Theatergruppe Henau vor der Premiere: Tohuwabohu um einen Liebesbrief

Nach einjährigem Unterbruch steht die Theatergruppe Henau wieder auf der Uzwiler Gemeindesaal-Bühne. Am nächsten Samstag ist Premiere. Die Komödie: «En fatale Liebesbrief». 

Andrea Häusler
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«Du kommst immer mehr in die Rolle des Charmeurs hinein.» Die lobenden Worte von Regisseurin Bettina Schneider Weder gelten Marcel Hollenstein. Seine Rolle: Ein feuriger Liebhaber und notorischer Schürzenjäger. Jetzt, wo der Text sitze, könne er sich stärker auf die Charakterentwicklung konzentrieren, sagt er, auf gutem Weg, die Uzwiler Weiblichkeit genauso unwiderstehlich zu bezirzen, wie einst Don Juan Sevillas Damenwelt.

Noch bleibt Zeit für den letzten Schliff. Diese soll Alexander Grögor nützen, um noch hemmungsloser in die Rolle des verliebten Schnösels Isidor Inderbitzin einzutauchen. Und von Massimo (Daniel Erismann), dem eifersüchtigen Italiener, erwartet die Regie statt verhaltender Empörung schäumende Wut. «Sonst passt es nicht, wenn du Isidor am Kragen packst», begründet Bettina Schneider Weder. Sie ist ausgebildete Theaterpädagogin, seit Jahren Spielleiterin der Henauer Theatergruppe und sie weiss, was sie will und was beim Publikum ankommt. Lange dabei sind auch viele der Schauspielerinnen und Schauspieler. Bruno Gasser zum Beispiel, der im aktuellen Stück als treuer Ehegatte und liebenswürdiger Trottel eine Doppelrolle spielt. Aber es gibt auch Neue. Alexander Grögor oder auch Debora Mosca, die Maria, das (in Isidor verliebte) Dienstmädchen spielt.

Ein nach wie vor zeitgemässer Schwank

Die letzten Tage vor dem Umzug vom Probelokal in Henau in den Uzwiler Gemeindesaal sind intensiv. Doch die Vorfreude auf die Premiere ist fühlbar. Umso mehr, als der Verein die Saison 2018 hatte ausfallen lassen. Aus Respekt vor dem verstorbenen Präsidenten, Urs Zwinggi.

Dass das Bühnencomeback nun mit dem Schwank «En fatale Liebesbrief» zelebriert wird, begründet Bettina Schneider Weder mit dem Wunsch nach einem Revival. «Wir hatten das Stück vor rund 20 Jahren schon einmal aufgeführt», sagt sie. Es sei nach wie vor zeitgemäss, beinhalte schnelle Dialoge, was die Inszenierung für die Spielenden herausfordernd, für das Publikum aber ausgesprochen attraktiv mache.

Die Gruppe steht inzwischen vor der Probe des zweiten Akts und Ursi Schneider, von der man die weiss, ob sie nun Ungarin ist oder bloss eine spielt, findet ihre Stöckelschuhe nicht. Regisseurin Bettina Schneider Weder findet schliesslich Ersatz. Etwas hoch, findet ihre Mutter in der Rolle der resoluten Zahra Orlov. Immerhin passt die Grösse.

Die Geschichte entwickelt sich weiter. Und dann steht auch Bettina Schneider Weder im Licht der Bühne. Als Babette, das Mädchen für alles, verkörpert sie jene Rolle, in die sie, als Theatergruppenmitglied, auch im echten Leben hin und wieder schlüpft.

Hinweis

Aufführungen im Gemeindesaal Uzwil; 26. Oktober, 14.00/20.00 Uhr, 31. Oktober, 1./2. November, jeweils 20.00 Uhr. Reservation: www.tg-henau.ch