Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Deponiestandort «Thurhof» in Oberbüren: Kritik wird lauter

Der WWF, die Gemeinden und die Regio Wil machen sich für einen Verzicht auf den geplanten Standort stark.
Zita Meienhofer
Der umstrittene Deponiestandort liegt nord-östlich des Thurhofs in Oberbüren. Das Volumen wird mit 500 000–700000 Kubikmeter angegeben. (Bild: Andrea Häusler£)

Der umstrittene Deponiestandort liegt nord-östlich des Thurhofs in Oberbüren. Das Volumen wird mit 500 000–700000 Kubikmeter angegeben. (Bild: Andrea Häusler£)

In der aktuellesten Fassung des Richtplans – des Führungsinstruments der Regierung – ist vorgesehen, den Deponiestandort Thurhof in Oberbüren aufzunehmen. Im Wissen um «die Konfliktpunkte, welche in der nachfolgenden Planung zwingend beachtet werden müssen», wie das kantonale Amt für Umwelt in seiner Standortbeurteilung schreibt. Das 100000 Quadratmeter grosse Areal soll trotzdem als Festsetzung im Richtplan eingetragen werden, «da er grundsätzlich geeignet ist, die Lösung der Konfliktpunkte aber erst bei der Detailprojektierung angegangen werden kann.»

Die Verantwortlichen der Gemeinde Oberbüren haben dieses Vorhaben kritisiert und ihre Gründe dargelegt («Wiler Zeitung», 8. Juli 2019). Ebenso der in der Nähe wohnhafte Manfred Moser («Wiler Zeitung», 13. August 2019). Den Antrag, auf diesen Standort zu verzichten, stellten die Regio Wil sowie der WWF St.Gallen. In einer Stellungnahme des WWFs heisst es: «Angesichts der im Bericht aufgeführten sieben Konfliktpunkte ist es für eine Festsetzung des Standorts Thurhof im Richtplan eindeutig zu früh.» Und weiter: «Eine Festsetzung kann erst erfolgen, wenn aufgezeigt wird, wie die teilweise schwerwiegenden Konflikte entschärft werden können.»

Vereinbarung von Deponie und Landschaftsschutz

Die Regio Wil kritisiert in ihrem Schreiben vor allem die Konzentration der Abbau- und Deponiestandorte im Raum Oberbüren-Niederwil-Gossau. Die Deponiestandorte Degenau und Nutzenbuechwald an der Grenze zu Niederwil und Gossau sind bereits im Richtplan aufgenommen und die Kleindeponie Ruetwis in Niederwil ist seit 2018 in Betrieb. Im Weiteren verlangt die Regio Wil Antworten zur Vereinbarung eines Deponiestandorts, in dem sich Fruchtfolgeflächen sowie ein Auengebiet von nationaler Bedeutung befindet. Ebenfalls soll aufgezeigt werden, wie bei einer Realisierung des Standorts die Schutzvorgaben des Kantons in diesem Landschaftsschutzgebiet Thurauen, im Wald, in den offenen sowie eingedolten Gewässern entsprechend gehandhabt werden können. Regio Wil beantragt deshalb: «Auf den Eintrag des Deponiestandorts Thurhof in den kantonalen Richtplan ist vorläufig zu verzichten, bis die Detailabklärungen und Sicherstellungen die Grundlage für eine Aufnahme bilden.»

Im Mitteilungsblatt der Gemeinde Niederhelfenschwil nimmt der Gemeinderat Stellung zur aktuellen Richtplan-Anpassung 19, vor allem aber auch zur geplanten Aufnahme des Deponiestandorts Thurhof in Oberbüren. Dieser befindet sich zwar nicht auf Gemeindegebiet, jedoch liegt der Standort an der Grenze der Gemeinden Niederhelfenschwil und Oberbüren.

Gemeinderat befürchtet Zunahme des Verkehrs

Dieser geplante Deponiestandort bringe zweifelsohne Auswirkungen auf die Nachbargemeinde Niederhelfenschwil, legt der Rat in seinem Schreiben dar. Der Niederhelfenschwiler Gemeinderat befürchtet, dass durch die Schaffung der Deponie im Gebiet Thurhof das Verkehrsaufkommen von Oberbüren nach Zuckenriet massiv zunehmen wird und ebenfalls der Schwerverkehrsanteil steigen dürfte. «Dieses erhöhte Verkehrsaufkommen muss im Zusammenhang mit der Schaffung des neuen Deponiestandortes im Sinne einer langfristigen Planung analysiert und mit den beteiligten Gemeinden abgesprochen werden», lässt der Rat die Regierung wissen.

Der Gemeinderat Nieder- helfenschwil gibt zudem zu bedenken, dass die Strecke durch die Gemeinde Niederhelfenschwil an zwei Schulen (Primarschule Zuckenriet und Oberstufenschule Sproochbrugg) führe. «Dieser Aspekt muss bei der Planung von Deponiestandorten unbedingt berücksichtigt werden», heisst es in der Stellungnahme des Gemeinderats. Dieser stellt fest, dass er ohne Vorlage einer fundierten Analyse durch die Verantwortlichen des Kantons zu einer möglichen Zunahme des Verkehrs, dem Deponiestandort Thurhof nicht zustimmen könne.

Abbau-Standort Dietenwil aus Richtplan entfernt

Im Weiteren informiert der Gemeinderat Niederhelfenschwil darüber, dass er sich in der Richtplan-Anpassung 17 für die Streichung des Kiesabbau- Standorts im Weiler Dietenwil, Zuckenriet, eingesetzt habe. Dieser Abbau-Standort wurde im Richtplan 18 nun auch durch die Regierung entfernt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.