«The Voice of Switzerland»-Sieger Remo Forrer aus Hemberg am Tag nach seinem Sieg: «Im Goldregen zu stehen, das wäre schon was gewesen»

Remo Forrer hat die dritte Staffel von «The Voice of Switzerland» gewonnen. Am Tag nach seinem Sieg war der 18-jährige Hemberger ein gefragter Mann.

Andrea Häusler
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Blumen und Glückwünsche seitens der Wohnortgemeinde: Remo Forrer am Tag nach dem Sieg zu Hause in Hemberg.

Blumen und Glückwünsche seitens der Wohnortgemeinde: Remo Forrer am Tag nach dem Sieg zu Hause in Hemberg.

Bilder: Andrea Häusler

Tele Ostschweiz war da, Radio FM1, Radio Energy und Radio Top wollten Live-Statements, die Schweizer Illustrierte, die Pendlerzeitung 20 Minuten und selbst das SRF-Format Glanz & Gloria suchten den Kontakt zum frisch gekürten Stern am helvetischen Pophimmel.

Gemeindeschreiber Cornel Schmid (links) und Gemeindepräsident Christian Gertsch (rechts) gratulieren dem erfolgreichen Jungbürger mit Blumen und dem Layout eines Plakats, das später in der Gemeinde aufgehängt werden soll.

Gemeindeschreiber Cornel Schmid (links) und Gemeindepräsident Christian Gertsch (rechts) gratulieren dem erfolgreichen Jungbürger mit Blumen und dem Layout eines Plakats, das später in der Gemeinde aufgehängt werden soll.

Es ist Dienstag, wenige Stunde nach dem Sieg des 18-jährigen Gesangstalents aus dem Toggenburg im Final der 3+-Castingshow «The Voice of Switzerland». Jetzt, kurz nach Mittag, zeichnet sich das Ende des Medienmarathons ab. Remo Forrer steht vor dem Elternhaus in Hemberg und nimmt strahlend die Gratulationswünsche von Gemeindepräsident Christian Gertsch entgegen, lässt sich selbstbewusst vor dem Säntismassiv fotografieren, beantwortet gewandt die Interviewfragen.

Von Müdigkeit keine Spur. Obwohl er nur gut vier Stunden geschlafen habe, wie er sagt. Nicht nur, weil nach dem Resultat des Publikumsvotings ständig das Telefon geklingelt und fast unterbruchlos das Handy vibriert habe. «Mir gingen tausend Dinge durch den Kopf», erinnert er sich. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen habe er den Sieg nicht wirklich realisiert – bis jetzt nicht.

Cüpli zu Hause statt Party im Goldregen

Gut möglich, dass dies anders gewesen wäre, wenn der Final planmässig in Köln stattgefunden hätte und er sich live unter dem Applaus des Saalpublikums hätte feiern lassen können. Remo Forrer zuckt die Schultern. Ein bisschen wurmt es ihn schon, dass ihm das Coronavirus ein Erlebnis genommen hat, das wohl einmalig geblieben wäre, gibt er zu.

«Vor einer riesigen Zuschauerkulisse im Goldregen zu stehen, das wäre schon was gewesen.»

Stattdessen hat er den (aufgezeichneten) Final auf dem heimischen Sofa verfolgt, gemeinsam mit der Familie seine Interpretation des Songs «Sign of the Times» verfolgt und über das leicht befremdlich anmutende, für den Fall der Fälle vorproduzierte Siegerinterview geschmunzelt. Gefeiert wurde natürlich trotzdem: Euphorisch und lautstark. «Wir sind hochgesprungen, haben geschrien und schliesslich im kleinen Kreis angestossen», erzählt Remo Forrer und ergänzt: «Eigentlich wüsste ich gern, wie viele für mich gevotet haben.»

 Erfahren wird er es nicht: Die Zahlen publiziert der Sender genauso wenig wie die Rangliste der weiteren sieben Finalteilnehmerinnen und -teilnehmer.

«The Show must go on»

Hinter dem angehenden Detailhandelsfachmann liegen intensive Wochen. Zeit, sich auf den Lorbeeren auszuruhen bleibt ihm allerdings nicht. Er ist Realist genug um zu wissen, wie vergänglich Erfolg ist und wie rasch die Musikbranche Namen und Stimmen vergisst. Deshalb freut sich Remo Forrer extrem auf Mittwoch. «Es geht ins Studio nach Zürich: Ich darf meinen ersten eigenen Song aufnehmen», sagt er mit leuchtenden Augen. Diesen hat sein Coach, «Pegasus»-Frontmann Noah Veraguth für ihn geschrieben.

Und dann? Der frischgebackene Jungstar lässt dies offen: «Vorderhand stehe ich bei Universal Music Switzerland unter Vertrag und ich lasse mich überraschen, was auf mich zukommt.» Dem Vernehmen nach soll er allerdings bereits für die Lichtensteiger Jazztage vom 8. August gebucht sein.

Coronavirus und der Lehrabschluss

Fest steht für ihn, dass er seine Ausbildung beenden möchte. Die Lehrabschlussprüfungen stehen an. Ob und wann sie stattfinden ist unklar. «Da kam mir die Coronakrise entgegen», sagt Forrer. Denn «The Voice» und der Prüfungsstress wären nicht leicht vereinbar gewesen.

Gesetzt ist ausserdem, dass er weiterhin singen und sich musikalisch weiterentwickeln möchte. Deshalb will er auch in Zukunft Gesangsunterricht nehmen: Bei Theresa Kressig-Chen an der Musikschule Toggenburg. Bei jener Lehrperson, die ihn in den vergangenen fünf Jahren unterrichtet hatte und deren Arbeit dazu beigetragen hat, dass Remo Forrer da steht, wo er sich nun befindet.

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