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Treffen hier Wiler Kantonsschüler den zukünftigen Chef?

In der Kantonsschule Wil hat eine Berufsmesse mit direkten Begegnungen stattgefunden. Die Jugendlichen
lernten dort potenzielle Arbeitgeber kennen. Es wurden aber nicht nur Studenten gesucht.
Tobias Bruggmann
Schon bald Anwältinnen? Bruno A. Hubatka erklärt seinen Beruf. (Bild: Tobias Bruggmann)

Schon bald Anwältinnen? Bruno A. Hubatka erklärt seinen Beruf. (Bild: Tobias Bruggmann)

«Bei mir war die Berufswahl relativ einfach – meine Eltern waren beide auch Lehrer», sagt Richard Wohlfender, Prorektor der Kantonsschule Wil, lachend. Nicht alle Schülerinnen und Schüler wollen den gleichen Beruf wie die Eltern ausüben. Deshalb veranstaltet die Kantonsschule Wil ein Treffen zwischen den Schulklassen im dritten und vierten Kantijahr und Unternehmen aus der Wirtschaft.

«Wir haben viele Angebote zur Berufs- und Studiumswahl für die Jugendlichen. Doch war es in der Vergangenheit schwierig, direkt mit den Unternehmen in Kontakt zu treten. Das wollen wir mit diesem Anlass ändern.»

Das Foyer der Kantonsschule war am Dienstagvormittag also nicht mit Schülern gefüllt, die ihr Pausenbrot verzehren, sondern mit Messeständen von 17 Unternehmen. Diese verteilen nicht nur fleissig Ice Tea, Kugelschreiber und Pfefferminzbonbons, sondern stellen gleichzeitig ihre Unternehmen und ihre Berufe vor. «Der Anlass ‘Wirtschaft trifft Kanti’ soll ein Beitrag gegen den Fachkräftemangel sein», sagt Andrej Rudolf Jakovac, Vorstandsmitglied der Industrie- und Handelskammer Thurgau (IHK).

Auch für viele Unternehmen ist der Fachkräftemangel ein Grund, warum sie an der Berufsmesse mitmachen. Die IHK initiierte und organisiert «Kanti trifft Wirtschaft» in diesem Jahr zum ersten Mal. «Wir wollen die Wirtschaft, Schule und Schüler vernetzen», sagt Jakovac.

Zukünftige Arbeitnehmer?

Für die Jugendlichen ist der Anlass eine willkommene Abwechslung zu Mathe und Deutsch. Kaum ist der Startschuss gefallen, schwirren die jungen Menschen aus. In kleinen Gruppen besuchen sie die Stände und befragen die Firmenvertreter. Für die Unternehmen sind die Schülerinnen und Schüler potenzielle Arbeitnehmer:

«Gerade an der Kanti Wil schliessen viele Jugendliche in der Vertiefung Wirtschaft und Recht ab, was für uns interessant ist»

erklärt Bruno A. Hubatka, der für den St. Gallischen Anwaltsverband an der Berufsmesse teilnimmt.

Doch ob die Jugendlichen schon bald auf der anderen Seite des Messestandes stehen werden, ist fraglich: Die Kantonsschule bereite nämlich auf ein mehrjähriges Studium vor, erklärt der Prorektor.

«Dennoch ist es wichtig, dass die Jugendlichen früh mit der Wirtschaft in Kontakt treten und Leute treffen.»

Dazu sind nicht alle Unternehmen nur an Hochschulabsolventen interessiert: Auch die Schreinerei Fust hat einen Stand an der Messe. «Wir sind hier mit zwei Lernenden, die nach der Kanti eine Lehre bei uns angefangen haben, um das Handwerk zu lernen», sagt Lehrlingsausbildner Urs Lenzlinger. Nach einer Lehre könne man sich immer noch weiterbilden, erklärt er weiter.

Maturitätsquote ein Diskussionsthema

Für die Wirtschaft sei denn auch nicht die Maturitätsquote entscheidend, sagt das IHK-Vorstandsmitglied.

«Wichtig ist, dass Fachkräfte gut ausgebildet sind. Da das Schweizer Bildungssystem durchlässig ist, kann man sich auch immer weiterbilden.»

Diese Meinung teilt Prorektor Wohlfender. Trotzdem will er die tiefe Maturitätsquote im Kanton St. Gallen leicht erhöhen.

«Wir wollen Chancengleichheit mit den anderen Kantonen schaffen.»

Gerade im technischen Bereich seien Maturanden gesucht.

Kontakte knüpfen


Die Jugendlichen streifen derweil durch die Stände und informieren sich. Für sie bleibt das, was Jakovac am Schluss zu allen sagt: «Lernt das, was euch Spass macht und nutzt die Kontakte, die ihr heute knüpfen konntet.»

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