Trainingslektionen statt Preisgeld

Unter dem Patronat der Institution Swiss-Team-Trophy nutzten acht junge Reiterinnen und Reiter aus der ganzen Schweiz die Gelegenheit, zusammen mit Markus Fuchs in Sirnach trainieren zu können.

Urs Nobel
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Interessierte Zuschauer: Gastgeberehepaar Ruth und Primus Schlegel.

Interessierte Zuschauer: Gastgeberehepaar Ruth und Primus Schlegel.

Urs Nobel

urs.nobel

@wilerzeitung.ch

Es ist unübersehbar von der A1 zwischen Wil und Münchwilen: Das Reitsportcenter Sonnenberg von Ruth und Primus Schlegel. Auf deren Anlage ging es am Wochenende hoch zu und her. Die Gönnervereinigung der Swiss-Team-Trophy organisierte ein Trainingsweekend für die Kategorienbesten 2016. Acht junge talentierte Reiterinnen und Reiter nahmen teil und profitierten vom unbestrittenen Können ihres Kursleiters, des ehemaligen Pferdespitzensportlers Markus Fuchs.

Kursteilnahme statt Preisgeld

Dass es zu diesem Intensiv­weekend überhaupt kam, erklärte Organisator und Gönnermitglied der Swiss-Team-Trophy Andreas Rohner aus Eschlikon folgendermassen: «Wir haben uns entschlossen, statt Preisgelder für die Kategorienbesten auszuzahlen, etwas für die Nachhaltigkeit der Karriere dieser jungen talentierten Pferdesportler zu tun.»

Lukas Sturzenegger stammt aus Liesthal und ist 22-jährig. Er nahm mit seinem Pferd Espoir am Trainingsweekend teil. «Ich war in der Trophy zweitbester Reiter meiner Kategorie. Und ich rechnete mit einem Barbetrag von 1000 Franken als Prämie. Entsprechend enttäuscht war ich anfänglich, dass der Preis nicht in bar, sondern in Form dieses Trainingsweekends erfolgte. Jetzt, im Nachhinein, muss ich aber festhalten, dass es sich gelohnt hat. Ich konnte viel profitieren.»

Henri Sturzenegger, 19 Jahre alt mit seinem Pferd Chronos, blies ins selbe Horn. Der ebenfalls aus Liesthal stammende Kurs-Teilnehmer attestierte Markus Fuchs sehr gute Eigenschaften als Kursleiter und wusste auch warum: «Markus Fuchs hat nach seiner Reiterlaufbahn grosse Erfahrungen als Trainer im Ausland gemacht. Seine Lektionen waren spannend, nicht zuletzt deshalb, weil er gut erklärte und auf uns einzugehen vermochte.» Auch im «Westschweizer Lager» tönte es durchwegs positiv. Ihnen hat vor allem gefallen, dass sie erstmals am Wassersprung üben durften. Das sei speziell gewesen. Sie hätten jedenfalls ihre doch eher weite Anreise in die Ostschweiz auf keinen Fall bereut.

Dem Kursleiter entging nichts

Vorgaben seitens des Veranstalters, wie er die Lektionen durchzuführen habe, bekam Markus Fuchs nicht. «Das wäre auch schwierig gewesen. Zuerst musste ich ja erkennen, auf welchem Niveau sich meine Schützlinge befinden und mit welchen Pferden sie dabei sind.» Dafür benötigte Fuchs aber nicht lange und er ging sofort auf seine Kursteilnehmer ein. Mit grosser Routine korrigierte oder lobte er entweder einzeln oder zusammen. Er hatte stets alle Reiter und Pferde im Auge. Es entging ihm nichts. Sein Ziel für dieses Weekend setzte er sich selber: «Ich wollte, dass die Teilnehmer am Ende des Kurses sagen dürfen, dass sie in diesen zwei Tagen profitiert haben und dass sie dabei ihre Pferde nicht überforcierten.»

«In drei Monaten bin ich wieder offen für alles»

Erst kürzlich weilte Markus Fuchs mit den Schweizer Spitzenreitern an verschiedenen Concours. Heisst das nun, dass der Abtwiler, der bald nach Gossau umziehen wird, sich wieder vermehrt um den Schweizer Springsport kümmern wird? «Ich war in den vergangenen Jahren mehrheitlich elf Monate im Ausland. Mein Engagement dauert jetzt noch drei Monate und ab dann bin ich wieder offen für alles.» Mehr liess sich Fuchs nicht entlocken. An seine Kursteilnehmer gab er jedoch noch seine Philosophie eines erfolgreichen Trainings weiter: «Je routinierter ein Reiter und seine Pferde sind, umso niedriger dürfen im Training die zu überspringenden Hindernisse sein. Ausser, man will selber wieder einmal das spezielle Gefühl der Höhe eines Hindernisses erleben.»