Trauerspiel Biorender 50 Millionen versenkt

«Biorender: Geld nicht überwiesen – nun droht zweite Versteigerung» Wiler Zeitung vom 9. April 2015 «Ein Stück urbanes Wil» Wiler Zeitung vom 9. April 2015 «Wer seinen Lohn bekanntgibt» Wiler Zeitung vom 11. April 2015

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Im Zusammenhang mit dem Konkurs- und Versteigerungsdebakel der Biogas-Produzentin Biorender AG sei wieder einmal in Erinnerung gerufen, dass mittlerweile nicht weniger als fast 50 Millionen Franken an öffentlichen Geldern (Investitionen, Sanierungsbeiträge und Kundengelder in Form erhöhter Gaspreise) versenkt wurden. Und die gleichen zwei Herren, welche dies zu verantworten haben, wollen diesen Wirtschaftskrimi weiterführen und versuchen in arroganter Weise aus den vernichteten öffentlichen Geldern eigennützig noch Kapital zu schlagen.

Und der damals verantwortliche und abgewählte Ex-Stadtrat von Wil, der ursprünglich unter Vortäuschung falscher Tatsachen die falschen Weichen für den fatalen und teuren Irrweg stellte und derzeit von der Staatsanwaltschaft für ungetreue Geschäftsführung angeklagt auf seinen Prozess wartet, mischt öffentlich und schamlos weiterhin mit. Unglaublich: Der Skandal im Umgang mit öffentlichen Geldern geht weiter. Hätten Weitsicht und Sorgfaltspflicht obsiegt, könnte diese Biogasanlage ein weltweites Vorzeigeobjekt sein.

Markus Hilber

Quellensteig 6

9500 Wil

Wils Gesicht verschwindet

Das Haus zum Steinbock am Ilge-Kreisel wird abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. Das markante Gebäude mit dem Ecktürmlein verschwindet und muss einem gesichtslosen Neubau Platz machen, wie er an jedem anderen grösseren Ort stehen könnte. Mit der Integration des bestehenden Hauses zum Steinbock in die Neubauten könnte verhindert werden, dass dieser Teil der Unteren Bahnhofstrasse den Charme einer Geisterbahn erhält. Die Gesichtslosigkeit, wie sie uns die Bau-Maquette erahnen lässt, verleitet zu Teilnahmslosigkeit und Anonymität. Das will man ja in der Bahnhofsumgebung verhindern. Wils Kleinstadt-Cachet wird mit diesem Grossstadtgehabe wieder einmal stark strapaziert.

Guido Bünzli

Pestalozzistrasse 2

9500 Wil

Lohntransparenz auch bei Behörden

Um die Löhne der Exekutivbehörden gibt es seit einiger Zeit einen politischen Eiertanz, nachdem Stadtparlamentarierin Erika Häusermann offiziell anfragte, wie viel denn die Stadtpräsidentin und die anderen Mitglieder des Wiler Stadtrates verdienten. Die Beträge sind nun bekannt, wobei das Widerstreben der Behörden gegenüber einer vollständigen Transparenz sich auch darin zeigte, dass die Nettolöhne in den Vordergrund gerückt wurden und nicht die Bruttolöhne. Dies ist umso wichtiger, als einige Gemeinden für ihre Behördenmitglieder sehr grosszügige Regelungen für die Pensionskasse kennen.

Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass die Löhne der Stadt- und Gemeinderäte offengelegt werden, denn schliesslich werden sie von den Steuern der Bürgerinnen und Bürger bezahlt. Diese haben ein Anrecht darauf, zu wissen, wie hoch der Lohn der von ihnen gewählten Personen ist. Dieses Recht auf Transparenz kann neuerdings auch eingefordert werden, denn der St. Galler Kantonsrat hat letztes Jahr ein Öffentlichkeitsgesetz geschaffen, mit dem die Staatstätigkeit auf kantonaler und Gemeindeebene offengelegt wird. Damit gilt nun die Transparenz als Regel; vorher war es genau umgekehrt, und alles war vertraulich, das nicht ausdrücklich vom Staat selbst als öffentlich erklärt wurde. Natürlich gilt das Öffentlichkeitsprinzip nicht absolut, sondern es berücksichtigt schützenswerte private Interessen, auch von Behördenmitgliedern. Die Höhe der Löhne von Stadt- und Gemeindepräsidenten gehört aber gewiss nicht zu den schützenswerten Bereichen.

Erwin Böhi

Thuraustrasse 8

9500 Wil

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