Teures Geschenk zum Jubiläum

Der FC Flawil erhält, sofern die Bürgerschaft am 27. November will, zwei neue Plätze. «Endlich!», so der Tenor bei FC und Gemeinde nach 20 Jahren endloser Diskussionen. Die Gemeinde tritt ihrem grössten Verein (500 Mitglieder) das Land im Baurecht ab und finanziert mit 2,6 von total 3,5 Mio.

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Der FC Flawil erhält, sofern die Bürgerschaft am 27. November will, zwei neue Plätze. «Endlich!», so der Tenor bei FC und Gemeinde nach 20 Jahren endloser Diskussionen. Die Gemeinde tritt ihrem grössten Verein (500 Mitglieder) das Land im Baurecht ab und finanziert mit 2,6 von total 3,5 Mio. den Löwenanteil. Das ist eine Investition in die Jugend, in die Integration, in das Vereinsleben. Und für den FC ein grosses Geschenk, pünktlich zum Jubiläum.

Doch er erhält es nicht gratis. Mindestens 150 000 Franken kostet ihn der Bau. Das ist richtig, ist er doch Hauptnutzer der Anlagen. Die Ironie jedoch: Das Projekt wurde vernünftigerweise abgespeckt, wird deshalb für den FC aber teurer. Der Grund: Der Kunstrasenplatz wird, nicht wie geplant, komplett in den südlich gelegenen Hang hineingebaut, sondern nur zu einem Teil. Dies, da der Baugrund dort schlecht ist. Viel Sickerwasser hätte Stabilisierungsmassnahmen und das höhere Niveau eine sechs Meter hohe Stützmauer erfordert. Das Projekt hätte rund 4,5 Mio. Franken, im schlechtesten Fall gar über 5 Mio. Franken gekostet – zu viel für Gemeinde und FC.

Die Folgen: Sicher eine halbe Saison muss der Club immer auswärts spielen, da der jetzige Meisterschaftsplatz während des Baus nicht genutzt werden kann. Das kostet rund 400 Franken pro Spiel. Noch mehr spüren wird der FC den ausfallenden Ertrag aus Bandenwerbung und Clubhaus-Beiz. Das Geschenk wird so in doppeltem Sinne ein teures.

Mario Fuchs

mario.fuchs@wilerzeitung.ch