Turnshow mit prominenten Gästen: Pablo Brägger zu Gast beim STV Oberbüren

Die Unterhaltung des STV Oberbüren fand trotz Corona-Virus statt und wurde vom Publikumsaufmarsch überrannt.

Christof Lampart
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Der Oberbürer Gemeindepräsident Alexander Bommeli interviewt Spitzenturner Pablo Brägger.

Der Oberbürer Gemeindepräsident Alexander Bommeli interviewt Spitzenturner Pablo Brägger.

Bild: Christof Lampart

Wegen des grassierenden Corona-Virus scheint es gegenwärtig zwei Arten von Veranstaltungen zu geben: Jene, die komplett abgesagt werden, und jene, die doppelt profitieren, denn sie finden nicht nur statt, sondern stossen zugleich auf ein grosses Publikumsinteresse, weil ansonsten deutlich weniger Kultur- oder Sport-Events stattfinden.

Die Oberbürer Turnshow 2020 gehörte eindeutig zu den Letzteren, musste doch noch ein wenig nachgestuhlt werden, sodass schliesslich etwas über 400 Turnsportbegeisterte sich im Oberstufenzentrum Thurzelg eingefunden hatten.

Auch Co-Präsidentin Sandra Oberholzer, die zum «Sportaktuell»-Jingle das Publikum begrüsste, war ein wenig baff: «Nachdem wir gestern Nachmittag noch gar nicht wussten, ob wir heute unsere Turnshow zeigen können, fühlen wir uns jetzt etwas überrannt.»

Viel zum Lachen gehabt

Am Ende hatte sich der Abend nicht nur für den Veranstalter gelohnt, sondern auch für die Zuschauerschar. Denn die Turnriegen – von den kleinsten Piccolos bis hin zur Damenriege – sorgten mit ihren ebenso bunten wie auch bemerkenswerten Darbietungen dafür, dass es bei diesem «Sportpanorama» nicht nur viel zu sehen, sondern auch zu lachen gab. So regte eine «Dreifachschaltung» zwischen einem Fussballländerspiel, einer Gesundheitssendung und einer Tier-Doku, die jeweils so genau geschaltet wurden, dass es an lustigen Wortfolgen nicht mangelte, ebenso zu Heiterkeitsausbrüchen an wie auch die launige Ski-Reportage, die dem Cabaret-Rotstift-Klassiker «Am Skilift» nachempfunden war.

Ein Höhepunkt des Abends waren die Interviews, welche das «STV Sportaktuell» mit der jungen Diskuswerferin Chantal Tanner und dem internationalen Spitzenturner Pablo Brägger durchführte – schliesslich handelte es sich bei den beiden um Einheimische.

Tanner will Vollprofi werden

Gefragt, was sie sich für sportliche Ziele gesetzt habe, erklärte Chantal Tanner, dass sie gerne an den grossen internationalen Meisterschaften teilnehmen würde. Allerdings laboriere sie gegenwärtig an einer Stressfraktur im Fuss.

Schön wäre es, wenn sie irgendwann als Vollprofi unterwegs sein könnte, denn «dann hätte ich mehr Zeit für die Regeneration». Denn aktuell sei es schon schwer, Arbeit und Spitzensport unter einen Hut zu bringen. «Ich trainiere neunmal in der Woche, davon viermal in Zürich. Da bin ich dann jedes Mal vier Stunden unterwegs, um zwei Stunden zu trainieren; das ist nicht optimal», sagte Chantal Tanner. Und was fasziniert sie so am Diskuswerfen? «Das ist wie Tanzen, denn wenn man den Diskus richtig wirft, dann ist das eine ganz rhythmische Sache.»

Harte Vorbereitung auf die Olympischen Spiele

Auf ganz andere Rahmenbedingungen kann der Reck-Europameister von 2017, Pablo Brägger, zählen, der gegenwärtig als Vollprofi den Olympischen Spielen in Tokio entgegenfiebert und dafür in Magglingen eisenhart trainiert. Umso froher ist er, wenn er am Wochenende mal ein wenig in Oberbüren durchschnaufen kann. «Wenn ich nach Hause komme, ist das immer gleichbedeutend mit Abschalten und Erholung.» Das «Feuer» lodere in ihm heute noch genauso stark wie in den vergangenen Jahren. «Ich bin auf Kurs», erklärte er selbstbewusst.

Warum er am Boden und am Reck so stark ist, konnte er jedoch nicht genau sagen: «Diese Disziplinen liegen mir einfach am besten.» Angst, dass das Corona-Virus die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele beeinträchtigen könnte, hat Brägger nicht. «Ich habe vor, in der nächsten Woche an einen Wettkampf in die Staaten zu fahren. Ob er stattfindet, weiss ich nicht, aber ich bereite mich so darauf vor, wie wenn er stattfinden wird. Wir dürfen uns vom Virus nicht verrückt machen lassen.»