.

Bild: MONIQUE STÄGER

Bild: MONIQUE STÄGER