Termine – Aber bitte mit Doodle

Der Wiler Paul E. Sevinç ist Mitgründer und Verwaltungsrat der Doodle AG. Das Jungunternehmen, welches sich auf die Online-Vereinbarung von Terminen spezialisiert, hat seinen Sitz im Zürcher Technopark.

Manuel Kunz
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Paul E. Sevinç war bei Doodle zur rechten Zeit am rechten Ort. (Bild: mak.)

Paul E. Sevinç war bei Doodle zur rechten Zeit am rechten Ort. (Bild: mak.)

Der Eingang ist unscheinbar. Eine weisse Tür mit einer Klingel. Abgesehen von zwei Werbeplakaten am Eingang verrät nichts, dass hier eines der innovativsten Onlineunternehmen zu Hause ist. Doodle-Mitgründer Paul E. Sevinç begrüsst den Eintretenden freundlich und trägt sofort das «Du» an. Ein bescheidener Mann Mitte 30, der etwas erreicht hat, von dem viele nur träumen.

Altstadt war ausschlaggebend

Geboren in St. Gallen, wuchs der Doodle-Mitgründer in Wittenbach auf. Im vergangenen Sommer zog es ihn nach Wil. «Ich wollte gerne zurück in die Ostschweiz. Zürich war eine Option, doch es war ohnehin schwierig etwas zu finden. Wil bot sich wegen den guten öV-Angeboten und der schönen Altstadtwohnung an.»

Seine Familie stammt ursprünglich aus der Südosttürkei, sie sind christliche Aramäer. Zu Hause wuchs er mit Syrisch als Muttersprache auf. Auf die Frage angesprochen, ob er in seinem Leben auch schon Tiefs hatte, meint er, dass die Rekrutenschule sehr frustrierend gewesen sei. Er ging mit falschen Vorstellungen von Abenteuer und Lagerfeuerromantik in die Kaserne und wurde enttäuscht.

Zur rechten Zeit am rechten Ort

Zur Frage, warum der CEO von Doodle, Michael Näf, ihn für die Firmengründung gewählt habe, meint er: «Ein zentraler Aspekt war, dass ich die entsprechenden Fachkenntnisse mitbrachte. Schliesslich war ich aber auch einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort, nämlich im gemeinsamen Büro», schmunzelt er.

Buchstäblich der richtigen Idee zum richtigen Zeitpunkt war auch die Entstehung von Doodle zu verdanken. Der Doodle-CEO wollte 2003 ein Nachtessen oder gemütliches Beisammensein organisieren. Sämtliche Versuche, konventionell einen Termin zu finden, schlugen jedoch fehl. Die Terminfindung sollte zentralisiert werden, fand Michael Näf, und zwar übers Web – Doodle war geboren.

Finanziert mit Werbung

«Die Firmen, welche bei Doodle werben, benutzen gerne die prominente Werbefläche, welche Doodle anbietet.» Aber auch die Demografie sei interessant, also Alter, Ausbildung und die geschäftliche Funktion der Benutzer. Dies mache Doodle für werbende Firmen interessant, so der Doodle-Mitgründer.

Grundsätzlich ist der Service von Doodle gratis. «Doch den Teams und Organisationen bieten wir an, dass sie ihr eigenes Logo aufschalten dürfen. Damit können sie immer Werbung in eigener Sache machen», führt der Doodle-Mitgründer aus.

Es gab auch nie Momente, in denen der Doodle-Gründer aufgeben wollte. Auf die abschliessende Frage, wo der Wiler ihn am ehesten persönlich treffen könnte, antwortet er mit einem Schmunzeln: «Beim Bratwurst-Stand am Dienstagabend oder im Zug von und nach Zürich.»