TÖDLICHER UNFALL IN MÜNCHWILEN: "... dann muss jetzt etwas gemacht werden"

In Münchwilen ist die Betroffenheit nach einem tödlichen Unfall mitten im Dorf gross. Im Herbst wird darüber abgestimmt, ob auf jenem kurzen Abschnitt künftig nur noch mit Tempo 30 gefahren werden darf.

Simon Dudle
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Hier ist es passiert. Bei diesem Fussgängerstreifen mitten in Münchwilen kam es zum tödlichen Unfall. (Bild: Simon Dudle)

Hier ist es passiert. Bei diesem Fussgängerstreifen mitten in Münchwilen kam es zum tödlichen Unfall. (Bild: Simon Dudle)

"Das ist ein ganz tragischer Fall, der sich hoffentlich nie wiederholt", sagt Münchwilens Gemeindepräsident Guido Grütter. Er spricht von jenem Zwischenfall, der sich am Montagabend kurz vor 20 Uhr auf der Höhe des Bahnhofs ereignet hat. Eine 70-jährige Italienerin, die früher im Dorf gewohnt haben soll, wurde beim Überqueren eines Fussgängerstreifen von einem Auto erfasst. Die Verletzungen waren so schwer, dass sie noch auf der Unfallstelle verstarb.

Der Unfall ereignete sich an einer Stelle, die derzeit ziemlich unübersichtlich ist. Ein Gerüst vor der Wilerstrasse 11 reicht auf die Strasse hinaus. Der kriminaltechnische Dienst der Kantonspolizei Thurgau sichert die Spuren und untersucht den Unfallhergang. Auch wenn die Schuldfrage somit noch nicht geklärt ist, wirft der Unfall Fragen auf. Es passierte genau auf jenem kurzen Abschnitt mitten im Bezirkshauptort, wo künftig nur noch mit Tempo 30 gefahren werden soll. Für Grütter ist aber nicht das Tempo per se entscheidend. Er sagt: "Unabhängig von diesem Unfall strebt der Gemeinderat eine Co-Existenzzone an, bei der alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind. Wir brauchen einen menschengerechten Verkehr und Lösungen, wie man den Raum sinnvoll nutzen kann."

Erster tödlicher Unfall in Münchwilen seit 2012

Die Pläne sind gediehen und sehen vor, dass die ganze Strasse durch den Bezirkshauptort umgestaltet wird. Die Kosten für die Gemeinde werden sich laut Grütter auf etwa drei Millionen Franken belaufen. Die Abstimmung, welche voraussichtlich an der Urne durchgeführt wird, findet im November dieses Jahres statt. "Wenn es der Bevölkerung wohl sein soll auf den Münchwiler Strassen, dann muss jetzt etwas gemacht werden", sagt Grütter.

Die Behörde hat sich an der Gemeinderatssitzung am Dienstag mit der Frage befasst, ob Sofortmassnahmen zu treffen sind. Da es sich um eine Kantonsstrasse handelt, sagt Grütter: "Wir können nichts machen." Es bleibt bei einem Kärtchen der Behörde an die in der Gemeinde wohnhafte Familie der verstorbenen Frau. "Der Unfall wäre nicht nötig gewesen", sagt Grütter.
Es ist der erste tödliche Unfall in Münchwilen seit gut fünf Jahren. 2012 war ein 18-Jähriger dem Gleis der Frauenfeld-Wil-Bahn entlang gelaufen. Da er Musik hörte, nahm er den nahenden Zug nicht wahr, wurde von diesem erfasst und getötet.