TURBULENT: Kirchenpräsident tritt zurück

Die Evangelische Kirchgemeinde Münchwilen-Eschlikon kommt nicht zur Ruhe. Zwar hat sie mit Uwe John einen neuen Pfarrer, nun tritt aber Kirchenpräsident Peter Gunz ab.

Christoph Heer
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Kirchenpräsident Peter Gunz kommt der Rücktrittsaufforderung durch die Kirchenvorsteherschaft und die beiden Pfarrer nach. (Bilder: Christoph Heer)

Kirchenpräsident Peter Gunz kommt der Rücktrittsaufforderung durch die Kirchenvorsteherschaft und die beiden Pfarrer nach. (Bilder: Christoph Heer)

Christoph Heer

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Die 90 Stimmberechtigten erlebten am Mittwochabend eine kurze Budgetgemeindeversammlung. Was behandelt wurde, hätte aber auch eine stundenlange Angelegenheit werden können. Doch es kam anders, denn sowohl die Wahlen als auch das Budget und die weiteren traktandierten Geschäfte wurden vom Souverän ganz klar und allesamt mit grosser Mehrheit abgesegnet.

Für Aufsehen hatten jüngst die Diskussionen um die Pfarrwahl gesorgt. Die Pfarrwahlkommission und die Behörde der Evangelischen Kirchgemeinde Münchwilen-Eschlikon waren sich nicht einig. Die Behörde empfahl schliesslich den Pfarrkandidat Uwe John zur Wahl. Damit stellte sich die Behörde gegen die Wahlempfehlung der Pfarrwahlkommission. Das Resultat vom Mittwochabend schliesst dieses Kapitel nun endgültig, denn Uwe John – er predigt bereits seit letztem August in Münchwilen – erhielt 83 Stimmen und einen kräftigen Applaus. Weitere Diskussionen waren somit überflüssig. Uwe John freut sich auf die kommenden Aufgaben. «Dieses positive Resultat freut mich sehr. Das ist ein toller Vertrauensbeweis und eine hervorragende Basis für die weitere Zusammenarbeit», sagte John kurz nach seiner Wahl.

Heini Krauer ersetzt Jakob Bösch

Durch den Rücktritt aus persönlichen Gründen nach kurzer Amtsdauer hinterliess Jakob Bösch im vergangenen September eine Lücke in der Kirchenvorsteherschaft. Diese konnte geschlossen werden mit der Wahl des Münchwilers Heini Krauer. Auch er erhielt 83 Stimmen, nachdem er sich auf Wunsch eines Anwesenden persönlich vorgestellt hatte. Eigentlich wäre das evangelische Kirchenschiff nun bereit gewesen für eine ruhigere Zukunft nach den jahrelangen Querelen mit Rücktritten und Wechseln. Doch die Reise in den unruhigen Gewässern geht weiter.

Im Februar 2016 wurden an der Urne die Behördenmitglieder Marléne Högger (Vizepräsidentin), Emil Hörnlimann, Elisabeth Linder, Jakob Bösch und als Präsident Peter Gunz gewählt. Dies für die Amtsdauer 2016 bis 2020. «Bei einer Aussprache im Dezember mit der Dekanin Esther Walch bin ich von der Kirchenvorsteherschaft und den beiden Pfarrern zum Rücktritt aufgefordert worden. Ich werde diese Rücktrittsforderungen annehmen und mein Amt per Ende Mai 2017 niederlegen», sagte Peter Gunz. Der Ankündigung folgte betretenes Schweigen in den Kirchbänken – keine Wortmeldungen, keine Fragen.

Der zeitliche Rahmen passt

Gunz hat eine Amtszeit hinter sich, die von Unruhen und Personalwechseln geprägt ist. «In meiner Zeit als Präsident konnten Mitarbeiter, Behördenmitglieder und auch zwei Pfarrer angestellt werden. Mein Rücktritt ist beschlossene Sache und für mich kein Beinbruch, im Gegenteil. Nach privaten Veränderungen passt nun der zeitliche Rahmen. Trotzdem werde ich mich Ende Mai mit ein bisschen Wehmut verabschieden.» Nach dem Bekanntwerden seines Rücktrittes erhielt Gunz Sympathiebekundungen von den Anwesenden.