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TTC Wil möchte Titel-Hattrick und auf Legionäre verzichten

Der Tischtennisclub Wil kann am Samstag zum dritten Mal hintereinander Schweizer Meister werden. In der nächsten Saison ist dann aber einiges anders. Der Klub wird über einen Drittel seines Budgets in den Nachwuchs umverteilen und fast ganz auf Legionäre verzichten.
Simon Dudle

Nur noch ein Sieg trennt den Tischtennisclub Wil vom dritten Titelgewinn in Folge, vom Sechsten der Klubgeschichte. Morgen Samstag heisst der Gegner Rio-Star Muttenz – womit sich ein Kreis schliesst. Rund vier Jahre ist es her, seit im Vorstand des TTC Wil der Gedanke gereift war, mehr Spannung in die Schweizer Tischtennis-Szene zu bringen. Zu jenem Zeitpunkt hatte Muttenz elfmal hintereinander den Meisterpokal in die Höhe gestemmt und die NLA nach Belieben dominiert. Ausgerechnet Christian Hotz trieb die Idee voran, dies zu ändern. Ausgerechnet Hotz, der mit den Baselbietern im Jahr 2004 erstmals in deren Vereinsgeschichte in die NLA aufgestiegen war, in der Folge dreimal hintereinander Schweizer Meister geworden war und dann nach einem Abstecher nach Deutschland im Jahr 2008 in Wil die Leaderrolle übernommen hatte.

Um Muttenz die Stirn zu bieten, musste auch der TTC Wil ausländische Spieler verpflichten. Es war ein kostenintensives Unterfangen, das wie folgt funktioniert: Am Freitagabend werden die Legionäre eingeflogen und es gibt ein gemeinsames Training, ehe am Samstag und Sonntag eine Doppelrunde gespielt wird. Mindestens die Hälfte aller Partien muss ein Legionär in der Qualifikation absolviert haben, um in den Playoffs spielberechtigt zu sein. Der Plan der Wiler ging auf und schon im ersten Jahr ihres Projekts konnte 2016 der Meistertitel gefeiert werden – im Final gegen Muttenz.

Teamchef sieht leichte Vorteile

Da mit dem Essen der Hunger kommt, wurde das Projekt verlängert. Zweimal. Vor Jahresfrist konnte im Final Kloten besiegt werden. Nun besteht die Möglichkeit auf das Triple. Hotz sieht die eigene Mannschaft «leicht im Vorteil», obwohl bei Muttenz mit den beiden Chinesen Jiashun Hu und Chengbowen Yang die Nummern eins und drei des Schweizer Rankings an der Platte stehen. Doch die Wiler brauchen sich nicht zu verstecken, stellen sie doch mit dem Briten Andrew Rushton, dem Letten Matiss Burgis und dem Schweden Fredrik Möller die Nummern, zwei, acht und fünfzehn des aktuellen Rankings. Den leichten Wiler Vorteil sieht Hotz, weil sein Team erstmals seit Projektbeginn als Qualifikationssieger in die Playoffs gestartet ist und in dieser Saison gegen Muttenz einen 6:0-Sieg gefeiert hat, ohne dabei einen einzigen Satz zu verlieren.

Für beide Teams wird am Samstag einiges neu sein. Denn der Modus wurde angepasst. Mussten bisher in der finalen Entscheidung mindestens ein Spiel gewonnen und ein Unentschieden erreicht werden, um Meister zu sein, so fällt neu die Entscheidung in einer einzigen Partie. Superfinal nennt sich dieses Format, das auch in anderen Sportarten wie dem Unihockey eingeführt worden ist. Spielort ist morgen ab 14 Uhr die Dreifachhalle Breite in Schaffhausen. Parallel zum Vergleich zwischen Wil und Muttenz wird der Final der Frauen ausgetragen. In diesem treffen Neuhausen und Kloten aufeinander. Mit diesem Format soll die Spannung für die Zuschauer erhöht werden – und eine richtige Meisterfeier am Samstagabend möglich sein. Bis anhin «musste» jeweils am Sonntagabend gefeiert werden, um dann am Montag wieder im Büro zu erscheinen.

Legionäre gehen, Schweizer Meister kommt

Wie das Spiel auch immer endet: Die Herren Rushton, Burgis, Möller und Hotz werden zum letzten Mal in dieser Formation spielen. Denn am Samstag geht das Wiler Projekt zu Ende. Im Vorstand wurde einstimmig beschlossen, die Philosophie des Klubs anzupassen. Will heissen: Weniger internationaler Flair und Glamour, dafür mehr heimisches Schaffen. Mit Rushton und Burgis verlassen die beiden Zugpferde den Klub. Möller wird merklich reduzieren, steht aber als Ersatzspieler noch zur Verfügung. Was nicht zwangsläufig heissen muss, dass der TTC Wil im Mittelmass versinken wird. Verpflichtet wurde immerhin der aktuelle Schweizer Meister Elia Schmid von Kloten, das absteigen wird. Schmid ist aktuell der viertbeste Akteur der Schweizer Liga und spielt auf dem höchstmöglichen Level A20. Zudem kommt Simon Schafter, der zuletzt in Frankreich aktiv war und das Level A17 hat. «Er ist stärker einzustufen und ich würde ihn als A19 sehen», sagt Hotz. Er selber wird nächste Saison die Klassierung A20 haben und die Nummer zwei der Wiler sein.

Doch warum das Umdenken? «Wir wollen mehr Schweizer Spieler, um den Zusammenhalt im Klub zu fördern. Für den Gesamtverein haben die Legionäre wenig Nutzen», sagt Hotz. Die Finanzen sind auch ein Faktor. Zwar wird die Höhe des Budgets nicht kommuniziert. Hotz gibt aber zu Protokoll, dass dieses um mehr als ein Drittel in den Nachwuchs umverteilt wird. Es ist also gut möglich, dass für den TTC Wil morgen für geraume Zeit die letzte Chance auf einen Titelgewinn sein wird.

Für den Wiler Teamcaptain Christian Hotz wird es ein spezieller Final: Mit Wil und Gegner Muttenz wurde er schon mehrfach Meister. (Bild: PD)

Für den Wiler Teamcaptain Christian Hotz wird es ein spezieller Final: Mit Wil und Gegner Muttenz wurde er schon mehrfach Meister. (Bild: PD)

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