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Trainer, Taktikfuchs und Spieler: Auf dem Baseballfeld ist Gian Gladig stets unter Strom

Der 28-jährige Gian Gladig ist Leistungsträger beim NLA-Baseballteam der Wil Devils. Auf dem Feld denkt er ständig in Szenarien. Mit seinem Bruder Diego teilt er sich das Spielertraineramt bei den Wilern.
Tim Frei
Gian Gladig spielt wie sein Bruder Diego für die Schweizer Nationalmannschaft. (Bilder: Urs Bucher/TAGBLATT)

Gian Gladig spielt wie sein Bruder Diego für die Schweizer Nationalmannschaft. (Bilder: Urs Bucher/TAGBLATT)

Kommt der gegnerische Pitcher in die finale Phase seiner Wurfbewegung, gilt es ernst für Gian Gladig. Der 28-Jährige wechselt blitzartig von einer lockeren Haltung in eine ausbalancierte – und geht leicht in die Knie. Diese Körperspannung ist notwendig, um gewappnet zu sein für den nächsten Ballabschlag, der unmittelbar bevorsteht. Doch der in Wittenbach aufgewachsene Gladig sagt:

«Ganz locker kann man auf dem Baseballfeld nie sein.»

Schliesslich könnten die Läufer der angreifenden Mannschaft zu jedem Zeitpunkt versuchen, von einer Base zur anderen zu rennen.

Gladig-Brüder – ein eingespieltes Duo

Gian Gladig und der Baseball- und Softballclub Wil Devils – da haben sich zwei gefunden. Der Sohn von Georges Gladig, der den Baseballverband präsidiert, spielt seit elf Jahren für die Wiler. Mit Erfolg: Von der 1. Liga führte er die erste Mannschaft bis in die NLA. Der letzte Aufstieg gelang dem Team und Gladig im Jahr 2015.

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Baseball: Gian Gladig

Gian ist nicht der einzige Leistungsträger der Gladig-Familie bei den Wil Devils. Sein Bruder Diego nimmt eine ebenso wichtige Rolle ein. Die beiden, die 1999 mit Baseball begonnen haben – Gian als Siebenjähriger, Diego als Fünfjähriger – können kaum ohne den andern: Von Romanshorn zu den von ihrem Vater gegründeten Wittenbach Vikings bis zu den Wil Devils spielten sie immer Seite an Seite.

Co-Traineramt hat nur Vorteile

Das hat sich seit drei Jahren auch im übertragenen Sinn bei den Wilern fortgesetzt. Seither führen die Brüder, deren Familienname eine abgewandelte Form des slowakischen «Gladic» ihres Grossvaters ist, das Team als Co-Spielertrainer. Das habe nur Vorteile, so Bauingenieur Gian Gladig:

«Da wir die Coaching-Aufgaben aufteilen, – er das Training, ich die Partien – können wir uns auch auf unsere Rolle als Spieler konzentrieren.»

Im Ernstkampf ist Diego eine besonders wichtige Bezugsperson für Gian. «Bevor ich unseren Matchplan ändere, spreche ich mich immer mit Diego ab.» In diesem Jahr ist das aber nur noch eingeschränkt möglich. Grund: Diego absolviert sein Masterstudium in Barcelona, und war deshalb erst an drei Spieltagen dabei. «Ich merke schon, dass er mir fehlt.»

Polyvalenter Spieler, oft auf der ersten Base

Die Hauptposition von Gian Gladig auf dem Feld ist auf der ersten Base. «Weil das Fangen zu meinen Stärken gehört.» Der 28-Jährige ist aber ein polyvalenter Spieler. So ist er auch im Aussenfeld oder als zweiter oder dritter Pitcher oft zu sehen.

Genauso vielseitig wie der Baseballer Gian Gladig ist die Sportart selbst. Das macht auch einen Grossteil seiner Faszination für den in den USA besonders beliebten Sport aus. «Baseball ist einerseits technisch, andererseits taktisch und mental sehr herausfordernd.»

Technik, Taktik, Mentales

Eine gute Technik erfordert etwa der Ballabschlag oder -wurf. Die Taktik und die mentale Komponente äussern sich in praktisch jeder Situation. «Man muss sich immer viele Fragen stellen wie: Wer sind meine Gegner auf dem Feld? Wie könnte der Ball auf mich zukommen und wie reagiere ich dann?»

Was für jeden Spieler einzeln gilt, trifft bei Taktikfuchs Gladig auf einer grundsätzlichen Ebene zu: Als Trainer muss er bei der Erarbeitung des Matchplans und auf dem Feld ständig in Szenarien denken.

«Ein Plan A reicht nicht, ich brauche mehrere Alternativen.»

Funktioniert ein Plan nicht so wie gewünscht, ist er nicht gefrustet, sondern macht sich sogleich an die Lösungssuche – und schüttelt dann Plan B aus dem Ärmel.

Dank Spielverständnis ins Nationalteam

Dank Spielverständnis im Nationalteam Ein Sport also, indem nie intuitiv vorgegangen wird? Der in St. Gallen wohnhafte Gladig dementiert. «Wenn überraschende Dinge passieren wie ein schlechter Wurf, muss man improvisieren», sagt er.

Gefragt nach seinen Stärken als Spieler hebt Gladig sein Spielverständnis hervor. Er profitiere davon, dass er früh mit der Sportart begonnen habe, vermutet er. Seine Fähigkeiten sind nicht unentdeckt geblieben. Seit der vergangenen Saison figuriert er zusammen mit seinem Bruder in der Nationalmannschaft. Mit dem langjährigen Nationalspieler Claudio Studerus und Louis Bischof sind zwei weitere Wiler Teil des Teams.

Ob mit der Schweiz oder den Wil Devils, die am Tabellenende liegen: Gian Gladig hat noch lange nicht genug vom Baseball. «Ich will dazu beitragen, dass wir es mit Wil bald einmal ins Playoff schaffen.»

Die nächsten Spiele Die Wil Devils spielen morgen Samstag beim Rekordmeister Therwil Flyers. Das letzte Heimspiel der Qualifikation bestreiten die Wiler am nächsten Samstag, 24. August, gegen Titelverteidiger Zürich Challengers ab 11 Uhr auf der Lindenhofanlage.

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