Terroralarm wegen eines Bolzens: Walter Brunner erhält den Flawiler Fasnachtspreis

Walter Brunner ist der neue «Chratzbörschte»-Preisträger – wegen einer filmreifen Geschichte.

Zita Meienhofer
Merken
Drucken
Teilen
Chratzbörschte-Preisträger Walter Brunner (zweiter von links) mit Frau Edith, Sohn Daniel sowie Tochter Angela (von rechts).

Chratzbörschte-Preisträger Walter Brunner (zweiter von links) mit Frau Edith, Sohn Daniel sowie Tochter Angela (von rechts).

«Jetzt bin i halt au en Chratzbörschte-Priisträger, und denn no en stolze, und das alles no wegemä alte, rostige Traktore-Stecknagelbolze», mit diesem Satz schloss Walter Brunner seine Dankesrede für den Erhalt des diesjährigen Fasnachtpreises in Reimform. Brunner erschien zur Preisverleihung mit seiner Familie im Panzerknacker-Kostüm. Mit Stolz nahm er die «Chratzbörschte», den Flawiler Fasnachtspreis, entgegen. Denn, was der Landwirt und passionierte Theaterspieler vom Stocken erlebt hat, ist in Flawil voraussichtlich noch nie passiert und wohl nicht einmal in Brunners unzählig gespielten Theaterstücken. Walter Brunner fährt mit seinem Traktor zum Landmaschinenmechaniker Lenggenhager nach Oberglatt. Den Traktor lässt er dort, den Stecknagelbolzen nimmt er mit. (Ein Stecknagelbolzen wird benötigt, damit ein Anhänger am Traktor befestigt werden kann.) Brunner läuft nach Hause, in seiner Hand hält er seinen Stecknagelbolzen. Er durchquert einen privaten Garten und wird dabei als Mann mit Gewehr wahrgenommen. Die alarmierte Polizei, die einen Terroristen vermutet, sperrt ganz Flawil und sucht nach dem vermeintlichen Verbrecher. Derweil ist Landwirt Brunner bereits zu Hause, liest die Zeitung und trinkt Kaffee. Durch einen Tipp von Brunners Nachbar findet die Polizei irgendwann zu Brunner und kann das Missverständnis klären.

Der Narrenrat eröffnet die Chratzbörschte-Verleihung mit einem goldenen Konfettiregen.

Der Narrenrat eröffnet die Chratzbörschte-Verleihung mit einem goldenen Konfettiregen.

Der Narrenrat erzählt von heiteren Episoden

In Flawil passierten einige lustige und peinliche Episoden. Diese waren in der «Chratzbörschte», der gleichnamigen Fasnachtszeitung, zu lesen. Trotz viel Heiterem war die Geschichte von Walter Brunner es dem Narrenrat wert, den Landwirt für seine «Tat» auszuzeichnen. Allerdings liessen die fünf Oberfasnächtler von Flawil, Sandro Fischer, Barbara Reut Schatzmann, Judith Siegenthaler, ­Mischa Sutter und Luca Zöllig die Katze nicht so schnell aus dem Sack. Vor der Zeremonie folgte ein Guggen-Warm-up, dann erst kam das zahlreiche Publikum in den Genuss der Laudatio, in welcher der Narrenrat nochmals einige Vorkommnisse Revue passieren liesse. Letztlich zog Barbara Reut Schatzmann das goldene Couvert hervor: «Viil Ufgobe hett doch d’Polizei, si looset uf jede Hilfeschrei. Vor allem bi Verbrecher am hellichtä Tag, und wenn er ä Waffe träge mag. Schlichend, büggt und dä Arm verrenkt, pirscht er sis Ziil a, ganz versteckt. Polizei i dä Kampfmontur schaltet sich i…, däbi isch es nur än Buur mit ämä Hoggä gsi!» Ein Tusch von der einheimischen Gugge Wyssbach Geischter und Applaus waren dem Preisträger gewiss.

Bei der Verleihung zeigt sich viel Publikum vor dem Gemeindehaus und die Guggen animieren zum Tanzen.

Bei der Verleihung zeigt sich viel Publikum vor dem Gemeindehaus und die Guggen animieren zum Tanzen.

Bilder: Zita Meienhofer