Trommelakrobatik made in Wil

Vereinsleben (7) – Die Stadttambouren Wil feiern dieses Jahr ihr 90-jähriges Bestehen. Mit ihrem vielfältigen Repertoire sorgen sie an regionalen und nationalen Wettspielen immer wieder für Spitzenresultate.

Beatrice Oesch
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Die Stadttambouren Wil sind ein dynamischer Traditionsverein, der mit einem vielfältigen Repertoire musikalischen Hochgenuss in Perfektion bietet, und optisch mit historischen Uniformen und Trommelakrobatik sein Publikum begeistert. Seine rund 40 Tambouren und Claironisten sorgen mit einer reichen Instrumentierung, wozu auch Fanfaren, Marschtrommeln, grosse Trommeln sowie eine Vielzahl von Perkussionsinstrumenten gehören, regelmässig für Spitzenresultate an regionalen und nationalen Wettspielen.

Thomas Meyer, seit 2008 Präsident der Stadttambouren, ist bereits seit seiner Kindheit im Verein verwurzelt, und dies ist mit ein Grund, weshalb ihm die Nachwuchsförderung so am Herzen liegt. «Wir führen jedes Jahr Jungtambourenkurse durch, die von Kindern etwa ab dem achten Lebensjahr besucht werden können», erklärt er gegenüber der Wiler Zeitung. «In diesem Alter spielen und üben die Jungtambouren noch auf Trommelböckli, die leise sind und somit elternverträglich», meint er mit einem Augenzwinkern. Auch Claironunterricht – das ist eine Trompete ohne Ventil – wird angeboten.

Virtuose Kompositionen

Die Stadttambouren treten in verschiedenen Formationen und Instrumentierungen auf. «Wir verfügen zum Beispiel über eine Showtruppe aus zwölf Tambouren, die auch mit Leuchtschlegeln, Besen, Eimern und anderen Gegenständen in der Art von <Stomp> spielen», schildert der Präsident weiter. «Dank unserer Vielseitigkeit ist ein grosses Repertoire möglich von mindestens 16 Stücken, welche unsere Tambouren auswendig beherrschen.» Dazu gehören mehrstimmige und gemischte Arrangements, virtuose Trommelkompositionen, mitreissende Perkussionsstücke, ausgefallene Rhythmen – darunter auch selbst geschriebene und arrangierte Stücke. «Natürlich kann solch ein hohes musikalisches und spieltechnisches Niveau nur dank des grossen Einsatzes unseres Dirigenten und der Jungtambourenleiterinnen und -Leiter erreicht werden», fügt er hinzu. «Geübt wird jede Woche, im Sommer im Schützenhaus Thurau, und im Winter in unserem Tambourenhaus am Stadtweiher.»

Historische Uniformen von 1830

Was auch spezielle Übung erfordert, ist das Spielen während des Marschierens. «Ein typischer Auftritt von uns findet zum Beispiel bei Umzügen statt, wo wir in historischen Uniformen eines St. Galler Tambours von 1830 in Viererkolonne marschierend spielen», beschreibt Thomas Meyer. Doch auch je nach Anlass elegant mit Krawatte oder leger gekleidet treten die Stadttambouren auf und beweisen damit, dass ihnen die Verschmelzung von Tradition und Moderne gelingt. In Wil gehören jedes Jahr Auftritte an diversen Anlässen wie der Altstadt-Serenade, dem «Steckliträge» und dem Silvesterumzug zu Fixpunkten in der Vereinsagenda. «Diesen Frühling sind die Stadttambouren Ende März mit ihrer Showtruppe an der Abendunterhaltung der Musikgesellschaft Wilen zu sehen, und der Gesamtverein wird im Mai am Mittelalterlichen Hofspektakel Wil auftreten», informiert Thomas Meyer zum Schluss.

In dieser Serie besucht die Wiler Zeitung Vereine, die auf eine lange Tradition zurückblicken.