Theatergruppe Henau trotzt Corona mit Schutzkonzept und Glücksmomenten

Verspielt und märchenhaft präsentiert sich die Theatergruppe Henau mit der Eigenproduktion «An Hundstagen Glück». Dass diese überhaupt entstanden ist, hat in erster Linie mit den Herausforderungen der Coronapandemie zu tun.

Kathrin Meier-Gross
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Verspielt und märchenhaft präsentiert sich die Theatergruppe Henau mit der Produktion «An Hundstagen Glück».

Verspielt und märchenhaft präsentiert sich die Theatergruppe Henau mit der Produktion «An Hundstagen Glück».

Bilder-Kathrin Meier-Gross


«Es war richtig schön. Einmal etwas anderes», meinte ein älterer Herr beim Abschied. Jacqueline Fürer, die im Stück die Hanna verkörpert, fügte lachend an, dass auch das Theaterensemble Neuland betreten und dabei viel gelernt habe. Nämlich ein Theaterstück gemeinsam zu entwickeln, zu improvisieren und sich pantomimisch auszudrücken. Der Theatergruppe Henau ist es ergangen, wie vielen anderen Gruppierungen auch: Die Pandemie hat alle Pläne über den Haufen geworfen.

Jubiläumsstück mit Kindern

Der 50. Geburtstag des Vereins sollte eigentlich mit der Aufführung von «Ein Haus in Montevideo» gefeiert werden. Allerdings waren die Umstände zu ungewiss um ein grosses Theater zu inszenieren. Theater spielen wollten die Mitglieder aber trotzdem. Zudem waren für das Jubiläumsstück die Kinder der Theaterspielenden eingeplant gewesen und die Kleinen wären schrecklich enttäuscht gewesen, wenn sie nicht vor Publikum hätten auftreten können.

Die böse Schwiegermutter macht Stimmung gegen Hanna.
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Hanna möchte ihre zwei in Raben verwandelten Schwestern vom bösen Zauber erlösen.
Gespannte Aufmerksamkeit beim Theaterpublikum.

Die böse Schwiegermutter macht Stimmung gegen Hanna.

Also hat die Theaterpädagogin und Spielleiterin, Bettina Schneider Weder, Märchen und Sagen mit Lokalbezug zu einer Geschichte verwoben. Eine Herausforderung, die ihr Spass bereitet. Sie betont denn auch:

«Die szenische Improvisation ist meine Leidenschaft»

Dann erzählte sie, wie die Spielerinnen und Spieler sich in den Aufbau des Stücks hatten einbinden lassen. Während konstruktiven und kritischen Gesprächen sei der rote Faden herausgearbeitet worden. Gleichzeitig war auch der Theatersaal – die Scheune in Henau, wo die Theatergruppe gewöhnlich probt – dunkel eingekleidet, dem Schutzkonzept entsprechend eingerichtet und liebevoll dekoriert worden.

Unheimliche Busfahrt nach Henau

Am Samstag hatte die Anspannung für das Schauspielteam endlich ein Ende. Nachdem die Kinder Sarah und Elin Thürlemann, Marin und Santina Fürer sowie Thea und Ava Weder auf der Bühne gewürfelt hatten, wollte die Glücksforscherin Bettina Weder wissen, was das Publikum glücklich macht. Gleich darauf wurde es mitgenommen auf eine unheimliche Busfahrt nach Henau. Dort treibe ein Hund sein Unwesen. Oder gar ein Wolf? Alle haben Angst. Zur Beruhigung beginnt die Grossmutter den Kindern das Märchen von den zwei Raben zu erzählen.

Pantomimisch und schauspielernd zeigen Ursula Schneider, Anina Thürlemann, Jacqueline Fürer, Naimi Royla, Marcel Hollenstein, Max Grögor und Bettina Weder die Geschichte von Hanna, die ihre zwei in Raben verwunschenen Schwestern befreien will. Um den Zauber zu brechen, darf Hanna drei Jahre nicht sprechen. Auch nicht, als ihr die böse Schwiegermutter, die Gräfin vom Eppenberg, die Kinder wegnimmt.

Alle Aufführungen ausverkauft

Nach den drei stummen Jahren bringt eine gute Fee die Kinder und die Schwestern zu Hanna zurück. Diese kann ihrem Gatten den Vertrauensverlust verzeihen. «Auch verzeihen können ist Glück», fügte Bettina Weder an und ergänzt:

«Glück hat so viele Facetten. Für jeden Menschen bedeutet es etwas anderes. Glück ist wie eine kostbare Perlenkette.»

Die Zuschauerinnen und Zuschauer zeigten sie beeindruckt, sowohl von der Handlung wie auch von der stimmungvollen Umsetzung. Viele hatten mitgebangt, ob die Aufführungen stattfinden könnten. Die öffentlichen Auftritte sind alle ausverkauft. Ein deutliches Zeichen dafür, das die Bevölkerung die Arbeit der Theatergruppe Henau schätzt und deren Aufführungen nicht missen möchten: Corona hin oder her.