Traumjob an der Olma

An der Olma werden alljährlich zahlreiche Tiere ausgestellt und in der Arena vorgeführt. Christian Manser, Standortleiter des Landwirtschaftlichen Zentrums (LZSG) in Flawil, hat als Präsident der Olma-Tierschauen die Fäden in der Hand.

Melanie Graf
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Flawil/St. Gallen. Samstagmorgen, Olma-Halle 7. Etwas Stallgeruch hängt in der Luft. Die rund 100 Elite-Milchkühe aus der ganzen Ostschweiz und den Gastkantonen Jura und beider Basel stehen und liegen auf dicken, sauberen Strohpolstern. Liegen die Kühe, fühlen sie sich besonders wohl. Das gefällt Christian Manser. Er ist seit zehn Jahren Präsident der Olma-Tierschauen. Am Donnerstag zählte er seinen hundertsten Olma-Tag. Er wolle die Landwirtschaft in einem guten Licht darstellen. Die Olma sei aber nicht nur Schau, sondern auch Show, sagt er.

Er könne auf die Hilfe eines 20-köpfigen Stallteams zählen. Das Team ist fast rund um die Uhr damit beschäftigt, das Lager der Tiere und die Tiere selbst sauber zu halten. Zweimal am Tag werden die Tiere von Tierärzten untersucht. Bevor die Olma-Tore um 9 Uhr geöffnet werden, bekommen die Kühe draussen in der Arena Auslauf und werden gewaschen. Die Gänge werden gewischt, schmutziges Stroh wird ausgewechselt. 30 Tonnen Stroh werden während der Dauer der Messe benötigt. Die Sauberkeit sei eine grosse Herausforderung, sagt Manser.

Damit nichts Unerwünschtes daneben geht, worauf die Olma-Besucher treten könnten, wird vom Stallteam alles sofort gereinigt. Kleinere Tiere wie Schweine, Ziegen oder Schafe werden mit den «Taxi», einer grossen Kiste auf Rollen, transportiert.

Augen und Ohren überall

Manser wird von vielen Besucherinnen und Besuchern «nur» im Zusammenhang mit den Säulirennen in Verbindung gebracht. Sei 14 Jahren moderiert Manser die spassige Veranstaltung.

Alle Tierausstellungen, Schauen in der Arena, Vorbereitungen, Besprechungen mit Zuchtverbänden und mit Gastkantonen, der ganze Papierkram, Reglemente, Koordinationen und vieles mehr – alle Fäden laufen durch Mansers Hände. Manser ist Standortleiter des Landwirtschaftlichen Zentrums St. Gallen (LZSG) in Flawil. Er ist Berater für die Fachstelle Rindvieh und unterrichtet Landwirtschaftliche Lehrlinge und Betriebsleiter.

Für das Amt als Präsident Tierschauen arbeitet er rund 20 Prozent, wobei sich das Schwergewicht auf die Monate September und Oktober legt. Während der Olma ist Manser präsent, das Bogenzelt vor der Arena, die Hallen 7 und 7.1 sind sein Reich, er hat seine Augen und Ohren überall. «Es ist sicher eine Herausforderung, das eine Ohr in der Arena, das andere Ohr im Stall, und die Augen überall zu haben. Man muss vorausdenken, Leute und Tiere bewegen», so Manser. Dies sei für ihn aber kein Stress. Er fügt hinzu: «Lief der Tag rund, dann war es ein guter Tag.»

Kuh ist bestes Tier

Der Job als Präsident Olma-Tierschauen sei ein Traumjob, sagt Manser und erläutert: «Man kann jeden Tag mit gutem Gewissen an die Olma gehen.» Er lacht. Dann sagt er, dass er abends nicht in den Ausgang, sondern nach Hause gehe, um bei seiner Familie, seiner Frau und seinen drei Kindern im Alter zwischen 9 und 13 Jahren abzuschalten.

Mit seiner Familie wohnt er in Andwil, in dem Haus, in dem er aufgewachsen ist. Der 42-Jährige ist auf einem elf Hektar grossen landwirtschaftlichen Pachtbetrieb aufgewachsen. Seine Eltern sind ursprünglich aus dem Appenzellischen. Manser identifiziert sich mit seinen Wurzeln, fühlt sich sehr mit der Appenzeller-Tradition verbunden. Der Tierschauen-Präsident ist Mitglied im Jodelchörli Alpsteinblick Abtwil. Und die Tiere sind im wichtig. «Ich habe Freude an den Tieren.

Für mich stand schon immer fest, dass ich einmal Tierarzt oder Agronom werde», sagt Manser, der sich für die Landwirtschaft entschieden hatte und an der ETH studierte. Vor allem an den Kühen hat er grosse Freude. Für ihn ist die Kuh das beste Tier, das es überhaupt gibt. «Die Kuh hat einen gutmütigen Charakter, sie ist ehrlich und feinfühlig. Aus für Menschen wertloses Futter macht sie Milch für viele Produkte, sie liefert Fleisch und Leder. All das macht sie einzigartig», schwärmt Manser.