Tränen der Rührung beim Anblick des Säntis

Während einigen Tagen weilten 19 Gäste aus der ungarischen Partnergemeinde Mindszentgodisa in Niederhelfenschwil. Dabei begegnete man nur strahlenden Gesichtern. Vor allem Seniorinnen und Senioren kamen in die Schweiz – für viele war es die erste Auslandreise überhaupt.

Vroni Krucker
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Die ungarischen Gäste und die Gastfamilien aus der Gemeinde Niederhelfenschwil stellten sich vor der Heimreise zum obligaten Gruppenfoto auf. (Bild: vk.)

Die ungarischen Gäste und die Gastfamilien aus der Gemeinde Niederhelfenschwil stellten sich vor der Heimreise zum obligaten Gruppenfoto auf. (Bild: vk.)

NIEDERHELFENSCHWIL. Seit bald zwanzig Jahren besteht die Partnerschaft zwischen Niederhelfenschwil und Mindszentgodisa, einer Gemeinde im Süden Ungarns. Bereits mehrere Male hat man sich gegenseitig besucht und bei Gastfamilien logiert. Die Herzlichkeit auf beiden Seiten ist erstaunlich, vor allem weil man die jeweilige Muttersprache nicht spricht. Trotzdem versteht man sich bestens, schliesslich gibt es Hände, Füsse und Wörterbücher.

Noch nie im Ausland

Die meisten Gäste waren noch nie im Ausland – und empfanden die Reise als Höhepunkt in ihrem Leben. Mit dabei waren der ehemalige Bürgermeister Istwan Bimbo mit Gattin Klari. Angereist war auch deren in Bern verheiratete Tochter Trixi mit Familie. Sie besichtigten die Oberstufenschule Sproochbrugg, unternahmen einen Spaziergang zur neuen Waldhütte, bestaunten die Wohnmöglichkeiten in der Alterssiedlung Rotachhof und erlebten eine Führung durch die Stiftung Wilhelm Lehmann in der Kobesenmühle. Ein Highlight war die Besichtigung der Johanneskirche mit Führung von Walter Stähelin.

Höhepunkt Herbstmarkt

Der Herbstmarkt übte für die Gäste eine besondere Faszination aus. Sie hatten vieles aus ihrer Heimat mitgebracht und Gebäck in Zuckenriet frisch hergestellt: leuchtend roter Paprika, feine Langos, Akazien-Honig und sehr schöne Töpferarbeiten, um nur einige Beispiele zu nennen. Bürgermeister Bimbo freute sich über das Engagement, mit dem sich seine Leute auf diesen Markt vorbereitet hatten. Das Angebot fand grossen Anklang. Einwohnerinnen und Einwohner aus der Umgebung mit ungarischer Abstammung besuchten den Markt und freuten sich riesig über den Austausch mit ihren Landsleuten. Den Anstoss gab ein Artikel in der Wiler Zeitung.

Faszinierende Bergwelt

Den Sonntag verbrachten die Ungarn in der Toggenburger Bergwelt. «Schon die Anreise und die Fahrt auf den Gamplüt waren ein einziger Traum», erzählten Beteiligte. Da und dort gab es Tränen der Rührung beim Anblick von Säntis und Churfirsten – wohl sehr speziell, wenn man es nicht kennt. Am Abend trafen sich Gäste und Gastgeberfamilien im Mehrzweckgebäude zur Abschiedsfeier. Gemeindepräsident Lucas Keel freute sich über die strahlenden Gesichter und dankte vor allem Markus und Ruth Lehmann sowie Marlies und Köbi Hugentobler für die Vorbereitung, und auch den Gastfamilien. Bürgermeister Bimbo und Gattin Klari bedankten sich im Namen aller für die wunderschönen Tage und betonten zum Schluss: «Sie sind jederzeit herzlich willkommen bei uns. Wir freuen uns auf euern Besuch.»

Aus den Gesprächen war zu spüren, dass es den Ungarn im Moment nicht gut geht und die politische Situation schwer auf ihnen lastet. So haben sie vielleicht mit etwas gemischten Gefühlen die Heimreise angetreten. Eines ist sicher, die Freundschaft zwischen Niederhelfenschwil und Mindszentgodisa bleibt bestehen, denn die Begegnungen sind sehr wertvoll.

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