Traf Mia auf einen Katzenhasser?

DEGERSHEIM. Mia ist verschwunden. Spurlos, wie die beiden anderen Katzen aus dem Quartier, die seit August verschollen sind. Besitzerin Monika Forrer sorgt sich, befürchtet, dass ihr Liebling einem Katzenhasser zum Opfer gefallen ist.

Andrea Häusler
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Mia ist seit vergangenem Samstag spurlos verschwunden. Sie ist die dritte Katze innert knapp drei Monaten, die im selben Quartier vermisst wird. (Bild: pd)

Mia ist seit vergangenem Samstag spurlos verschwunden. Sie ist die dritte Katze innert knapp drei Monaten, die im selben Quartier vermisst wird. (Bild: pd)

Die Tierfreundin und ehemalige Tierschutzvereinspräsidentin ist traurig, fassungslos und auch wütend. «Dass in einem Quartier wie unserem innert knapp drei Monaten drei Katzen auf mysteriöse Weise verschwinden, kann nicht einfach Zufall sein», zeigt sie sich überzeugt. Für Monika Forrer gibt es kaum einen Zweifel: die Tiere werden beseitigt. Möglicherweise halte sich in der Umgebung ein Katzenhasser auf.

Die dritte verschwundene Katze

Das «Blumenstrassen»-Quartier liegt oberhalb der Hauptstrasse am nordöstlichen Dorfeingang Degersheim. Eine ruhige, beschauliche Wohngegend, mehrheitlich bebaut mit Eigenheimen. In einer der Liegenschaften, an der Nelkenstrasse, wohnt auch Monika Forrer. Bis im August dieses Jahres zusammen mit drei Hauskatzen, die sie als Familienmitglieder bezeichnet. Dann verschwand ihr Kater – plötzlich und spurlos. Sämtliche Suchaktionen und Bemühungen, das Tier zu finden, blieben erfolglos. Nur drei Wochen später ereilte die Nachbarn der Forrers das gleiche Schicksal: auch ihre Katze kam abhanden – irgendwie und unerklärlich. Seit Samstag fehlt nun Mia. Die 8jährige Katzendame hat eine leidvolle Vorgeschichte. Vor sechs Jahren war sie mit einem Luftgewehr angeschossen und verletzt worden. Ein Zwischenfall, der sie lange belastet habe, sagt Monika Forrer. Dass das Schicksal – oder ein Katzenhasser – neuerlich zuschlagen würde, damit habe sie nicht gerechnet.

Nie lange unterwegs

«Unsere Katzen sind alle kastriert, ausgesprochen häuslich und menschenbezogen», sagt Monika Forrer. «Nie ist es bisher vorgekommen, dass eine von ihnen 24 Stunden lang von zu Hause weggeblieben ist.» Deshalb hat sie wenig Hoffnung, dass Mia – obwohl erst seit Samstag überfällig – wieder auftauchen wird. Obwohl sie dafür alle Hebel in Bewegung gesetzt hat: «Wir haben Tierarzt, Tierheim, Polizei, Gemeinde und Nachbarn orientiert.» Darüber hinaus sollen nun noch Zettel mit der Vermisstmeldung ausgehängt werden. «Eine Katze kann weglaufen, überfahren oder vom Fuchs geholt werden», sagt Monika Forrer. «Das ist traurig, kann aber akzeptiert und verarbeitet werden.» Schwer zu akzeptieren seien hingegen die Ungewissheit über den Verbleib eines Tieres und die Tatsache, dass es Menschen gibt, die fähig sind, Katzen ein Leid anzutun. Dass es in ihrer unmittelbaren Umgebung eben solche Personen geben könnte, daran mag sie gar nicht erst denken. Stattdessen möchte sie Katzenbesitzer sensibilisieren, zur Wachsamkeit mahnen und motivieren, vergleichbare Fälle zu melden und damit einen gewissen Druck aufzubauen: Zum Schutz der Stubentiger, die eben nicht nur in der Stube sitzen.