TRAUMLAND: St. Galler Weltrekordhalter

Fabe Downs ist einer der besten Langstreckenläufer der Schweiz. Er wohnt seit vier Jahren in St. Gallen und ist im Besitz einer Bestzeit über 50 Kilometer.

Daniel Good
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Das Laufen ist die Welt von Fabe Downs. In und um St. Gallen fällt es ihm besonders leicht. (Bild: Urs Bucher)

Das Laufen ist die Welt von Fabe Downs. In und um St. Gallen fällt es ihm besonders leicht. (Bild: Urs Bucher)

Daniel Good

Die Briten laufen gern. Der 800-Meter-Olympiasieger Sebastian Coe ist weltbekannt und Präsident des internationalen Leichtathletik-Verbandes. Man müsste meinen, die Bedingungen auf der Insel seien für Läufer wie geschaffen. Dem ist aber nicht so. Sagt einer, der es wissen muss. «In der Schweiz hat es weniger Dreck und Hunde», sagt der aus England stammende Fabe Downs. Er wohnt seit vier Jahren in St. Gallen und ist einer der besten Langstreckenläufer im Land. Vor zwei Jahren war der Doppelbürger Schweizer Hallenmeister über 3000 Meter.

Drei Kilometer sind eigentlich eine zu kurze Distanz für Downs. Pro Woche spult er in und um St. Gallen 180 Kilometer ab. Dieses Jahr beteiligt er sich an einem Europacup mit drei ultralangen Läufen. Auch die 100 Kilometer von Biel gehören dazu. Einen Vorgeschmack auf die Strapazen in Tschechien, der Schweiz und Deutschland erhielt Downs in Oslo. In einer Halle durchmass er 50 Kilometer. In 2 Stunden, 58 Minuten und 11 Sekunden so schnell wie noch keiner vor ihm unter Dach. Die Halle, in der Downs fast drei Stunden seine Runden drehte, steht beim berühmten Bislett-Stadion, wo schon über 60 Weltrekorde in der Leichtathletik fielen.

Umwege beim Überholen

Der 31-jährige Downs trat in Oslo an, um Erfahrungen auf langen Strecken sammeln. «Ich wollte im Hinblick auf spätere Rennen sehen, wie mein Körper reagiert, wenn er so lange gefordert ist. Es ging mir auch darum zu sehen, ob ich richtig trainiere für so lange Distanzen», sagt er. Die ersten zehn Kilometer hielt sich Downs zurück. Nach 15 Kilometern gab ein Konkurrent aus Norwegen, der ein Jahr zuvor gewonnen hatte, auf. Die Bahn war frei für den St. Galler. Allerdings nur im übertragenen Sinn. Downs musste viele Gegner überholen, die auf der Innenbahn liefen. «Ich habe wohl einiges mehr als fünfzig Kilometer zurückgelegt.»

Die Ausschreibung für das spezielle Rennen sah Downs im Internet. Die Bahn war 533 Meter lang, die Halle gut gelüftet. «Es hatte etwa zehn Grad. Es war ganz angenehm», sagt Downs. Der Spitzenzeit misst er keine spezielle Bedeutung zu. «Es wäre doch höchstens ein inoffizieller Weltrekord.»

Downs’ Mutter ging als 20-Jährige aus dem Aargau nach England und lernte dort ihren Mann kennen. Sie lebt seither in England. Downs junior hat einen Mastersabschluss der Universität Oxford. Er kam in die Schweiz, um als Lehrer am Institut auf dem Rosenberg zu arbeiten. Derzeit gibt Downs 35 Lektionen pro Woche. Er trainiert fast immer während der dreistündigen Mittagspause.

Besserer Rasen als in England

Oft läuft Downs barfuss auf dem St. Galler Kinderfestplatz. «In der Schweiz hat es besseren Rasen als in England», sagt er. Manchmal rennt Downs bis nach Muolen, weil seine Freundin dort wohnt. Er hat sie im Brühler Leichtathletikklub kennen gelernt. «Es ist wunderbar, in dieser Umgebung zu laufen. Es gibt nichts Besseres.» Selbst das Laufen im Schnee macht ihm Spass.

Zurück nach England zieht es Downs nur noch an Weihnachten, Ostern und in den Sommerferien. Für ihn ist die Ostschweiz ein Läuferparadies. Heimweh hat er schon längst nicht mehr.