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Sprachprobleme bei Geburten kommen oft vor und stellen ein grosses Problem dar, da sich die Hebamme nicht unmittelbar mit der Gebärenden verständigen kann.

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Sprachprobleme bei Geburten kommen oft vor und stellen ein grosses Problem dar, da sich die Hebamme nicht unmittelbar mit der Gebärenden verständigen kann. Dies ist jedoch bei einer Geburt sehr zentral, da die Hebamme auf Rückmeldungen der Gebärenden angewiesen ist und diese ihrerseits auch Anweisungen und Fragen der Hebamme verstehen sollte.

Häufig ist in solchen Fällen ein Familienmitglied für die Übersetzung anwesend. Damit kann das Problem abgeschwächt werden. Allerdings ist es für die Hebamme in solchen Fällen auch nicht immer einfach, da sie nicht nachvollziehen kann, ob alles und auch alles richtig übersetzt und verstanden wird. Handelt es sich beim Übersetzenden um den Ehemann, kann dies ebenfalls Schwierigkeiten mit sich bringen, da sich Ehepaare in gewissen Kulturkreisen nicht über „Frauenthemen“ wie beispielsweise Blutungen unterhalten. So kann es auch vorkommen, dass dem Ehemann auch der entsprechende Wortschatz fehlt.

Stammen die Gebärenden aus Ländern, aus deren Heimat viele weitere Personen in der Schweiz leben, so werden sie oft von Frauen begleitet, z.B. der Schwägerin, die dann übersetzen können. Bei in der Schweiz eher selteneren Nationalitäten ist dies kaum der Fall, insbesondere bei Asylsuchenden. In solchen Fällen organisiert das Spital Wil für Schwangerschaftskontrollen oder Vorbereitungsgespräche offizielle Dolmetscher. In diesen Gesprächen versuchen wir dann jeweils bereits so viel Informationen wie möglich abzugeben, da während der Geburt kein Dolmetscher anwesend ist. Während der Geburt kann im schlimmsten Fall auch auf sogenannte Bild-Text-Karten zurückgegriffen werden, die verschiedene Wörter in Bildsprache erläutern.

Christiane Saaro, Stv. Leitende Hebamme

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