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Braucht es das Spital Wil noch? Jetzt mitmachen bei der Umfrage

Die Bedeutung des Spitals Wil für die Nachbargemeinden: Je weiter entfernt, desto geringer ist das Interesse. Decken sich die Meinungen aus Politik und Bevölkerung?
Hans Suter
Weiterhin Akutspital oder in Zukunft nur noch Notfallklinik? Spitäler stehen mehr und mehr vor dieser Frage. Im Bild eine Operationsvorbereitung. (Bild: Reto Martin)

Weiterhin Akutspital oder in Zukunft nur noch Notfallklinik? Spitäler stehen mehr und mehr vor dieser Frage. Im Bild eine Operationsvorbereitung. (Bild: Reto Martin)

Die vorerst wichtigste Hürde für die Spitäler Wil und Wattwil ist genommen: Mit 108 Ja zu 5 Nein (alle aus der SVP) hat der St.Galler Kantonsrat gestern in der Schlussabstimmung einen Notkredit von 9,7 Millionen Franken bewilligt. Damit dürfte die Spitalregion Fürstenland Toggenburg ihren finanziellen Verpflichtungen bis Ende 2020 nachkommen können.

Hohe Investitionen nötig

Doch die nächsten zwei Hürden sind schon in Sichtweite: Ende Oktober wird die Regierung ihre aktualisierte Spitalstrategie vorstellen. Im Umfeld des Kantonsrats wird in weiten Teilen davon ausgegangen, dass die Strategie vier Spitäler umfassen wird: St.Gallen, Grabs, Uznach – und Wil. Der Kantonsrat dürfte aus heutiger Sicht im April darüber beraten. Die weit höhere Hürde für Wil wird aber die Erneuerung des Spitals sein. Der 1970er-Jahre-Bau muss um das Jahr 2025 herum totalsaniert oder durch einen Neubau ersetzt werden. Kostenpunkt: etwa 150 Millionen Franken.

Stadtrat will mit Sachargumenten überzeugen

Dass dies nicht einfach wird, weiss man auch im Wiler Rathaus. «Der Stadtrat, namentlich die Stadtpräsidentin, führt seit Monaten intensiv Gespräche zur Spitalpolitik im Kanton St.Gallen. Die Bevölkerung des Kantons wird in einigen Jahren schliesslich über die Investitionen am Spitalstandort Wil entscheiden», sagt Philipp Gemperle, Leiter Kommunikation der Stadt Wil. Dass man zum positiven Ausgang dieser Abstimmung viele Freunde im ganzen Kanton braucht, glaubt man in Wil nicht: «Es geht nicht darum, Freunde zu haben, sondern mit Sachargumenten zu überzeugen», sagt Gemperle. «Das Spital Wil ist für eine grosse Region von zentraler Bedeutung.»

«Nichts gegen das Spital Wil, aber...»

Eine Umfrage bei Gemeindepräsidenten der Region zeigt: Je weiter entfernt, desto geringer ist die Bedeutung des Spitals Wil. Auffallend ist zudem, dass die Zukunft des Spitals Wil in der Bevölkerung kein Thema zu sein scheint. Das Jahr 2025 ist vielen Bürgerinnen und Bürgern wohl zu weit weg. «In Zuzwil ist das kein Thema, zumindest nehme ich das nicht wahr», sagt Gemeindepräsident Roland Hardegger. Auch die Bedeutung relativiert er: «Nichts gegen das Spital Wil, aber es ist ein Luxus.» Anders sieht es in Kirchberg aus: «Das Spital Wil hat für unsere Bevölkerung eine sehr grosse Bedeutung. Es ist das nächstgelegene Spital für Kirchberg und Bazenheid», sagt Gemeindepräsident Roland Habrik. Zur Stimmung in der Bevölkerung sagt er: «Dass das Spital Wil nicht gesichert sei, war bis jetzt kein Thema, das in unserer Gemeinde speziell diskutiert wurde. Die Bevölkerung würde sich sicher für einen Neubau oder Umbau einsetzen.»

Notfallversorgung mit kurzen Wegen

«Flawil und Wil haben für uns die gleiche Bedeutung», sagt Uzwils Gemeindepräsident Lucas Keel. «Wir brauchen eine medizinische Grundversorgung. Ob diese auch in St.Gallen sein könne, wäre zu klären. «Thema ist die Notfallversorgung mit kurzen Wegen.» Zur Zukunft des Wiler Spitals gebe es in der Gemeinde Uzwil keine grosse Debatte, «weder pro noch kontra». «Wir stehen dieser Frage relativ neutral gegenüber», sagt Keel und warnt: «Man darf persönliche Erfahrung nicht zur allgemeinen Regel machen.» – «Oberbüren liegt nahe an Flawil und St.Gallen. Wil hat eine gewisse Wichtigkeit», sagt Alexander Bommeli, Gemeindepräsident von Oberbüren. In der Bevölkerung spüre man nichts von der Stimmung.

Flawil setzt auf das eigene Spital

In Flawil dagegen scheinen die Meinungen gemacht. «Das Spital Wil hat für die Bevölkerung von Flawil keine grosse Bedeutung. Vielleicht mit Ausnahme der Geburtenabteilung», sagt Gemeindepräsident Elmar Metzger. «Bei allen übrigen medizinischen Bedürfnissen darf die Bevölkerung der ganzen Region auf das qualitativ hochwertige Angebot des Spitals Flawil zählen.» Zur Stimmung sagt er: «Die Flawilerinnen und Flawiler befassen sich nicht mit der Erneuerung des Spitals Wil. Ihr Engagement ist auf eine zukunftsfähige Lösung für das Spital Flawil gerichtet.»

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