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Trotz Preiszerfall: Keine Probleme mit dem Altpapier in der Region Wil

Die Preise für Altpapier und Karton auf dem Weltmarkt sind zusammengebrochen. Während Länder wie die USA stöhnen und Karton zum Teil auf Deponien entsorgen, gibt es in der Region Wil keine Probleme. Auch dank der Sammeldisziplin.
Hans Suter
Der ZAB führt jährlich gegen 11'000 Tonnen Altpapier und Karton der Wiederverwertung im Inland und dem grenznahen Ausland zu. (Bild: Nana do Carmo)

Der ZAB führt jährlich gegen 11'000 Tonnen Altpapier und Karton der Wiederverwertung im Inland und dem grenznahen Ausland zu. (Bild: Nana do Carmo)

«Die Sammeldisziplin ist sehr gut, Papier und Karton werden sauber getrennt bereitgestellt», lobt Geschäftsführer Claudio Bianculli die Haushalte im Einzugsgebiet des Zweckverbands Abfallverwertung Bazenheid (ZAB). Vergangenes Jahr führte der ZAB fast 11000 Tonnen Altpapier und Altkarton der Wiederverwertung in der Papierfabrik Perlen AG in Perlen beziehungsweise der Kartonagenfabrik Model in Weinfelden und einigen Betrieben im grenznahen Ausland zu. Das Material stammt aus den Sammlungen, die der ZAB im Auftrag der Gemeinden durchführt, sowie von Privatpersonen, die es direkt an einer Easydrive-Sammelstelle abgeben.

Gemeinden erhalten 70 Franken pro Tonne

Ein gutes Geschäft im betriebswirtschaftlichen Sinn sei es zwar nicht, sagt Claudio Bianculli. Dennoch rechne es sich, ökonomisch und vor allem ökologisch. Mit den Erlösen liessen sich einerseits die Aufwendungen des ZAB decken und preisliche Marktschwankungen ausgleichen. «Anderseits können wir den Gemeinden 70 Franken pro Tonne Altpapier und Karton vergüten.»
Gesammelt wird mit den Kehrichtfahrzeugen des ZAB. Spielt da die Vermischung von Papier und Karton keine Rolle? «Es ist wichtig, dass Papier und Karton getrennt an den Sammelstellen bereitgestellt werden», betont Claudio Bianculli. Zwei Sammeltouren durchzuführen, lohne sich aber nicht. Deshalb würden Papier und Karton jeweils gleichzeitig mitgenommen. Beim Beladen komme das Papier auf die eine, der Karton auf die andere Seite des Laderaums. Entsprechend werde das Fahrzeug im Sortierwerk entladen und das getrennte Material für den späteren Transport in die Recyclingfabriken zwischengelagert. Laut Bianculli besteht das Sammelgut in der Regel zu etwa 75 Prozent aus Altpapier und zu 25 Prozent aus Karton.

Folgen in der Region noch kaum spürbar

Während es auf dem Weltmarkt seit dem Inkrafttreten restriktiver Einfuhrbeschränkungen Chinas auf dem Weltmarkt ein Überangebot gibt und die Preise ins Bodenlose gesunken sind, findet Claudio Bianculli in der Schweiz einen intakten Markt vor. «Es gibt aber Anzeichen, dass die Papierfabriken grössere Mengen an Altpapier verarbeiten könnten», sagt Claudio Bianculli. Seines Erachtens hängt dies mit den gesunkenen Auflagen der Qualitätszeitungen und den geringeren Umfängen der Gratiszeitungen zusammen. Beim Karton dagegen nehme die Sammelmenge zu. «Ich nenne das den Zalando-Effekt», sagt Bianculli in Andeutung auf das ungebremste Wachstum von Online-Einkäufen, die den einheimischen Detailhändlern das Leben schwer machen.
Gemäss einem Artikel der «NZZ am Sonntag» ist Altpapier, das in der Schweiz als Rohstoff für die Produktion von neuem Papier benutzt wird, vom globalen Preiszerfall nicht betroffen. Beim Altkarton sei der Preiszerfall zwar deutlicher, die Folgen aber noch wenig spürbar.

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