«Tiere sind sehr empfindlich»

Mit dem Frühling zieht es wieder mehr Menschen nach draussen – nicht selten auch in den Wald. Da es sich vom Gesetzes wegen um ein Gebiet für jedermann handelt, sind Verhaltensregeln unabdingbar. Der Kirchberger Förster Marco Signer informiert und äussert einen Wunsch.

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Der 27jährige Förster Marco Signer trägt die Verantwortung für den Wald auf Kirchberger Gemeindegebiet – und befasst sich mit den Bikern. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Der 27jährige Förster Marco Signer trägt die Verantwortung für den Wald auf Kirchberger Gemeindegebiet – und befasst sich mit den Bikern. (Bild: Beat Lanzendorfer)

KIRCHBERG. Mit Beginn der wärmeren Jahreszeit wird der Wald für viele wieder aktueller denn je. Es kommen die Monate, in denen der Lebensraum der Wildtiere vom Menschen intensiv als Erholungsgebiet genutzt wird. Auch dem Holzschlag kommt in unserer Region aber eine grosse Bedeutung zu. Das Toggenburger Ahornholz etwa ist für seine gute Qualität bekannt und beliebt. Die Nutzung von Holz als Energieträger ist durch den Betrieb verschiedener Holzschnitzelheizungen wichtig. Das Schwerpunktthema des St. Galler Waldes im Jahre 2015 lautet «Wald und Wild». Damit der Wohnraum der Wildtiere nicht beeinträchtigt wird, sollte man sich an Richtlinien halten.

Auf empfindliche Tiere achten

Marco Signer, seit drei Jahren Revierförster der Gemeinde Kirchberg, freut sich wie viele andere auch, wenn die wärmere Jahreszeit Einzug hält: «Von Gesetzes wegen ist der Wald öffentlich und darf als Erholungsgebiet von allen genutzt werden. Allerdings gilt es anzumerken, dass Mitte April die Brut- und Setzzeit beginnt und die Tiere während rund zweier Monate sehr empfindlich auf äussere Einflüsse reagieren. Wer die Waldwege nicht verlässt, hat schon vieles richtig gemacht.» Hier sind im Besonderen die Biker aufgefordert.

Schäden vermeiden

Die Förster selber halten sich in diesem Zeitabschnitt bewusst bei der Pflege des Jungwaldes zurück, weil viele Vögel dort mit dem Nestbau beschäftigt sind. Eine Bitte richtet der Revierförster auch an die vielen Reiter: «Wenn es über einen längeren Zeitraum geregnet hat, wäre es schön, wenn Ross und Reiter die Waldwege nicht im gestreckten Galopp malträtieren. Unnötige Schäden sind zu vermeiden. Empfindlich reagieren die Wildtiere auch auf Hunde. Am besten den Vierbeiner im Wald und in dessen Nähe immer an der Leine führen. Wir Förster freuen uns, wenn wir während unserer täglichen Arbeit viele Menschen antreffen, mit etwas Rücksichtnahme aller bleibt unser Wald das, wofür er vorgesehen ist – ein Erholungsgebiet», erklärt Marco Signer.

Arbeitsgruppe gebildet

Die Thematik Wald-Wild-Lebensraum beschäftigt Waldbesitzer, Landwirte, Förster und Jäger seit längerer Zeit. Die immer intensivere Nutzung der Landschaft hat die Situation in den vergangenen Jahren noch weiter verschärft. Im Frühjahr 2011 hat Regierungsrat Benedikt Würth, Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartementes, veranlasst, eine Arbeitsgruppe zur Ausarbeitung von konkreten Empfehlungen für eine nachhaltige Strategie Wald-Wild-Lebensraum einzusetzen. Diese Arbeitsgruppe setzt sich aus Vertretern der Forst- und Landwirtschaft, der Jagd und des Volkswirtschaftsdepartementes zusammen.

Massnahmen erarbeitet

Die Arbeitsgruppe Wald-Wild-Lebensraum hat nun ihre Arbeit abgeschlossen und zusammen mit dem Volkswirtschaftsdepartement die konkret anzugehenden Massnahmen festgelegt. Die Umsetzung dieser Massnahmen soll von einer ständigen Kommission Wald-Wild-Lebensraum begleitet werden. Sie steht unter der Leitung von Generalsekretär Gildo Da Ros. (red.)

Der detaillierte Massnahmenplan ist im Internet zu finden unter www.wald.sg.ch/home/wald-wild-lebensraumkommission.

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