Trompetende Güggel und
paukendes Gebell

Die Musikgesellschaft Bichwil-Oberuzwil hat am Sonntagnachmittag zum bekannten und kindgerecht aufbereiteten Grimm-Märchen «Die Bremer Stadtmusikanten» eingeladen. Erzählung und Musik vereinten sich zu einem lebendigen Bühnenprogramm.

Kathrin Meier-Gross
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Das schöne Wetter hielt die Kinder nicht davon ab, das musikalische Märchen in der Turnhalle mitzuverfolgen. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

Das schöne Wetter hielt die Kinder nicht davon ab, das musikalische Märchen in der Turnhalle mitzuverfolgen. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

Märchen faszinieren seit Jahrhunderten und üben auch in der heutigen, digitalen Welt immer noch eine starke Anziehungskraft aus. Ein besonderes Erlebnis ist es, wenn eine versierte Erzählerin wie Manuela Trunz von einem ganzen Orchester begleitet wird, Stimmung und Spannung von Pauke, Trompete und Co verstärkt werden. Komponiert worden ist das Stück von Angelo Sormani.

Volles Haus - trotz Sommerwetter

Bettag, schönes Wetter – ob wohl jemand an die Aufführung kommt? Diese Frage hat Leo Neuländner, Präsident der Musikgesellschaft Bichwil-Oberuzwil, beschäftigt. Allerdings nur, bis die Türen der Turnhalle geöffnet wurden und schon bald mehr Stühle aufgestellt werden mussten.

Während sich Manuela Trunz auf ihrem Fauteuil auf das Grimmmärchen konzentrierte, wuselten die Mädchen und Buben auf den Matten umher, winkten den Orchesterteilnehmern oder den Eltern zu und konnten es kaum erwarten, bis es endlich losging. «Wer kennt die Tiere der Bremer Stadtmusikanten», wollte Dirigent Dominik Eugster als erstes von den Kindern wissen. «Das lauteste ist der Esel und der wird vom Euphonium dargestellt», erklärte Eugster und stellte auch gleich den grossen Bruder dieses Instrumentes vor: die Tuba. Die Trompete ahmte den Güggel nach, unterstützt von der Posaune. Klarinetten und Saxophon übernahmen den Part der Katze. Die Kesselpauke war so laut wie Hundegebell. Waldhorn und Flöten stellten den Wald dar.

Alt und unnütz

Im Volksmärchen der Gebrüder Grimm geht es um Tiere, die Zeit ihres Lebens für ihre Herren gearbeitet haben und, von Altersbeschwerden geplagt, als unnütz angesehen werden. Als der Esel hört, dass der Bauer aus seinem Pelz ein Trommelfell machen will, läuft er davon. Er will nach Bremen und Stadtmusikant werden. Der Hund, der nicht mehr jagen kann, schliesst sich ihm an, ebenso die Katze, die keine Mäuse mehr erwischt. Der Hahn, den sie unterwegs antreffen, hat gehört, dass seine Meisterin als Festmahl gebratenen Güggel kochen will und er ist der einzige weit und breit.

Nachts im Wald entdeckt das Quartett ein Räuberhaus und schlägt die dunklen Gesellen in die Flucht. Als einer zurückkehrt, kratzen, beissen und treten sie ihn, so, dass er seinen Kumpanen später von einem Haus voller Hexen erzählt. Wahrscheinlich würden die Tiere jetzt noch im Haus im Wald wohnen, meinte die Erzählerin und bat die Kinder, sollten sie je dorthin reisen, ihre genau darüber zu berichten. Wer nach diesem Erlebnis Lust verspüre, selber ein Instrument zu lernen, sei herzlich willkommen, unabhängig vom Alter. Am Schluss durfte jedes Kind ein kleines Präsent abholen.