Trotz Coronakrise ein Rekord: Am Wiler Lehrstellenforum wurden so viele Berufe präsentiert wie niemals zuvor

Zum 22. Mal fand am Wochenende das Wiler Lehrstellenforum statt. Über 1000 Personen nahmen daran teil.

Christoph Heer
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Am 22. Lehrstellenforum im Wiler Stadtsaal präsentierten 63 Betriebe 88 verschiedene Berufsausbildungen.

Am 22. Lehrstellenforum im Wiler Stadtsaal präsentierten 63 Betriebe 88 verschiedene Berufsausbildungen.

Bild: Christoph Heer

Ganze 88 Berufe, aus 63 Betrieben, sind am 22. Wiler Lehrstellenforum vorgestellt und präsentiert worden. Kein Wunder also, dass sich manch ein Oberstufenschüler ersten, interessanten Berufseinblicken ergeben konnte. Doch das bringt auch Schwierigkeiten mit sich, denn in dieser Fülle muss man sich zuerst zurechtfinden.

Gut also, dass an jedem Stand Werbung in eigener Sache betrieben wurde – und zwar nicht nur mit kleinen Präsenten und Gratissouvenirs der jeweiligen Firmen. Normalerweise findet das Lehrstellenforum im Juni statt.

Coronabedingt wurde es, nachdem die Durchführung lange auf unsicheren Beinen stand, auf vergangenen Samstag verschoben und das letztlich mit grossem Erfolg. «Papa, ich will doch viel lieber mit Menschen zusammenarbeiten», ertönte es von einer Tochter am Stand eines Bauunternehmens. «Für eine Lehre auf der Bank sind meine Noten nicht gut genug, oder?», fragte ein anderes junges Mädchen.

Das Positive überwiegt

Die Fachpersonen an den Ständen gaben ausdauernd Auskunft über «ihren» Beruf und dem Betrieb dazu. Einer davon war der diplomierte Bodenlegermeister René Kaufmann, Eigentümer der gleichnamigen Wiler Firma.

«In diesem Jahr ist es schon sehr speziell an diesem Lehrstellenforum.»

Einerseits kämen infolge Besucherbeschränkung weniger Interessierte auf einmal daher, anderseits hätten sie dafür mehr Zeit, um sich genaustens zu informieren. «Ihr Interesse war durchgehend hoch, das ist auch für uns Gewerbetreibende motivierend», sagte er.

Ebenfalls wurden die Podien zu den Themen Schnupperlehre, Bewerbung und Lehrlingsselektion ansprechend besucht. «Pro Stunde konnten 150 Personen reingelassen werden, jede einzelne Stunde war voll ausgebucht», sagte Irene Wohlgensinger von der Berufsberatung Wil, während Mitorganisatorin Annemarie Diehl betonte, dass die Aussteller motiviert und die Besucher diszipliniert waren. «Man soll doch vor allem das Positive herausstreichen», sagte sie augenzwinkernd.

Lehrlinge informieren selbst über Berufe

Annemarie Diel, Tiziana König und Natalie Schönholzer gebührt indes das grösste Lob. Als Hauptorganisatorinnen, aus der Berufs- und Laufbahnberatung Wil, erfuhren sie es, was es bedeutet, in einer Zeit wie dieser einen solchen Grossanlass auf die Beine zu stellen.

An zahlreichen Ständen begegnete man auch Lehrlingen aus den involvierten Betrieben. So machten quasi junge Berufsleute für ihre nächsten Nachkommen Werbung.

Zum ersten Mal mit dabei war, unter anderen, der Beruf des Feinwerkoptikers. Dazu 17 Berufe mit einer zweijährigen, beruflichen Grundbildung mit Eidgenössischem Berufsattest. Äusserst löblich, hat das mittlerweile unverzichtbar gewordene Lehrstellenforum stattgefunden.