TTC Wil gelingt ein Toptransfer

TISCHTENNIS. Der NLA-Verein hat auf den Abgang von Norbert Tofalvi nicht nur schnell reagiert, sondern auch erfolgreich. Es ist den Äbtestädtern gelungen, Pierre-Luc Thériault zu verpflichten. Der 21jährige Kanadier verfolgt mit Wil ehrgeizige Ziele.

Urs Nobel
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Die Wiler Neuverpflichtung dürfte für ihren zukünftigen Verein viele wertvolle Punkte sammeln. (Bild: pd)

Die Wiler Neuverpflichtung dürfte für ihren zukünftigen Verein viele wertvolle Punkte sammeln. (Bild: pd)

TISCHTENNIS. Den «normalen» Sportinteressierten wird die Meldung, dass ab nächster Saison die Weltnummer 264 beim Tischtennisclub Wil spielen wird, kaum gross beeindrucken. Dass der 21jährige Kanadier aber angibt, mit dem TTC Wil Schweizer Meister werden zu wollen, schon eher. Die Äbtestädter sind in der eben zu Ende gegangenen Saison in den Playoff-Halbfinals vorzeitig ausgeschieden.

Der TTC Wil wurde empfohlen

Dafür, dass der Kanadier Pierre-Luc Thériault nächste Saison für den TTC Wil antritt, sind persönliche sportliche Gründe massgebend. «Ich suchte nach einem Verein, der in einer hohen Liga vertreten ist, damit ich möglichst schwere und hochstehende Spiele bestreiten kann. Zugleich suchte ich nach einem Verein, bei dem ich mich wohl fühlen kann. Der mehrfache Schweizer Meister Nicolas Mohler hat mir den Verein empfohlen und hat offenbar nicht übertrieben. Der TTC Wil ist in der Schweiz eine sehr gute Adresse.»

Dichter Wettkampfkalender

Pierre-Luc Thériault sieht es für sich als Vorteil, dass in der Schweiz in der Nationalliga A jeweils an einem Wochenende zwei Meisterschaftsspiele ausgetragen werden. Dies komme ihm mit seinem dichten Wettkampfkalender sehr entgegen. Der Kanadier will sich nebst der Meisterschaft auch an World-Tour-Turnieren beteiligen und die Olympiaqualifikation bestreiten. Ein Vorteil, der für den TTC Wil auch ein Nachteil sein kann. Thériault wird möglicherweise genau dann einmal fehlen, wenn für die Äbtestädter wichtige Spiele anstehen. Dass der Kanadier sich aber auch an hochklassigen Turnieren im Ausland beteiligt, hat wiederum den Vorteil, dass er stets fit ist und sich in Wettkampflaune präsentieren kann.

Thériault hat schon früh mit Tischtennisspielen begonnen, obwohl er zusammen mit seinem Bruder zuerst auch Fussball, Hockey, Skifahren und Tennis ausprobierte. «Schliesslich war es meine Mutter, die meinen Bruder und mich für ihre Sportart begeistern konnte.» Thériaults Mutter spielte früher selber Tischtennis und nahm sich ihrer beiden Buben als Trainerin an. Offensichtlich mit dem entsprechenden Erfolg. Der neue TTC-Wil-Spieler bezeichnet den Gewinn der Nordamerikanischen Meisterschaft im Einzel im Jahre 2012 als auch den Sieg im Nordamerika-Cup im selben Jahr als seine grössten Erfolge. Damit verbunden war auch die Qualifikation für den World Cup.

Zehn Trainingseinheiten

Pierre-Luc Thériault lebt zurzeit in Saarbrücken (D), wo er mit der ersten Mannschaft (1. Bundesliga) des 1. FC Saarbrücken sowie mit vielen anderen guten Spielern trainieren kann. «In der Regel haben wir in der Woche zehn Tischtennis-Trainingseinheiten, alle dauern jeweils rund zweieinhalb Stunden. Dazu kommen zwei bis drei Fitnesstrainingseinheiten mit einem Personaltrainer.» An der nötigen Form und Fitness sollte es der Wiler Neuerwerbung also nicht fehlen. Diese benötigt sie auch – nebst dem spielerischen Können –, wenn die persönliche Zielsetzung mit dem neuen Verein eintreffen soll. Diese lautet schlicht und einfach: «Ich will mit dem TTC Wil Schweizer Meister werden.» Trotz seinem jungen Alter will Thériault die Leaderrolle im neuen Team übernehmen und seinen Mitspielern Druck wegnehmen.

Revanche ist angesagt

Böse Zungen behaupten aber auch, dass Thériault nur deshalb ein Engagement in der Schweiz eingegangen sei, weil ihm dann die Möglichkeit geboten wird, nochmals auf den Schotten Gavin Rumgay (WR 228) zu stossen und erfolgreich Revanche für die erlittene Niederlage bei den Commonwealth Games 2014 nehmen zu können. Rumgay spielt beim Aufsteiger CTT UGS-Chênois. «Das ist nicht der Hauptgrund, warum ich in der Schweiz spielen werde, aber ich wäre natürlich nicht abgeneigt, wenn ich nächste Saison erfolgreich Revanche nehmen könnte. Eine leichte Aufgabe wird das Unterfangen aber nicht, da Rumgay ein sehr starker Spieler ist. Dennoch glaube ich, dass ich gegen ihn gewinnen kann.»

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