Tonhalle hatte Glück im Unglück

Die Renovierung im Untergeschoss der Tonhalle Wil ist abgeschlossen. Am Donnerstagabend fand die Eröffnungsfeier statt. Neben Farbkonzept, Beleuchtung und Kühlanlagen ist nun auch der Boden neu – «dank» des Unwetters Mitte Juni.

Ursula Ammann
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Ortsbürgerrat Fredy Weber, Tonhallenleiterin Florence Leonetti und Architekt Bernhard Angehrn freuten sich, dass alles rechtzeitig fertig geworden ist. Denn das Unwetter brachte die Terminplanung ziemlich durcheinander. (Bild: Ursula Ammann)

Ortsbürgerrat Fredy Weber, Tonhallenleiterin Florence Leonetti und Architekt Bernhard Angehrn freuten sich, dass alles rechtzeitig fertig geworden ist. Denn das Unwetter brachte die Terminplanung ziemlich durcheinander. (Bild: Ursula Ammann)

WIL. Es mischte sich der Duft von Käseküchlein und frischer Farbe am Donnerstagabend im Untergeschoss der Tonhalle Wil. Man feierte die abgeschlossene Renovation des kleinen Saals und des Theatercafés. Eine Renovation, die nicht so verlief wie ursprünglich geplant. Grund dafür war das Unwetter vom 14. Juni. «Der Boden stand 10 bis 15 Zentimeter unter Wasser», sagte Ortsbürgerrat Fredy Weber, zuständig für das Ressort Bau und Liegenschaften, vor den Gästen. Unter diesen befanden sich auch viele Handwerker, die an der Renovation beteiligt waren.

Neue Farbe, neues Licht

Das Wasser hinterliess am Boden einen Totalschaden, weshalb dieser erneuert werden musste. Eine Investition, welche die Ortsbürgerschaft eigentlich nicht vorgesehen hatte. Geplant war hingegen eine betriebliche und technische Auffrischung des kleinen Saals und des Theatercafés. Architekt Bernhard Angehrn, der bereits mit der Gesamtrenovation im Jahr 2006 betraut wurde, erläuterte die Details. Ein Ziel sei gewesen, die frische und einladende Stimmung des Obergeschosses auch im Untergeschoss aufleben zu lassen, erklärte er. Deshalb seien alle Oberflächen nach einem neuen Farbkonzept gestrichen worden. Die Decke des kleinen Saals kommt jetzt nicht mehr in gemischten dunklen Farben, sondern in einheitlich hellem Gelb daher. Der Saal sei technisch so nachgerüstet worden, dass er von beiden Seiten her bespielt werden könne, so Bernhard Angehrn. Auch die Beleuchtung wurde ersetzt und erweitert. «Die Lichtstimmungen kann man nun ganz flexibel handhaben», erklärte er und liess dies gleich vorführen. So zeigte sich das Licht mal leuchtend, mal gedimmt, mal blau, mal rot, mal grün eingefärbt, was die Gäste mit kaum überhörbaren «Oh» und «Ah» begleiteten.

Zu einem erträglichen Zeitpunkt

Dass nebst den vorgesehenen Arbeiten überraschend auch der Boden erneuert werden musste, warf die Terminplanung ziemlich durcheinander und erforderte von allen Beteiligten grosse Flexibilität.

Glücklicherweise habe sich das Unwetter nicht mitten in der Saison ereignet, sagte Ortsbürgerrat Fredy Weber. Es kam kurz vor Beginn der Bauarbeiten. «Insofern hatten wir Glück im Unglück.»

In ihrer Dankesrede erwähnte Tonhallenleiterin Florence Leonetti deshalb einen noch ganz besonders: Petrus. Dafür, dass «er die Sintflut nicht vorher und nicht nachher» bescherte, sondern zu einem einigermassen erträglichen Zeitpunkt. In einer Woche startet die Tonhalle Wil mit dem «Gershwin Piano Quartett» in die neue Saison. Für das Tonhalle-Team hiess es am Donnerstagabend erstmals, darauf anzustossen, dass trotz unerwarteter Zwischenfälle alles rechtzeitig fertig geworden ist. Dies mit erfrischenden Getränken direkt ab den neuen Kühlanlagen.

Auch das Theatercafé erstrahlt in neuer Farbe. Zeichnungen der Wiler Künstlerin Suzanne Waldvogel schmücken die Wände. (Bild: Ursula Ammann)

Auch das Theatercafé erstrahlt in neuer Farbe. Zeichnungen der Wiler Künstlerin Suzanne Waldvogel schmücken die Wände. (Bild: Ursula Ammann)

Durch das Unwetter von Mitte Juni drang Wasser ins Untergeschoss der Tonhalle und zerstörte dort den Parkettboden. (Bild: Philipp Haag)

Durch das Unwetter von Mitte Juni drang Wasser ins Untergeschoss der Tonhalle und zerstörte dort den Parkettboden. (Bild: Philipp Haag)