«Träume sind Lebenshilfen»

Diakon Walter Lingenhöle gab bei einem Vortrag vom Wilener Tisch Einblick in die Welt der Träume. Er erklärte, dass Träume auch Lebenshilfe sein können.

Vroni Krucker
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Wilen. «Jeder Mensch träumt, kann sich aber längst nicht an alle Träume erinnern», erklärte Walter Lingenhöle zu Beginn seines Vortrages. Oft blieben nur eine vage Vorstellung oder Fragmente. Er gab dem Publikum einige Denkanstösse wie: «Sind Träume wichtig oder Blödsinn? Würden Sie Ihr Leben aufgrund eines Traumes ändern? Wünschen Sie sich Träume?» Das Unterbewusstsein nehme einen grossen, kaum beeinflussbaren Teil des menschlichen Wesens ein, der Verstand dagegen einen viel kleineren, betonte er. Träume, die wie kleine Filme oder Spots abliefen, kämen aus der «inneren Werkstatt» und dienten der Verarbeitung von Ereignissen, Erlebnissen, Ängsten oder Sorgen. Oft sei man nach beängstigenden Träumen froh, wenn man aufwache und wisse: «Es war nur ein Traum» oder man würde gerne weiterträumen, in diese geheime Welt zurückkehren. Man müsse nicht jeden Traum verstehen. Immer wiederkehrenden Träumen sollte man aber Beachtung schenken. Sie wollten etwas Notwendiges sagen, zu einer Änderung im Leben bewegen.

Träume verstehen

Träume beschäftigten Menschen seit Urzeiten, erklärte der Diakon. Sowohl im Alten als auch im Neuen Testament sei oft von Träumen die Rede, die Veränderungen bewirkt hätten. Mystische Menschen sähen in Träumen «Gottes vergessene Sprache». Wer kenne nicht die Aussage: «Der Herr gibt's den Seinen im Schlaf.» Bruder Klaus habe dank Träumen und Visionen seinen Weg erkannt und Gottes Auftrag angenommen. Träume könnten Mut machen für den nächsten Schritt in die Zukunft und Halt geben. Ein verstandener Traum sei ein verstandener Lebensberater. Traumdeutung sei eine äusserst schwierige und auch persönliche Angelegenheit, betonte der Referent. Letztlich könne nur der Träumer selbst den Sinn erkennen. Träume vom Tod zum Beispiel deuteten nicht auf das eigene Sterben hin, viel mehr auf das «Sterben» eines Verhaltens oder einer Situation, die es zu ändern gelte. Als zentral erachtet der Referent, dass immer der positive Lebensimpuls herausgefunden wird.

Unerfüllte Wünsche

Der Wilener Gemeindeammann Kurt Enderli fragte: «Muss man die Träume wirklich erfassen? Sind sie nicht das Leben, das wir uns vielleicht wünschen, aber nicht realisieren können?» Fragen, die sich wohl viele Menschen stellen. «Es ist notwendig, sich mit Träumen zu befassen, man darf sich aber nie von ihnen erdrücken lassen», betonte Walter Lingenhöle. Für ihn sind Träume wichtig, weil sie ihm in Lebenssituationen wertvolle Impulse gegeben haben.