TISCHTENNIS: «Es war schon einmal rosiger»

Nicht zuletzt wegen des TTC Wil (NLA und NLB) führt der TTC Bronschhofen ein Schattendasein. Er fühlt sich dabei aber wohl, wenngleich er sich wieder etwas mehr Mitglieder wünscht.

Urs Nobel
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Dide Wagner (rechts) engagiert sich seit Jahren für den Nachwuchs. (Bild: Urs Nobel)

Dide Wagner (rechts) engagiert sich seit Jahren für den Nachwuchs. (Bild: Urs Nobel)

Urs Nobel

urs.nobel@wilerzeitung.ch

Der Tischtennisclub Bronschhofen ist ein typischer Dorfverein, dem die gesellschaftlichen Werte ebenso wichtig sind wie die sportlichen Aspekte. Stolz darf der TTC Bronschhofen auf seine Nachwuchsabteilung sein, die er in seinem Verein hat. Heinz Steger führt den TTC Bronschhofen seit Oktober 2016 als Präsident. Mitglied ist er seit dem Jahr 2013. Er spielt auch selber in einer Mannschaft. Er wünscht sich für seinen Verein wieder etwas mehr Mitglieder und eine weitere Vergrösserung der Nachwuchsabteilung.

Heinz Steger, Sie sind kaum glücklich darüber gewesen, dass Bronschhofen nach Wil eingemeindet wurde?

Ich verstehe diese Frage nicht. Worauf wollen Sie hinaus?

Immerhin ist der TTC Bronschhofen vom ersten Tischtennisclub eines Dorfes hinter dem TTC Wil zum zweiten Verein einer Stadt geworden, der dasselbe tut.

Mit der Eingemeindung hat sich für unseren Verein überhaupt nichts geändert. Wir verfügen noch immer über die nötige Akzeptanz und ideale Trainingsbedingungen.

Verspürte denn der TTC Bronschhofen noch nie den Wunsch, selber ein NLA- oder NLB-Team für die Meisterschaft zu stellen? Dazu fehlen uns schlichtweg die finanziellen Möglichkeiten.

Wie richtet sich Ihr Verein aus? Was hat er für Ziele?

Wir sind in erster Linie ein Dorfverein mit Mitgliedern aus dem Dorf. Diese sollen bei uns eine schöne sportliche Tätigkeit ausüben können. Gleichzeitig soll unter uns Mitgliedern auch der gesellschaftliche Aspekt einen Platz haben. Sportliche Erfolge freuen uns und sind Gründe, um zu feiern. Grund zum Abheben aber nicht.

Aber Erfolge können stimulieren?

Das ist richtig. Man darf im Erfolg aber nie die Breite vergessen.

Die Konzentration des TTC Bronschhofen gilt also der Breite. Ist das Eure Stärke?

Ja, genau. Nicht mehr so stark sind wir dafür, was unsere Mitgliederzahlen betrifft. In den vergangenen Jahren mussten wir einen regelmässigen Mitgliederschwund registrieren.

Wen möchte der TTC Bronschhofen ansprechen und zu einem Beitritt zum Verein motivieren?

Erwachsene ebenso wie Kinder. Wenn wir aber nur einen Wunsch frei hätten, dann würden wir uns neue junge Tennisspielerinnen und -spieler wünschen. Jeder Verein steht und fällt mit dem Nachwuchs.

Der TTC Bronschhofen verfügt über ideale Trainingsbedingungen. Verfügt er auch über genügend und gute Trainer?

Diesbezüglich sind wir tatsächlich optimal aufgestellt. Unser langjähriges Mitglied Dide Wagner betreut in erster Linie unsere Junioren, die am Mittwoch in der Ebnet-Halle trainieren können. Regelmässig ist auch der Wiler Trainer Zdenko Prskalo bei uns, um uns weiterzubringen.

Trainieren ist das eine, Meisterschaften und Turniere bestreiten das andere. Bringt der kleine TTC Bronschhofen jeweils genügend Spieler dazu, teilzunehmen? Oder müssen die Verantwortlichen vor jedem Anlass einzelnen Spielern nachspringen?

Soweit ich mich erinnern kann, war das nie ein Problem. Wir melden für Meisterschaften oder Turniere nur Akteure an, die sich dafür melden. Und diese stehen dann auch zur Verfügung.

Wie wichtig ist dem TTC Bronschhofen nebst Training, Meisterschaften und Turnieren der funktionierende gesellschaftliche Aspekt? Auch wichtig. Wir führen im Verlaufe des Jahres regelmässig Veranstaltungen durch, die von den Mitgliedern gerne besucht werden und so den Zusammenhalt zusätzlich fördern.

Wie viele Mitglieder nehmen da jeweils teil?

Das sind zwischen 20 und 30 Mitglieder.

Was fasziniert all diese Mitglieder an der Sportart Tischtennis?

Lassen Sie mich für mich reden. Ich treffe gerne schnelle Entscheide. Das ist im Tischtennis nötig. Es handelt sich um eine Einzelsportart, bei der man seinem Gegner keine Verletzung zufügen kann. Aktion, Reaktion, Schnelligkeit, Fitness: Das alles braucht man im Tischtennis oder kann es beim Tischtennis spielen lernen.

Sie haben eingangs des Gesprächs gesagt, der TTC Bronschhofen könne sich kein NLA-Team leisten. Wie steht ihr Verein finanziell da?

Wir sind ein absolut gesunder Verein.

Hat der Verein auch eine Zukunft?

Es war sicher schon rosiger. Der Mitgliederschwund beschäftigt mich schon. Ich bemühe mich allerdings, mit diversen Aktionen wieder zu mehr Mitgliedern zu kommen. Ich bin selber gespannt darauf, wie sich diese Aktivitäten zahlenmässig auswirken.

Hinweis

Interessierte, die sich dem TTC Bronschhofen anschliessen möchten, finden weitere Informationen unter www.ttcb.ch/

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