TRADITION: Belcanto zum grossen Jubiläum

Das Musiktheater Wil feiert im März sein 150-Jahr-Jubiläum mit zwei Festkonzerten und präsentiert das Sujet für seine grosse Aufführung «Die Regimentstochter» im nächsten Jahr.

Natalie Milsom
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Das Plakat für die Aufführung von «Die Regimentstochter» des Musikvereins Wil.

Das Plakat für die Aufführung von «Die Regimentstochter» des Musikvereins Wil.

Natalie Milsom

natalie.milsom@wilerzeitung.ch

Das Musiktheater Wil bringt seit 150 Jahren aufwendige Werke auf die Bühne. Es ist ein Beweis für die lange Tradition der Kultur in Wil. Das Musiktheater besteht aus den drei Vereinen Männerchor Concordia, Sinfonisches Orchester Wil und Chor zu St. Nikolaus. Die Musik-Liebhaberbühne will innovativ sein und konzentriert sich auf die Aufführung von Literatur aus Operette, Oper und Musical. Dies auf einem hohen künstlerischen Niveau mit möglichst vielen Amateurdarstellern aus der Stadt und Region Wil.

Eugen Weibel, Präsident des Musiktheaters Wil, blickt gerne auf die vergangenen Jahre zurück: «Wir hatten in unserer langen Geschichte nicht nur Höhen – aber glücklicherweise nur wenig Tiefen.» Damit spricht er die zwei Aufführungen an, die dem Verein grosse Verluste bereitet hatten. Heute steht das Musiktheater finanziell wieder auf gesunden Beinen und ist bereit für das Jubiläumsjahr.

Romantische Liebesgeschichte zum Fest

150 Jahre nach der ersten Theatersaison wird dieses Jubiläum mit einer konzertanten Aufführung der Oper «La Sonnambula» von Vincenzo Bellini im März gebührend gefeiert. Eugen Weibel begründet die Auswahl: «Wir hatten viele Ideen zum Jubiläum, zum Beispiel ein musikalischer Rückblick auf vergangene Produktionen. Aber das wurde schon oft gemacht. Deshalb wollten wir dieses Mal etwas ganz Spezielles auf die Beine stellen.» Und «La Sonnambula» eigne sich hervorragend, weil es eines der grössten Chorwerke aus der Zeit des Belcantos sei.

Die Aufführungen sollen einerseits eine Feier für die Bevölkerung von Wil und Umgebung sowie die Mitglieder der drei Vereine sein, andererseits auch den Auftakt bilden für die nächste grosse Inszenierung Anfang 2018: «Die Regimentstochter». Nach dem Erfolg von «Der Liebestrank» im Jahr 2003 bringt das Musiktheater Wil zum zweiten Mal ein Werk von Gaetano Donizetti auf die Bühne. Eugen Weibel ist überzeugt, «dass das Werk mit schwungvoller Musik und einer humorvollen Geschichte dem Publikum unvergessliche Musiktheater-Erlebnisse bietet und es begeistern wird.» Wie beim Erfolg der letzten Inszenierung von Giuseppe Verdis «La Traviata» setzt sich die künstlerische Leitung aus der Regisseurin Regina Heer und dem musikalischen Leiter Kurt Pius Koller zusammen. Auch die Wiler Sopranistin Nicole Bosshard übernimmt wieder eine Hauptrolle.

Grosse Gefühle und grossartige Musik

Gestern wurde an einer Medienorientierung das Plakat zur Inszenierung 2018 präsentiert. Zusammen mit der Agentur TKF aus St. Gallen wurde ein Sujet entwickelt, das zum Hingucken auffordert. Es zeigt einen umgekehrten Militärhelm, aus dem Blumen spriessen, die auf den Alpwiesen um den Schauplatz zu finden sind. Der Helm symbolisiert das Regiment, rau, abgewetzt und hart. Die Blumen: lieblich, sinnlich und weiblich. «Daraus ergibt sich ein überraschendes, vielschichtiges Motiv», sagt Kathrin Meyerhans bei der Vorstellung. «Es steht für Frieden und die Macht der Weiblichkeit.» und fügt dann hinzu: «Es zeigt aber auch, dass aus den schwierigsten Bedingungen am Ende das Gute erwachsen kann.»

Im Gegensatz zum 125-Jahr-Jubiläum wird es diesmal keine Festpublikation geben, da die Vorbereitungen für die Inszenierung schon im vollen Gange und sehr zeitintensiv sind. Schon nach den Sommerferien beginnen die Chöre und das Sinfonische Orchester mit den Proben.