Trotz Interesse: Thurkultur verzichtet wegen Auflagen auf Bewerbung für Kulturcontainer

Die St. Galler Kantonalbank verschenkt die Kulturcontainer, welche bereits in Wil Halt gemacht haben. Obwohl der Verein Thurkultur interessiert wäre, reicht er keine Bewerbung ein.

Tobias Bruggmann
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Die Kulturcontainer in Wil bleiben wohl ein einmaliges Ereignis. (Bild: Christof Lampart)

Die Kulturcontainer in Wil bleiben wohl ein einmaliges Ereignis. (Bild: Christof Lampart)

Als kürzlich verschiedene Musikgruppen, Theatermacher und Handwerker ihr Können auf der Weierwise zeigten, war die Stimmung grossartig. Auch Thurkultur-Präsident David Zimmermann sagt: «Der Anlass war fantastisch gemacht und eine tolle Sache.» Doch wiederholen wird er sich in Wil wohl nicht – zumindest nicht in diesen Containern.

Denn die Kulturcontainer gehören der St. Galler Kantonalbank (SGKB), welche eine Tour durch die Ostschweiz organisiert hat. Für die Zeit nach der Tournee verschenkt die SGKB die Container an interessierte Gemeinden oder Organisationen. Der Verein Thurkultur wäre interessiert. Präsident David Zimmermann sagt aber: «Wir haben intensive Abklärungen getroffen und sind zum Schluss gekommen, dass es sich nicht rentiert.»

Denn die Teilnahmebedingungen der SGKB sind strikt: Der Gewinner bekommt die Container geschenkt, muss aber ein Konzept vorlegen, welches den fünfjährigen Betrieb garantiert. Dazu darf das Erscheinungsbild der Container nicht verändert werden und es darf auch keine andere Bank darauf werben.

Ein zu teures Geschenk

Für Thurkultur ist dies ein zu grosser Aufwand, da die Container auch eine neue Sound- und Beleuchtungsanlage bräuchten: «Die Gesamtkosten für diese geschenkten Container würden für uns um die 60 000 Franken betragen. Das Geld wollen wir lieber direkt in die Kultur investieren», sagt der Präsident.

Die SGKB-Sprecherin Jolanda Meyer entgegnet: «Die Container können für Verschiedenes genutzt werden, wir schreiben den Gewinnern nicht vor, was sie darin machen müssen. Da die Container sehr aufwendig produziert wurden, wollen wir mit den Bedingungen sicherstellen, dass sie langfristig und nachhaltig für eine gute Sache genutzt werden.» Doch den Thurkultur-Präsidenten Zimmermann stören noch weitere Punkte in den Wettbewerbsbedingungen: «Die SGKB macht es sich einfach. Sie bekommen eine Werbefläche, die der Gewinner dann selbst entsorgen muss.»

Denn der Gewinner darf die Container nicht an die SGKB zurückgeben - auch nach der Nutzungszeit nicht. Will der Gewinner die Container aber an Dritte weitergeben, benötigt er die Einwilligung der SGKB - auch nach der Nutzungszeit. Für die SGKB- Sprecherin ist das nur eine Vorsichtsmassnahme: «Wir wollen damit ausschliessen, dass die Container kommerziell genutzt werden oder anderweitig missbraucht werden. Leider muss man heutzutage an alle Eventualitäten denken.»

Bewerber aus dem ganzen Kanton

Das Interesse an den Kulturcontainern der SGKB ist da: «Wir haben rund ein Dutzend Bewerbungen bekommen, einige davon sind sehr vielversprechend», sagt die SGKB-Sprecherin Meyer. Ob unter den Wettbewerbsteilnehmern auch Bewerber aus der Region Wil sind, wollte die SGKB noch nicht sagen. Die Sprecherin Jolanda Meyer betont lediglich, dass aus allen Teilen des Kantons St. Gallen Bewerbungen eingegangen seien.